Keine Visa

07. März 2011 15:47; Akt: 07.03.2011 16:01 Print

China macht Tibet dicht

Aus Angst vor Protesten am dritten Jahrestag der blutigen Unruhen in Tibet haben die chinesischen Behörden die Provinz für ausländische Besucher geschlossen.

Bildstrecke im Grossformat »
Chinesische Sicherheitskräfte haben Mitte April 2011 das Kloster Kirti in Südwestchina nach Zusammenstössen abgeriegelt. Augenzeugen berichteten von einem Truppeneinmarsch in der Provinz Sichuan. Mehr als 2000 buddhistische Mönche seien von der Aussenwelt abgeschnitten. Von der «Repressionswelle» seien auch umliegende Dörfer betroffen. Chinesische Sicherheitskräfte hätten am Dienstag versucht, in das Kloster einzudringen, um Mönche zwischen 18 und 40 Jahren zur «patriotischen Umerziehung» abzuholen... ...als sich die Bevölkerung dagegen wehrte, reagierte das chinesische Militär mit Gewalt. Chinesische Sicherheitskräfte haben am 12. April versucht, in das Kloster einzudringen, um Mönche zwischen 18 und 40 Jahren zur «patriotischen Umerziehung» abzuholen. Schon im März 2011 hatte es Zusammenstösse gegeben, als es nach der Selbstverbrennung eines Mönches aus Kirti am 16. März zu Unruhen gekommen war. Besonders heftig sind die Zusammenstösse zwischen Tibetern und Chinesen seit dem Frühling 2008. Ein Militärkonvoi in Lhasa am 16.3.08. Chinesische Truppen im Anmarsch am 16.3.08. Polizei in Nepal nimmt eine junge Tibeterin fest in Katmandu am 17.3.08. Nepalesische Polizei geht in Katmandu gegen Demonstranten vor. Lhasa brennt. (Bild: REUTERS/CCTV via REUTERS TV) Ein während der Proteste verwundeter Mann auf einer Strasse in Lhasa. Ein Bild der Verwüstung in Lhasa. (Bild: REUTERS/Xinhua/Yang Guang (CHINA)) Putzen in Lhasa am 16.3.08. (Bild: REUTERS/Xinhua/Soinam Norbu) Auch ausserhalb Tibets kommt es immer wieder zu Protesten: In Indien, wo die meisten Exil-Tibeter leben, stossen regelmässig Demonstranten mit Sicherheitskräften zusammen.Bild: Keystone

Zum Thema
Fehler gesehen?

«Die Tourismusbehörde vergibt an Ausländer im März keine Besuchsgenehmigung für Tibet», erklärte am Montag ein Mitarbeiter der Xizang Reiseagentur in der tibetischen Hauptstadt Lhasa. Ob Touristen im April wieder in die Provinz reisen dürfen, sei noch unklar. Auch andere Reiseagenturen bestätigten, dass ein Besuch im März nicht erlaubt sei.

China schränkt regelmässig den Zugang zu der Gebirgsregion ein, die 1951 gewaltsam in die Volksrepublik eingegliedert wurde. Besucher der Provinz im Südwesten des Landes benötigen neben dem regulären chinesischen Visum eine spezielle Genehmigung.

Zudem dürfen sie sich nur in organisierten Gruppen unter Aufsicht eines Reiseleiters bewegen. Nachdem im März 2008 in Tibet Proteste gegen die Regierung blutig niedergeschlagen worden waren, wurde die Provinz mehr als ein Jahr für Ausländer gesperrt.

(sda)