Bootsunglück in Budapest

31. Mai 2019 18:25; Akt: 31.05.2019 18:25 Print

«Touristen in der Kabine hatten keine Chance»

Nach dem Bootsunglück mit sieben Toten in Budapest wird immer noch nach Opfern gesucht. Überlebende und Zeugen erzählen, wie sie das Drama erlebt haben.

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So sieht das Schiff zwei Wochen nach dem Unglück aus. Die Bergungsarbeiten haben begonnen. Sie sollen ungefähr sechs Stunden dauern. Noch immer werden acht Menschen vermisst. Nur sieben Insassen überlebten das Unglück. Während der Bergung soll das Wrack immer wieder von Tauchern untersucht werden. Wegen der starken Strömung in der Donau konnten Taucher bisher nicht in das Wrack vordringen. Der Kapitän des Kreuzfahrtschiffs war nach dem Unglück verhaftet worden. Ein sechsjähriges Mädchen und der Kapitän des Ausflugsbootes werden noch immer vermisst. Die Zahl der Toten nach dem Schiffsunglück auf der Donau ist auf 20 gestiegen. (9. Juni 2019) Nach dem schweren Schiffsunglück auf der Donau in Budapest behindern Hochwasser und starke Strömung die Suche nach den 21 Vermissten. (31. Mai 2019) Bisher konnten Taucher das in sechs Metern Tiefe liegende Schiff nicht erreichen. Zehn Angehörige der aus Südkorea stammenden Todesopfer und Vermissten reisten am 31. Mai nach Ungarn. Im Verlauf des Tages würden weitere mehr als 30 Angehörige folgen. Auch wurde die südkoreanische Aussenministerin Kang Kyung Wha in Budapest erwartet. Das gesunkene Touristenboot wurde am 30. Mai lokalisiert. Taucher versuchten, in der starken Strömung zum Wrack vorzudringen. Die Polizei hat an einer Medienkonferenz 7 Tote und 21 Vermisste bestätigt. Zudem wurde ein Video, das den Zusammenstoss zeigt, veröffentlicht. Mit diesem Schiff ist das Unglücksboot zusammengestossen, berichten ungarische Medien. Ein kleiner Schaden ist zu erkennen. Passagiere auf der «Viking Sygin» wurden nicht verletzt. Einen Tag nach dem Unglück verlassen sie das Boot. Die Suche nach den Vermissten wird durch die Strömung erschwert. Das Wrack des Unglücksboots wurde bei der Margaretenbrücke gefunden. Am Morgen nach dem Unglück suchen Einsatzkräfte mit Booten immer noch nach Vermissten. Der Grosseinsatz hat die ganze Nacht angedauert. Verygoodtour.com hat die Reise der Südkoreaner organisiert. Der Kundenservice-Leiter Lee Sang-moo entschuldigte sich im Namen des Unternehmens für das Unglück. Südkoreas Präsident Moon Jae In ordnete an, einen Krisenstab einzusetzen und zusammen mit den ungarischen Behörden «alle verfügbaren Mittel» zur Rettung der Vermissten zu ergreifen. Schiffsunglück auf der Donau in Budapest: Ein Rettungsboot sucht nach Vermissten. (29. Mai 2019) Ein Ausflugsschiff ist mit einem anderen Schiff zusammen gestossen: Retter und Polizisten kurz vor einem Sucheinsatz. Von einer Brücke aus halten die Retter nach Vermissten Ausschau. Bei den Passagieren auf dem Boot handelt es sich um Touristen aus Südkorea. Mehrere Menschen sind bei dem Unglück auf der Donau ums Leben gekommen. Das Ausflugsboot Hableany (Nixe) ist in der Nähe des Parlaments gekentert. (Archivbild) Noch immer werden zahlreiche Menschen vermisst. Passanten in Seoul verfolgen die Nachrichten aus Budapest im südkoreanischen Fernsehen.

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«Wir waren auf unseren Balkonen, als wir die Leute im Wasser sahen, die um Hilfe schrien», sagt Ginger Brinton (66) zur Nachrichtenagentur AFP. Die amerikanische Touristin war auf dem Kreuzfahrtschiff «Viking Sigyn», als es auf der Donau in Budapest zum Todesdrama kam.

«Wir haben keinen Aufprall gespürt (...) Wir haben nur die Leute im Wasser gesehen. Es war schrecklich», sagt Brinton. «Ich habe niemanden wieder auftauchen sehen», fügt Clay Findley (62), ebenfalls ein Tourist aus den USA, mit Tränen in den Augen an.

«Alle fielen ins Wasser»

Nur sieben Personen, die sich auf dem Touristenboot befunden hatten, konnten gerettet werden. Eine von ihnen ist Jung, eine 31-jährige Frau. «Die Strömung war stark und riss die Menschen mit», sagt sie zur Nachrichtenagentur Yonhap. Jung konnte sich an eine Rettungsboje klammern und hat so überlebt.

Yoon, eine weitere Überlebende, schildert, wie das Boot innert Sekunden gesunken ist. Alle an Deck seien ins Wasser gefallen. Rund zehn Personen hätten sich jedoch in der Kabine befunden. «Sie hatten keine Chance», so Yoon.

Sechsjährige vermisst

Wie die Polizei mitgeteilt hat, halfen Zivilisten bei der Rettung, bis die Einsatzkräfte vor Ort waren. Die Überlebenden kritisieren, dass es zu lange dauerte, bis die Retter zur Stelle waren.

Der Einsatz auf der Donau ist immer noch im Gang. Bislang konnte auch das gesunkene Boot nicht geborgen werden.

Auf dem Boot befanden sich 33 Touristen aus Südkorea und zwei Besatzungsmitglieder. Sieben Personen starben, sieben weitere konnten gerettet werden, die anderen werden vermisst. Unter den Vermissten ist auch ein sechsjähriges Mädchen, das mit seiner Mutter und den Grosseltern auf Reisen war.

(woz)