Töchter entführt

22. Oktober 2019 18:52; Akt: 22.10.2019 19:13 Print

Bund will IS-Gefangener den Pass entziehen

Eine Genferin entführte 2016 ihre Kinder und verschleppte sie zum Islamischen Staat. Der Bund will ihr nun das Bürgerrecht entziehen.

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Das Staatssekretariat für Migration (SEM) will einer Doppelbürgerin, die nach Syrien zum Islamischen Staat gereist war, das Schweizer Bürgerrecht entziehen. So steht es in einer Mitteilung, die am Dienstag im Bundesblatt erschienen ist.

Die 30-Jährige hat drei Töchter von drei verschiedenen Männern. Wie die «Sonntagszeitung» schreibt, besitzen alle drei Mädchen die Schweizer Staatsbürgerschaft. Die zwei älteren – noch in der Schweiz geboren – sind zwölf und sieben Jahre alt und wurden von ihrer Mutter 2016 in die von der Terrormiliz kontrollierten Gebiete entführt.

Gefangen in «Sicherheitszone»

Das jüngste Kind dagegen kam erst vor einem Jahr im Kalifat des IS zur Welt. Der Vater sei ein tunesischer Jihadist, den die Schweizer IS-Frau in Syrien geheiratet haben soll. Auch er soll einst in Genf gelebt haben, jedoch Anfang 2018 bei einem Angriff ums Leben gekommen sein.

Wie das SRF berichtet, ist die Westschweizer Mutter in einem Gefangenenlager im kurdisch kontrollierten Nordosten Syriens inhaftiert – jener Zone, die die Türkei für eine sogenannte «Sicherheitszone» beansprucht.

Die Kinder leben in einem Internierungslager unter prekären Bedingungen. Eine Rückkehr wird derzeit prioritär geprüft. Auch weil ein Mädchen verletzt sein soll.

(fss)