Korruptionsprozess

31. Januar 2011 21:46; Akt: 31.01.2011 21:55 Print

Chirac trotz Alzheimer vor Gericht?

In Frankreich wird über den Gesundheitszustand von Ex-Präsident Jacques Chirac spekuliert. Derweil läuft der Veruntreuungsprozess gegen ihn weiter.

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Der frühere französische Staatspräsident Jacques Chirac will sich dem gegen ihn angestrengten Korruptionsprozess stellen. Er wies am Montag einen Bericht der Zeitung «Journal du Dimanche» zurück, wonach er möglicherweise unter der Alzheimer-Krankheit leidet. «Mache ich den Eindruck, als ginge es mir nicht gut? Mit geht es gut», sagte der 78-Jährige dem Sender BFM-TV.

Bei dem Prozess, der am 7. März beginnen soll, geht es um den Vorwurf der Veruntreuung und Untreue. In dem Skandal geht es um die mutmasslich fiktive Anstellung von 21 Personen in Chiracs Büro in der Zeit von 1992 bis 1995, als er Bürgermeister von Paris war.

Diese Angestellten wurden vom Rathaus bezahlt, obwohl sie nicht für die Stadt arbeiteten. Unter den Nutzniessern der «Gefälligkeitsjobs» waren die Frau eines Exministers und der Chauffeur eines Gewerkschaftsbosses. Von 1995 bis 2007 war Chirac französischer Staatspräsident und genoss als solcher Immunität.

Chirac bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Im September hatte er sich auf einen Vergleich mit der Pariser Stadtverwaltung eingelassen. Chirac zahlte der Stadt 2,2 Millionen Euro Entschädigung, der Stadtrat zog im Gegenzug seine Klage zurück.

Am Montag entschied ein Gericht, dass ein Antrag, diese Vereinbarung für null und nichtig zu erklären, im Laufe des anstehenden Prozesses überprüft werden soll.

(ap)