Südchinesisches Meer

17. Februar 2016 03:30; Akt: 17.02.2016 07:13 Print

China stationiert Raketen auf umstrittener Insel

Auf Satellitenbildern ist zu sehen, wie Peking ein Abwehrsystem und eine Radaranlage auf einer Insel im Südchinesischen Meer aufgebaut hat.

storybild

Peking rüstet auf: Rege Aktivitäten im Südchinesischen Meer. (Archivbild) (Bild: Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?

China hat einem Medienbericht zufolge ein modernes Raketensystem auf einer auch von Vietnam und Taiwan beanspruchten Insel im Südchinesischen Meer stationiert. Auch eine Radaranlage sei auf Woody Island aufgebaut worden, wie das taiwanesische Verteidigungsministerium am Mittwoch mitteilte.

Die Raketen seien in den vergangenen Tagen auf der Insel eingetroffen, meldete der US-Sender Fox News am Dienstag unter Berufung auf Satellitenaufnahmen der zivilen Firma ImageSat International. Ein US-Regierungsvertreter habe die Exaktheit der Aufnahmen bestätigt.

Demnach zeigten die Bilder offenbar das HQ-9-Luftabwehrsystem. Dieses habe eine Reichweite von 200 Kilometern und könne eine Bedrohung für zivile wie militärische Flugzeuge darstellen.

USA-Asean-Gipfel für friedliche Lösung

US-Präsident Barack Obama und die Vertreter von zehn südostasiatischen Staaten haben eine «friedliche Lösung» der Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer gefordert. Dies geht aus der am Dienstag veröffentlichten Abschlusserklärung des zweitägigen USA-Asean-Gipfels im kalifornischen Rancho Mirage hervor.

«Das Militär wird anschliessenden Entwicklungen genaue Aufmerksamkeit schenken», hiess es in einer Erklärung des Ministeriums. Wichtige Parteien sollten zusammenarbeiten, «damit Frieden und Stabilität in der Region des Südchinesischen Meers aufrechterhalten werden». Sie sollten von jeglicher unilateralen Massnahme Abstand nehmen, die Spannungen steigern würde, hiess es.

Obama verlangte «konkrete Schritte»

Obama verlangte vor Journalisten «konkrete Schritte», um die Spannungen in der Region zu begrenzen und sagte die Unterstützung der USA für die Länder Südostasiens zu. Auf Einladung Washingtons hatten sich die Vertreter der Südostasiatischen Staatengemeinschaft (Asean) zum ersten Mal in den USA zu solch einem Gipfel aufgehalten. Zu der Staatengruppe gehören Thailand, Malaysia, Singapur, Indonesien, die Philippinen, Brunei, Vietnam, Laos, Burma und Kambodscha.

Erklärte Absicht der Kooperation mit den USA ist es, ein Gegengewicht zur wirtschaftlichen und militärischen Regionalmacht China zu bilden. Es sei das «gemeinsame Ziel» der USA und der Asean-Gruppe, eine «regionale Ordnung» zu etablieren, in der alle Staaten nach denselben Regeln spielten, hatte Obama zum Auftakt des Treffens erklärt.

Peking baut Häfen und Flugfelder

Peking streitet mit mehreren Asean-Staaten im Südchinesischen Meer um Territorien, wo grosse Erdöl- und Erdgasvorkommen vermutet werden. Durch das ressourcenreiche Meeresgebiet führen auch wichtige Schifffahrtsstrassen. In den vergangenen Monaten schüttete China dort mehrere Inseln auf, um Hafenanlagen und Flugfelder zu bauen und so seine Kontrolle über das Gebiet auszuweiten.

Auch wenn China in der Abschlusserklärung von Rancho Mirage nicht erwähnt wurde, so zielten die Äusserungen Obamas doch deutlich auf Peking ab. Der US-Präsident sagte vor Journalisten, die Beanspruchung von weiteren Gebieten, Bautätigkeiten und die Militärisierung der Region müssten aufhören.

(chk/sda/afp)