26. April 2005 08:04; Akt: 26.04.2005 08:05 Print

Chinesisch-chinesisches Tauwetter

Zu einem als historisch gewerteten Besuch ist der taiwanische Oppositionsführer Lien Chan am Dienstag nach China abgereist.

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Der Vorsitzende der National-Partei will unter anderem am Freitag in Peking mit dem chinesischen Präsidenten Hu Jintao zusammentreffen. Seine Reise ins kommunistische Nachbarland wurde von hunderten Demonstranten am Flughafen als Ausverkauf Taiwans kritisiert. Rund 1.000 Polizisten waren zur Stelle, um den Abflug Liens sicherzustellen.

Es ist der erste China-Besuch eines Politikers der nationalistischen Partei, deren Anhänger vor 56 Jahren gegen die kommunistische Regierung in Peking kämpften und schliesslich auf die Insel Formosa, das heutige Taiwan, flohen. Die Partei regierte den Inselstaat, bis sie im Jahr 2000 in die Opposition gedrängt wurde. Lange Zeit haben die Nationalisten Kontakte von Taiwanern zu China unter Strafe gestellt, erst in den letzten Jahren wurden diese Restriktionen gelockert.

Die taiwanische Regierung unter Präsident Chen Shui Bian hat die Reisepläne Liens zunächst ebenso heftig kritisiert wie die Demonstranten am Flughafen. Später erklärte Chen jedoch, der Trip könnte ein guter Test sein für die Bereitschaft der chinesischen Regierung, die Spannungen zwischen den beiden Ländern abzubauen. China betrachtet Taiwan weiterhin als Teil der Volksrepublik und hat im Falle einer formellen Abspaltung des Inselstaats mit Krieg gedroht.

(ap)