Camerons Nachfolge

30. Juni 2016 12:53; Akt: 30.06.2016 16:17 Print

Brexit-Turbo Boris lässt die Briten sitzen

Der oberste Brexit-Befürworter Boris Johnson kandidiert nicht als Premierminister Grossbritanniens.

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Countdown im Rennen um die Cameron-Nachfolge: Kurz vor Ende der Bewerbungsfrist für die Wahl zum neuen Vorsitzenden der britische Konservativen springen immer mehr Bewerber auf den Zug auf – und der Prominenteste springt ab. Der Parteichef soll auch Premierminister werden.

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Johnson will nicht. Wer soll nächster Premier von Grossbritannien werden?
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Insgesamt 931 Teilnehmer

Boris Johnson reiht sich überraschend nicht in die Reihe der Kandidaten ein. Das gab der oberste Brexit-Befürworter kurz vor Mittag (MESZ) im Anschluss an eine flammende Rede bekannt. «Das ist ein Moment der Hoffnung für Grossbritannien», sagt er. Es sei die Chance, das Land wieder zu vereinen und zu neuer Grösse zu führen.

Auf die lange, passioniert vorgetragene Einleitung, in der Johnson auch die Notwendigkeit hervorhob, für soziale Gerechtigkeit einzustehen, folgte die «Pointe», wie er selber sagte: «Nach Befragung von Kollegen und in Anbetracht der Umstände im Parlament, habe ich beschlossen, dass ich nicht die Person sein kann.» Seine Rolle sei es, der nächsten konservativen Regierung «jede mögliche Unterstützung zu geben». Eine Empfehlung für einen anderen Kandidaten sprach Johnson nicht aus.

«Ein Moment der Hoffnung» – aber ohne ihn: Boris Johnson gibt seinen Verzicht auf eine Kandidatur bekannt. (Video: Reuters)

Weitere Kandidaten

Ebenso überraschend hatte dafür zuvor Justizminister Michael Gove seine Kandidatur bekanntgegeben. Gove galt bislang als treuer Unterstützer des ehemaligen Londoner Bürgermeisters Johnson. In einer Erklärung griff er Johnson scharf an. Er glaube nicht, dass Johnson «die Führung übernehmen und das Team für die kommenden Aufgaben aufbauen» könne.

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Grossbritannien ist draussen

Auch die britische Innenministerin Theresa May bewirbt sich um die Nachfolge des scheidenden Premierministers David Cameron. Die 59-jährige Konservative kündigte ihre Kandidatur in der Nacht auf heute in der Zeitung «The Times» an. May galt neben Johnson als aussichtsreichste Anwärterin auf die Spitzenposten in Partei und Regierung.

«Es wird keine normale Führung unter normalen Umständen»: Theresa May kündigt ihre Kandidatur an. (Video: Reuters)

Und auch Energieministerin Andrea Leadsom kündigte auf Twitter ihre Kandidatur an. «Lasst uns das Beste aus den Brexit-Möglichkeiten machen», schrieb sie.

Vor May hatte zunächst nur der wenig bekannte Rentenminister Stephen Crabb seine Kandidatur offiziell erklärt. Auch Verteidigungsminister Liam Fox stieg ins Rennen ein. Wenn es mehr als zwei Kandidaten gibt, wird das Bewerberfeld per Abstimmung der Tory-Abgeordneten verkleinert.

Über die verbleibenden zwei Kandidaten sollen dann die rund 150'000 Parteimitglieder per Briefwahl abstimmen. Das Ergebnis wird für den 9. September erwartet. Cameron hatte nach dem Brexit-Votum seinen Rücktritt angekündigt. Er will es seinem Nachfolger überlassen, in Brüssel offiziell den Antrag Grossbritanniens auf Austritt aus der EU zu stellen und die Verhandlungen darüber zu führen.

Favoritin May

Vor seiner Absage galt Johnson als Favorit für Camerons Nachfolge. Nun handeln die Buchmacher May als Favoritin. Sie sagte, es werde keine normale Führung unter normalen Umständen. «Das Ergebnis (des Referendums) bedeutet, dass wir einer Periode der Unsicherheit entgegensehen, die wir direkt angehen müssen.» May war für den Verbleib Grossbritanniens in der EU. Die 59-Jährige betonte, das Ergebnis des Referendums werde respektiert. «Das Vereinigte Königreich wird die EU verlassen.»

(chk/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jim am 30.06.2016 07:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Perücke

    Ich bin für Johnson und Trump, dann kann für Parodien für beide die selbe Perücke verwendet werden.

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  • Simon am 30.06.2016 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    In jedem Land dasselbe!

    Ständig lauthals gegen die EU und das Establishment poltern, aber wenns dann hart auf hart geht, will man keine Verantwortung übernehmen! Plötzlich heisst es, all die Versprechungen, die man seit Jahren gemacht hat, waren doch nicht so gemeint! Einfach nur peinlich, dass viele Leute immer wieder auf solche Politiker reinfallen! Ist ja in der Schweiz leider nicht anders

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  • Peter P. am 30.06.2016 13:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kommt mit bekannt vor

    Zuerst laut rumtrompeten und dann wenn es darum geht zu liefern statt zu lafern, Schwänzchen einziehen und davonschleichen ;) Bei uns wäre so ein Politiker, vermutlich, Mitglied der Partei mit dem Sünneli im Logo :D

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Homie am 30.06.2016 15:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Achtet mehr auf Worte

    In Angesicht der Terroranschläge in Istanbul finde ich die Wortwahl "Bombe platzen" komplett daneben.

  • Brahim Keta am 30.06.2016 14:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das sinkende Schiff verlassen

    Da will jemand die Suppe nicht auslöffeln die er selbst eingebrockt hat. Er hat das Land in ein Schlamassel geritten. Typisch für einen rechten Politiker, dass er sich jetzt davor drückt die Arbeit zu übernehmen bis alles wieder Stabil ist

  • Samuel97 am 30.06.2016 13:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Man will nicht mit EU aber ist man draussen braucht man sie. Die Engländer sind doch amüsant im abstimmen. Meiner Meinung ist die EU nicht so schlecht wie alle immer behaupten! Ich seh schon die Daumen runter bei meinem Kommentar.

  • Pitri am 30.06.2016 13:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    war ja klar

    das ist doch typisch, die Brexit Befürworter hatten nie eine Lösung wie es danach weiter geht. Unter dem Motto nach uns die Sinflut. Jetzt da es eingetreten ist entziehen sie sich der Verantwortung.

  • jowe am 30.06.2016 13:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    .aus meiner Sicht..

    nächste Wahl?... für mich klar :-) Theresa May