05. April 2005 08:51; Akt: 06.04.2005 02:14 Print

China hält Rekord bei Hinrichtungen

China hat im vergangenen Jahr nach Angaben von Amnesty International mit Abstand die meisten Menschen hingerichtet.

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Weltweit sei die Todesstrafe im Jahr 2004 an mindestens 3.797 Menschen in 25 Ländern vollstreckt worden, teilte die Menschenrechtsorganisation am Dienstag mit. Wie schon in den vergangenen Jahren seien vier Länder für die meisten Fälle verantwortlich: China mit mindestens 3.400 Hinrichtungen, Iran (mindestens 159), Vietnam (mindestens 64) und die USA mit 59.

Als Basis für die angegebene Zahl von mindestens 3.400 Hinrichtungen in China gab Amnesty Internetberichte über Exekutionen anlässlich bestimmter Feiertage und über Hinrichtungen im Rest des Jahres an. Auf dem Nationalen Volkskongress im März 2004 habe ein Delegierter allerdings gesagt, in China würden jährlich fast 10.000 Menschen hingerichtet. Die chinesische Regierung weigere sich bisher, offizielle Angaben dazu zu machen.

Die Organisation bezeichnete es als erfreulich, dass im vergangenen Jahr Bhutan, Griechenland, Samoa, Senegal und die Türkei die Todesstrafe für alle Vergehen abgeschafft hätten. Scharfe Kritik übte sie dagegen an den Entscheidungen der Regierungen Iraks und Sri Lankas, die Todesstrafe wieder zu vollstrecken. Insgesamt halten laut Amnesty noch 76 Länder an der Todesstrafe fest, 120 haben sie im Gesetz oder in der Praxis abgeschafft.

Mit Blick auf die derzeit in Genf tagende UN-Menschenrechtskommission forderte ai, die Kommission solle klarstellen, dass Todesurteile gegen Minderjährige gegen das Völkergewohnheitsrecht verstiessen. Im Jahr 2004 sei die Todesstrafe bei zur Tatzeit Minderjährigen nach Informationen von Amnesty im Iran und China vollstreckt worden. Die Menschenrechtsorganisation begrüsste ausdrücklich, dass der Oberste Gerichtshof der USA im März 2005 die Todesstrafe für minderjährige Täter abgeschafft hat.

(ap)