Máximo Líder

22. März 2011 14:43; Akt: 22.03.2011 15:42 Print

Castro schon seit fünf Jahren weg

Fidel Castro ist nach eigenen Worten schon vor fünf Jahren von allen offiziellen Posten zurückgetreten. Auch Vorsitzender der Kommunistischen Partei sei er nicht mehr.

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Kubas früherer Staatschef Fidel Castro wurde schon lange nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Fidel Castro Ruz wurde am 13. August 1926 geboren. Seine Eltern, ein spanisches Emigrantenpaar, waren reiche Zuckerrohrplantagenbesitzer und konnten Fidel und seinem Bruder Raúl eine unbeschwerte Kindheit ermöglichen. Von 1957 bis 1959 führte Castro in der Sierra Maestra eine Guerilla-Truppe an, die sich den Sturz des Diktators Fulgencio Batista zum Ziel gesetzt hatte. Kuba galt zu Zeiten Batistas als «Bordell» der USA - wie in vielen Karibikstaaten erwirtschaftete eine kleine Oberschicht Reichtümer auf Kosten der verarmten, unterversorgten und schlecht ausgebildeten Landbevölkerung. Am 1. Januar 1959 übernahmen die Rebellen nach der Flucht von Batista die Macht. 1961 scheiterte eine CIA-gestützte Invasion von Exilkubanern in der Schweinebucht gegen die Regierung Castros. Die Invasion markierte einen ersten Höhepunkt der anti-kubanischen Aktionen der USA. Unter Castro verfolgte Kuba eine Politik des Internationalismus. Im Bild: Castro 1971 zusammen mit Chiles Präsident Salvador Allende in Santiago de Chile. 1976 wird Castro zum Staatspräsidenten gewählt. Er bekleidet ausserdem das Amt des Vorsitzenden des Staatsrates und des Ministerrates und ist Oberkommandierender der Streitkräfte. Die Marathon-Reden Castros sind legendär: Der Rekord liegt bei rund zehn Stunden. 1. August 1998: Castro spricht am Nationalfeiertag zu den Einwohnern von Barbados. An diesem Tag feiern die Bewohner der Insel die Befreiung von der Sklaverei. 1999 retten Fischer den sechsjährigen Elián González aus dem Meer. Die Mutter ertrank bei ihrem Versuch, in die USA auszuwandern. Elián schafft es nach Florida. Es folgt ein politisches Gezerre. Im 2000 kehrt das Kind mit seinem Vater nach Kuba zurück. Erste Zeichen der Schwäche: 2004 stürzt der Máximo Líder bei einer Veranstaltung und bricht sich das Knie und den rechten Arm. 2006 gab er wegen einer schweren Erkrankung seine Regierungsfunktionen vorläufig an seinen jüngeren Bruder Raúl ab. Am 19. Februar 2008 verkündet Fidel Castro seinen endgültigen Rücktritt.

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Bislang war vermutet worden, dass Castro den Parteivorsitz zumindest formal noch innehat. Dafür sprach auch, dass er auf der Website der Partei immer noch als Erster Sekretär geführt wird. Sein Bruder Raúl Castro, der inzwischen die Führung des Staates übernommen hat, wird als Zweiter Sekretär genannt.

Als er 2006 erkrankt sei, sei er ohne Zögern von allen Ämtern zurückgetreten und habe auch nicht wieder versucht, diese Rollen auszuüben, erklärte Castro. Er hatte die Kommunistische Partei seit ihrer Gründung 1965 geführt.

In wenigen Wochen findet wieder ein Parteitag statt, auf dem ein neuer Vorsitzender gewählt werden soll. Es wird vermutet, dass Raúl Castro diesen Posten übernimmt. Der Parteitag soll auch wichtige wirtschaftliche Veränderungen billigen, die Raúl Castro seit der Übernahme des Präsidentenamtes schon durchgesetzt hat, so auch die begrenzte Zulassung von privaten Unternehmen.

Wenn der 79-jährige Raúl Castro die Führung der Partei übernimmt, dann wird zum ersten Mal ein Stellvertreter gewählt, der nicht der berühmten Familie angehört. Vielleicht wird damit schon dem Nachfolger von Raúl Castro der Weg bereitet.

(ap)