12. April 2005 10:15; Akt: 12.04.2005 10:15 Print

China: Japan muss Vergangenheit aufarbeiten

Nach der Welle antijapanischer Proteste in China hat Ministerpräsident Wen Jiabao Tokio aufgefordert, sich der Verantwortung für seine Vergangenheit zu stellen.

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Der japanische Überfall auf China habe seinem Volk, Asien und der ganzen Welt grosses Leid zugefügt, sagte Wen am Dienstag auf einer Pressekonferenz im indischen Neu-Delhi.

Mit Blick auf die Bemühungen Japans, ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrats zu werden, erklärte der chinesische Regierungschef, nur ein Land, dass Verantwortung für seine Geschichte übernehme und das Vertrauen der Völker in Asien gewinne, könne auch in der internationalen Gemeinschaft grössere Verantwortung übernehmen.

Die Spannungen zwischen Peking und Tokio entzündeten sich an einem neuen japanischen Schulbuch, das nach Meinung der Chinesen den Überfall auf ihr Land im Zweiten Weltkrieg und Kriegsverbrechen wie den Missbrauch zehntausender Frauen als Sexsklavinnen verharmlost. Die chinesische Regierung hat das Buch als «Gift» für die jungen Generationen bezeichnet. In den letzten Tagen war es in China zu Demonstrationen und Übergriffen auf japanische Einrichtungen gekommen.

(ap)