Geburtstag

01. Oktober 2009 07:28; Akt: 01.10.2009 12:58 Print

China feiert Geburtstag – und wie

Panzer, Raketen und ein Staatspräsident in Mao-Uniform: Mit einer Demonstration militärischer Stärke und einem immensen Sicherheitsaufwand hat China seinen 60. Geburtstag gefeiert. In Peking liess die kommunistische Führung hunderttausende Soldaten zu ihrer bisher grössten Militärparade antreten.

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Die mehr als zweistündige Demonstration militärischer Stärke und technischer Errungenschaften zeigten den Aufstieg Chinas von einem der ärmsten Länder nach dem Zweiten Weltkrieg zur drittstärksten Volkswirtschaft der Welt. In Erinnerung an die Anfänge trug Präsident Hu Jintao, der die Parade abnahm, statt des sonst üblichen Anzugs eine Mao-Uniform.

Die Führung der Kommunistischen Partei liess in Peking 100 000 Soldaten zu der sorgfältig einstudierten Militärparade antreten. Soldaten marschierten im Stechschritt über den Platz des Himmlischen Friedens (Tiananmen). Die Proben dafür sollen bis zu ein Jahr gedauert haben. Gezeigt wurden modernste Waffensysteme, Panzer und Raketen. Mehr als hundert Kampfjets und Hubschrauber donnerten im Formationsflug über den Platz. Nach dem militärischen Teil erinnerten 60 Festwagen an die Olympischen Spiele vom vergangenen Jahr, verwiesen auf das bemannte Raumfahrtprogramm und andere Symbole des Fortschritts, die für die «Wiedergeburt der grossen chinesischen Nation» stehen sollten.

«Die Zukunft liegt majestätisch im Osten»

Hu sagte auf dem Tiananmen, die Volksrepublik habe über «alle Arten von Rückschlägen und Schwierigkeiten» triumphiert und grosse Fortschritte erreicht. «Heute steuert ein sozialistisches China zur Modernisierung, die Zukunft liegt majestätisch im Osten», sagte Hu.

Das Zentrum der Hauptstadt wurde vom Platz des Himmlischen Friedens bis zur Verbotenen Stadt abgeriegelt; Anwohner, die keine offizielle Einladung zur Militärparade erhielten, wurden aufgefordert, sich die Feierlichkeiten im Fernsehen anzuschauen. Trotzdem herrschte in den Strassen vielfach eine festliche Atmosphäre.

Der schwarze Fleck der Erinnerung

Die gelöste und freudige Stimmung zeigt den Wandel Chinas seit der Machtübernahme der Kommunisten unter Führung von Mao Tse-Tung am 1. Oktober 1949. Was dabei nicht zur Sprache kam, waren die Millionen Toten im Bürgerkrieg und in der anschliessenden Kulturrevolution. Auch überdeckte die riesige Feier die grossen Herausforderungen, vor denen China steht: Die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich, die grassierende Korruption, die zahlreichen Umweltprobleme, die ungelösten ethnischen Probleme in Tibet und in Xinjiang.

Kritik an den Feiern gab es nur vereinzelt im Internet. So stellte der Blogger Li Huizhi, ein kleiner Geschäftsmann in der Stadt Guangzhou, die Frage, ob die vielen Millionen, die ausgegeben worden seien, nicht besser hätten verwendet werden können. «In China gibt es heute zahllose Orte, an denen das Geld gebraucht wird.»

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(Quelle: APTN Video)

(ap)