Cyberkrieg

28. Mai 2013 13:28; Akt: 28.05.2013 13:30 Print

China spioniert US-Superwaffen aus

Das Pentagon schlägt Alarm: Chinesische Hacker haben sich laut einem geheimen Bericht Zugang zu den Plänen für hochentwickelte US-Waffensysteme verschafft.

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Der umstrittene Mehrzweck-Kampfjet F-35 ist das teuerste Waffensystem der Welt. China ist seit langem hinter den Plänen her. (Bild: Keystone/AP/Lockheed Martin)

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Der «Cyberkrieg» zwischen den Grossmächten USA und China tobt immer heftiger. Anfang Mai hat das US-Verteidigungsministerium der chinesischen Regierung und dem Militär in seinem Jahresbericht erstmals gezielte Spionageangriffe auf die Computernetzwerke des US-Militärs vorgeworfen. Ein bislang unveröffentlichter Teil eines im Januar veröffentlichten Expertenberichts geht nun noch weiter: Chinesische Hacker sollen in hochentwickelte US-Waffensysteme eingedrungen sein, schreibt die «Washington Post», der die Studie vorliegt.

Betroffen sind Abwehrsysteme wie die neuste Generation der Patriot-Raketen (bekannt als PAC-3) und das Feuerleitsystem Aegis der US-Marine, aber auch Pläne für Schiffe und Flugzeuge. Genannt werden die F/A-18, die V-22 Osprey und die F-35, das teuerste je entwickelte Waffensystem. Chinesische Versuche, an die Pläne dieses ebenso ambitionierten wie umstrittenen Kampfjets zu gelangen, sind seit Jahren bekannt.

Zulieferer als Schwachstelle

Durch den Cyber-Diebstahl könne sich China im Fall eines Konflikts einen unmittelbaren operationellen Vorteil verschaffen, heisst es im Bericht. Ausserdem würden die gestohlenen Daten die Entwicklung von eigener Waffentechnologie beschleunigen. Ein solches Muster kennt man aus dem Kalten Krieg, als die Sowjetunion mit Hilfe von Industriespionage westliche Waffensysteme kopierte. Die chinesische Regierung allerdings streitet entsprechende Vorwürfe ab und bezeichnet sich selbst als Opfer von US-Cyberangriffen.

Als grösste Schwachstelle für Angriffe gelten laut «Washington Post» die Rüstungsfirmen und vor allem deren Zulieferer. Hohe Pentagon-Beamte sollen ihre entsprechende Frustration wiederholt zum Ausdruck gebracht haben. «Manchmal wissen sie nicht, dass sie gehackt wurden, bis das FBI an ihre Türe klopft», erklärte ein hoher US-Militär. China habe auf diese Weise «Milliarden Dollar sowie 25 Jahre Forschung und Entwicklung gespart».

Engere Zusammenarbeit

Ungeachtet der Vorwürfe streben die USA eine engere militärische Partnerschaft mit China an. Man wolle bei der Friedenssicherung, beim Kampf gegen Piraterie sowie der Katastrophenhilfe enger zusammenzuarbeiten, sagte Tom Donilon, der Sicherheitsberater von Präsident Barack Obama, bei einem Treffen mit Chinas Militärführer Fan Changlong am Dienstag in Peking. Fan ist Vize-Chef von Chinas mächtiger Zentraler Militärkommission.

Sensible Themen wie die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel und die Cyber-Attacken wurden nicht angesprochen. Es wird erwartet, dass diese bei einem Treffen von Obama mit dem neuen chinesischen Präsidenten Xi Jinping in zwei Wochen auf den Tisch kommen. Die Beziehungen der beiden grössten Volkswirtschaften der Welt waren zuletzt nicht nur wegen der Vorwürfe der Cyber-Spionage, sondern auch wegen Differenzen über den Kurs der chinesischen Währung sowie die Haltung gegenüber Nordkorea angespannt.

(pbl/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Xoff Pardey am 28.05.2013 23:32 Report Diesen Beitrag melden

    der Erste!

    Ob es bald den ersten amerikanischen OpenSource-Kampf-Flieger gibt...den könnte man sich ja dann auf dem 3D-Drucker selber ausdrucken...:)

  • Smee Afshin am 28.05.2013 14:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spionage für den Weltfrieden

    Es wäre ja beunruhigend, wenn die USA militärisch einzigartig überlegen wären.

  • manuel am 28.05.2013 13:37 Report Diesen Beitrag melden

    als würde die USA..

    nicht dasselbe machen. Die haben das zeig doch erfunden?! Einseitiger Bericht!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tomas Kout am 29.05.2013 11:32 Report Diesen Beitrag melden

    Gelgenheit macht Diebe

    Wer ist denn nun Schuld? Der, der alles offen zugänglich lässt? Oder der, der die Infos besorgt? Ist doch so: Wenn ich mein Auto abstelle, den Schlüssel aber stecken lasse, werde ich bestraft, da ich den Dieb dazu verleitet habe. Aber so wie man die Amis kennt, sehen die es natürlich ganz anders!

  • Xoff Pardey am 28.05.2013 23:32 Report Diesen Beitrag melden

    der Erste!

    Ob es bald den ersten amerikanischen OpenSource-Kampf-Flieger gibt...den könnte man sich ja dann auf dem 3D-Drucker selber ausdrucken...:)

  • MergimMuzzafer am 28.05.2013 23:15 Report Diesen Beitrag melden

    Selber Schuld

    Naja selber Schuld, man muss hochsensible Daten auch nicht im Internet speichern...man muss sich eben an die Chinesen gewöhnen...

  • Beat Hemmi, Widnau am 28.05.2013 16:24 Report Diesen Beitrag melden

    Selbsterklärend

    Ist das China gemeint, mit dem BR Schneider-Ammann soeben ein Freihandelsabkommen unterzeichnet hat ?

  • PiusvonWernli am 28.05.2013 14:45 Report Diesen Beitrag melden

    lustich

    dass es immernoch leute gibt die denken die länder stecken nicht alle unter einer decke und spionieren sich gegenseitig aus...