Streithähne

28. September 2010 20:49; Akt: 28.09.2010 21:08 Print

China schneidet Japan von Rohstoffen ab

China macht im Streit mit Japan ernst: Für die japanische Industrie wichtige Rohstoffe werden nicht mehr geliefert.

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Nach dem chinesischen Embargo für «Seltene Erden» befürchtet Japan negative Auswirkungen. Der japanische Wirtschaftsminister Banri Kaieda sagte am Dienstag, die japanisch- chinesischen Beziehungen müssten so rasch wie möglich wiederhergestellt werden.

Da China rund 95 Prozent der weltweiten Produktion dieser für die Hightech-Industrie wichtigen «Seltenen Erden» kontrolliert, könne dies schwere Folgen für die japanische Wirtschaft haben. Japan importiert etwa die Hälfte aller chinesischen Lieferungen dieser Erden. Japanischen Handelsfirmen zufolge soll China seit vergangenen Donnerstag einen Lieferstopp diese Rohstoffe verhängt haben.

Die «Seltenen Erden» enthalten für moderne Technologieprodukte unverzichtbare Erze. Die daraus gewonnenen Metalle sind beispielsweise bei der Herstellung von Magneten, Computerkomponenten, Batterien für Hybrid-Fahrzeuge und zahlreichen anderen Hightech-Geräten unverzichtbar. Zwar verfügt auch Australien über grosse Vorkommen dieser Erze, doch werden sie dort nur in kleinem Massstab abgebaut.

Seit Montag würden chinesische Zollbehörden ausserdem für den Handel mit Japan bestimmte Güter besonders genau unter die Lupe nehmen, was zu entsprechenden Verzögerungen führe, teilten japanische Speditionsunternehmen mit.

Japans Finanzminister Yoshihiko Noda bestätigte, dass japanische Unternehmen über das Verhalten Chinas besorgt sind. Die Wirtschaften der beider Länder sind über mehrere Milliarden schwere Investitionen eng miteinander verflochten. Japan habe eine Bitte um Stellungnahme an Peking gesandt, sagte er.

Die Beziehungen zwischen Japan und China haben sich rapide verschlechtert, nachdem die japanische Küstenwache Anfang September in umstrittenen Gewässern einen chinesischen Fischkutter beschlagnahmte und dessen Besatzung festnahm.

Zwar entliessen die japanischen Behörden die Mannschaft nach eingehender Befragung und gaben auch das Schiff wieder frei, den Kapitän hielt Japan jedoch weiter fest. Die Spannungen zwischen den beiden Ländern nahmen danach stetig zu.

(sda)