Fabrik muss dichtmachen

30. April 2012 15:46; Akt: 30.04.2012 16:14 Print

Chinesen haben Chlor in der Cola

Schon wieder ein Lebensmittel-Skandal: In China ist eine Abfüllfabrik für Coca-Cola geschlossen worden. Dem populären Softdrink werde Chlor zugefügt, gab eine Firmensprecherin zu.

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Nach Medienberichten über Chlor in Coca-Cola ist in China eine Abfüllfabrik vorübergehend geschlossen worden. Eine Inspektion auf dem Gelände, Produkttests und Befragungen der Arbeiter hätten ergeben, «dass die Berichte wahr sind». Dies teilte das Gesundheitsamt der Provinz Shanxi im Norden des Landes mit. Es bezog sich damit auf Berichte, wonach der Cola gechlortes Wasser beigemengt wurde.

Eine Coca-Cola-Sprecherin bestätigte am Montag die vorübergehende Fabrikschliessung. Diese habe aber «andere Gründe», die nichts mit der Lebensmittelsicherheit zu tun hätten. «Die Chlor-Werte sind weit unter den Grenzen, die von der Weltgesundheitsorganisation, der Europäischen Union, in Nordamerika und in China empfohlen sind», betonte die Unternehmenssprecherin. Wasser wird oft mit etwas Chlor versetzt, um Bakterien abzutöten. Zu viel Chlor aber kann gesundheitsschädlich sein.

Serie von Skandalen

China wird seit Jahren immer wieder von Lebensmittelskandalen erschüttert. 2008 war massenweise Milchpulver auf den Markt gekommen, in das die gesundheitsschädliche Chemikalie Melamin gemischt worden war, um einen höheren Proteingehalt vorzutäuschen. Sechs Kinder starben, fast 300 000 Kinder mussten wegen schwerer Nierenleiden behandelt werden. Die Regierung kündigte daraufhin ein strenges Vorgehen gegen das Verunreinigen von Lebensmitteln an.

Bei besonders schweren Vergehen können Verantwortliche sogar mit dem Tod bestraft werden. Allerdings gab es in China auch nach dem Milchpulverskandal immer wieder Fälle von verseuchten Lebensmitteln. So wurden mit Schwermetallen belastete Reiskörner entdeckt, mit krebserregenden Nitraten verseuchte Bohnensprossen, chemisch gefärbte Brötchen, Schweinefleisch mit Anabolika-Rückständen oder mit einer so hohen Bakterienkonzentration, dass das Fleisch im Dunkeln buchstäblich leuchtete.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markus B am 01.05.2012 07:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überraschung?

    Jeder der schon mal eine Cola in einem Hard Rock Café in den USA getrunken hat kennt das Gefühl......

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  • kavi am 30.04.2012 19:32 Report Diesen Beitrag melden

    Kokken-Koller - Cloaca-Chlora

    Mit Schwermetallen, Nitraten, Chemiefarben, Anabolika, Bakterienherden ist aber auch vieles belastet, was hier hergestellt, vertrieben & verbraucht wird. Die modernen (Industrie)Nationen sind bei der Entwicklung neuer Toxine an forderster Front dabei. Altbekannte Noxen geraten so schon mal etwas ausser Gebrauch, falls sich ihre Plagen für die Mächtigen nicht erfolgreicher bannen lassen. Manchmal helfen schon Namensänderungen. Doch sogar Nanopartikel benehmen sich befreit wie Feinstaub.

  • M.G. am 30.04.2012 22:39 Report Diesen Beitrag melden

    Chlor ist fast überall im Trinkwasser

    Je größer der Bevölkerungsdruck umso mehr Chlor. Auch die Schweiz hat immer mehr Probleme mit Wasserknappheit. Das kommt bald auch bei uns.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Markus B am 01.05.2012 07:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überraschung?

    Jeder der schon mal eine Cola in einem Hard Rock Café in den USA getrunken hat kennt das Gefühl......

    • Jennifer Fantini am 01.05.2012 12:51 Report Diesen Beitrag melden

      überraschung?

      Wieso denn ?

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  • J.A.G am 01.05.2012 05:18 Report Diesen Beitrag melden

    In Amerika vielerorts normal.

    Chlor im trinken ist in vielen Länder eine Tatsache. Geht doch in Amerika mal in einen McDonalds oder in irgendein Restaurant, das für seinen Ice Tee oder seine Coke Wasserhahnenwasser benutzt. Schmeckt immer nach Chlor. Nur in der Nähe von Quellen hast du ungechlortes Wasser. Wo sollen die in Florida zum Beispiel richtiges Frischwasser herkriegen? Also wie kann man das in China erwarten?

    • Laura am 02.05.2012 12:23 Report Diesen Beitrag melden

      In Australien dasselbe

      Hier in Australien schmeckt das Wasser auch nach Chlor. Teilweise riecht man es sogar so stark, dass man es gar nicht trinken möchte.

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  • M.G. am 30.04.2012 22:39 Report Diesen Beitrag melden

    Chlor ist fast überall im Trinkwasser

    Je größer der Bevölkerungsdruck umso mehr Chlor. Auch die Schweiz hat immer mehr Probleme mit Wasserknappheit. Das kommt bald auch bei uns.

    • beisserchen am 01.05.2012 00:39 Report Diesen Beitrag melden

      die fluoridlüge:

      googeln sie mal nach "fluoridlüge"...

    • Marc am 01.05.2012 01:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Wasser

      Die Schweiz wird immer wasser haben xD

    • Ruedi Stöckli am 01.05.2012 03:04 Report Diesen Beitrag melden

      Wasserknappheit in CH?

      Wohl noch nie was von Seewasseraufbereitungsanlagen gehört?Die WVZ würde gerne mehr Wasser verkaufen!

    • Peter am 01.05.2012 12:38 Report Diesen Beitrag melden

      Chlor und Fluor...

      jo Beisserchen, nur geht es in dem Artikel um Chloride und nicht Fluoride. Man kann und sollte Chlorwasser zum trinken stehen lassen, Chlor zerfällt unter O2 sehr schnell,, was dann an dem typischen Chlorgeschmack erkennbar ist. In 3.Welt Ländern wird sehr oft eine Stosschlorierung alle 1-2 Monate vorgenommen um der Bildung von Bakterien im Leitungsnetz vorzubeugen. M.G. die Schweiz hat mehr als genug Wasser, im Gegenteil, es ist sogar schädlich, hier bei uns, Wasser zu sparen, die ARA's werden sonst überlastet (konzentration)

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  • kavi am 30.04.2012 19:32 Report Diesen Beitrag melden

    Kokken-Koller - Cloaca-Chlora

    Mit Schwermetallen, Nitraten, Chemiefarben, Anabolika, Bakterienherden ist aber auch vieles belastet, was hier hergestellt, vertrieben & verbraucht wird. Die modernen (Industrie)Nationen sind bei der Entwicklung neuer Toxine an forderster Front dabei. Altbekannte Noxen geraten so schon mal etwas ausser Gebrauch, falls sich ihre Plagen für die Mächtigen nicht erfolgreicher bannen lassen. Manchmal helfen schon Namensänderungen. Doch sogar Nanopartikel benehmen sich befreit wie Feinstaub.

  • J. Meyer am 30.04.2012 16:15 Report Diesen Beitrag melden

    Wundert mich wenig

    Mich würde es nur wenig wundern, wenn die Dunkelziffer der verseuchten Lebensmittel weitaus höher ist, als bekannt. Denn China reagiert ja nur dann empört, wenn solche Skandale an die Weltöffentlichkeit gelangt. Ein Land, welches die Menschenrechte nicht ernst nimmt, dürfte sicher auch keine Skrupel kennen, Lebensmittel mit verbotenen Substanzen zu strecken oder diese zumindest stillschweigend dulden, solange es unterm Teppich gedeiht.

    • Leya R am 30.04.2012 21:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Jeeeh!!

      Du sagst es!!!

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