Alle Zündhölzer zerstört

17. Juli 2014 15:24; Akt: 17.07.2014 15:33 Print

Chinas skurriler Kampf gegen Terror

Um gegen die Anschläge in der Unruheprovinz Xinjiang anzukämpfen, greifen chinesische Behörden zu einer seltsam anmutenden Massnahme: Sie zerstören Streichhölzer.

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In mehreren Städten der Xinjiang-Provinz haben die chinesischen Behörden Zündhölzer beschlagnahmt. Allein in der Stadt Fukang soll die Polizei 20'223 Schachteln und im Bezirk Yarkant 100'000 Schachteln zerstört haben, berichtet das amerikanische Online-Magazin «Vice» . Die Schachteln waren zuvor aus Läden, von Märkten und Hotels zurückgerufen worden.

Warum Zündhölzer? Das Vorgehen sei eine Anti-Terror-Massnahme, sagen die Behörden. Streichhölzer zu zerstören, würde «Terroristen und Extremisten davon abhalten, Sprengstoff mit explosiven Objekten, wie beispielsweise Streichhölzern, herzustellen», so die Erklärung der Behörden gemäss der britischen Zeitung «Guardian».

Um noch mehr Verwirrung ob der seltsam anmutenden Anti-Terror-Massnahme zu stiften, verteilte die Polizei Bewohnern Einwegfeuerzeuge im Austausch für Streichhölzer.

Regierung macht Uiguren für Terror verantwortlich

Die Xinjiang-Provinz ist in den letzten Monaten immer wieder von Attacken erschüttert worden. Im Mai waren bei einem Bombenanschlag auf einen Markt in Ürümqi mindestens 31 Menschen gestorben und 94 verletzt worden. Im letzten Jahr sollen bei ähnlichen Angriffen insgesamt rund 200 Menschen getötet worden sein.

Die Pekinger Führung macht für die Gewalt Extremisten der islamischen Minderheit der Uiguren verantwortlich, die in der Provinz Xinjiang nach mehr Autonomie streben. Die Regierung wirft ihnen vor, einen muslimischen Staat etablieren zu wollen.

(cfr)