Verurteilter Milliardär

21. Juni 2011 11:15; Akt: 21.06.2011 11:16 Print

Chodorkowski verbüsst Haft in Strafkolonie

Der frühere russische Oligarch Michail Chodorkowski ist in eine Strafkolonie in der nordwestlichen Provinz Karelien nahe der finnischen Grenze gebracht worden.

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Michail Chodorkowski muss seine Reststrafe an der finnischen Grenze verbüssen. (Bild: Reuters/Sergei Karpukhin)

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Angehörige und Anwälte waren seit dem 10. Juni, als Chodorkowski aus einem Moskauer Gefängnis verlegt wurde, im Unklaren über dessen Aufenthaltsort gelassen worden. Auf der Website seiner Anwälte hiess es am Montag, Chodorkowskis Eltern seien von Gefängnisbeamten informiert worden, wo sich ihr Sohn befindet. Der einst reichste Mann Russlands soll in Karelien den Rest seiner 13-jährigen Freiheitsstrafe verbüssen.

Der ehemalige Milliardär war im vergangenen Dezember zu 14 Jahren Haft verurteilt worden, nach einer Berufung wurde das Strafmass auf 13 Jahre reduziert. Dabei wird auch die nun zu Ende gehende erste - achtjährige - Haftstrafe Chodorkowskis angerechnet. Diese hatte er in der entlegenen Region Chita in Sibirien abgesessen. Nun befindet er sich laut russischen Medienberichten in der Strafkolonie Nr. 7 in der Nähe der Stadt Segescha.

Bis 2016 in Haft

Chodorkowskis neuer Haftort befindet sich näher an Moskau als der vorherige. Der 47-Jährige muss noch bis 2016 in Haft bleiben. Seine Anhänger halten seine Verurteilung wegen Steuerhinterziehung und Betrug für politisch motiviert. Michail Chodorkowski werde bestraft, weil er unter anderem Oppositionsparteien finanziell unterstützt und damit den damaligen Präsidenten Wladimir Putin herausgefordert habe.

Der heutige Präsident Dmitri Medwedew erklärte in einem Interview mit der «Financial Times», Chodorkowski habe das Recht auf vorzeitige Haftentlassung und auf Begnadigung. Ein solcher Schritt wäre keine Bedrohung für die Gesellschaft. «Von welchen Bedrohungen kann man da sprechen?» fragte Medwedew. Allerdings hatten russische Beamte bislang betont, Chodorkowski müsse sich schuldig bekennen, um für eine Begnadigung in Frage zu kommen – was der frühere Chef des Ölkonzerns Jukos ausgeschlossen hat.

(pbl/ap)