Regierungssturz in Ägypten

12. Februar 2011 21:50; Akt: 12.02.2011 22:00 Print

Chinas Angst vor der Revolution

Im Gegensatz zu westlichen Ländern hat China zurückhaltend auf den Machtwechsel in Ägypten reagiert. Beobachter vermuten, Peking wolle seine Bürger so davon abhalten, ebenfalls auf die Strasse zu gehen.

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Im Gegensatz zum Staatsfernsehen haben in China Zeitungen die Bilder von jubelnden Menschen gezeigt. (Bild: Keystone)

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In China veröffentlichten die meisten Zeitungen und Internetportale lediglich eine knappe Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua über den Rücktritt Mubaraks. Die Massenproteste, die letztlich zum Sturz des ägyptischen Präsidenten führten, wurden nur kurz erwähnt.

Beobachter gehen davon aus, dass China seine Bürger so davon abhalten wolle, ihrerseits gegen die Regierung zu protestieren.

In den Nachrichten des staatlichen Fernsehens war die Meldung aus Ägypten erst in der Mitte der Sendung platziert. Der Sender CCTV zeigte keine Bilder von den Demonstrationen, sondern lediglich Aufnahmen von geschlossenen Geschäften und leeren Strassen.

China hofft auf freundschaftliche Beziehungen

China gehe davon aus, dass die freundschaftlichen Beziehungen zu Ägypten auf gesunde und stabile Art fortgeführt werden.

In dem ersten grösseren Bericht der chinesischen Staatsmedien zum Rücktritt des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak warnte die Zeitung «China Daily» vor einer Einmischung aus dem Ausland.

Die Furcht vor dem Chaos

Nach dieser aussergewöhnlichen Entwicklung müsse alles getan werden, um Stabilität und Ordnung zu sichern, hiess es in dem Blatt. «Jeder politische Wandel wäre bedeutungslos, wenn das Land am Ende ein Opfer von Chaos wird.» Dies sei auch eine Gefahr für Frieden und Stabilität in der ganzen Region.

Mubarak hatte am Freitag seinen Rücktritt erklärt. Er wurde nach 30 Jahren autokratischer Herrschaft von Massenprotesten aus dem Amt getrieben. Die USA und die EU begrüssten den Rücktritt. US-Präsident Barack Obama verglich die Vorgänge in Ägypten mit dem Fall der Berliner Mauer. Die Schweiz rief alle beteiligten Parteien auf, im Interesse des Landes friedlich zusammenzuarbeiten.

(sda/ap)