Terroranschlag mit 51 Toten

26. März 2020 02:37; Akt: 26.03.2020 08:44 Print

Christchurch-Attentäter plädiert auf schuldig

Brenton Tarrant hatte am 15. März 2019 in zwei Moscheen in Neuseeland 51 Menschen getötet. Überraschend hat er nun ein Schuldeingeständnis eingereicht.

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Sein Schuldeingeständnis umfasst alle 51 Anklagepunkte wegen Mordes: Brenton Tarrant bekennt sich nach seinem Anschlag auf zwei Moscheen in Christchurch vor rund einem Jahr überraschend für schuldig. (16. März 2019) «Rassismus existiert, aber er ist hier nicht willkommen»: die neuseeländische Regierungschefin Jacinda Ardern an der Gedenkfeier für die Opfer rund zwei Wochen nach dem Attentat. (29. März 2019) Tausende Menschen nahmen am Freitag (Ortszeit) an der nationalen Gedenkfeier in einem Park in Christchurch teil. (29. März 2019) Am Freitag vergangener Woche hatte Neuseeland bereits mit zwei Schweigeminuten an die Todesopfer erinnert. (29. März 2019) Der Sänger Yusuf Islam führte seinen Song «Peace Train» (Friedenszug) auf. Der unter dem Namen Cat Stevens bekannte Star konvertierte in den siebziger Jahren zum Islam. (29. März 2019) Zaed Mustafa (l.), der seinen Vater und seinen Bruder beim Terroranschlag vom letzten Freitag verloren hat, wird zum Freitagsgebet in Christchurch begrüsst. Neuseeland gedenkt eine Woche nach der Attacke auf zwei Moscheen der 50 Todesopfer. (22. März 2019) Erste Beisetzungen: Zaed (Mitte) wird zur Beerdigung seines Vaters und Bruders gebracht. (20. März 2019) Am Samstag verstarb das 50. Opfer der Terror-Attacke von Christchurch. (16. März 2019) Der Schock und die Trauer sind gross. Der Moschee-Attentäter von Christchurch ist am Samstag (Ortszeit) erstmals einem Richter vorgeführt worden. Er zeigte vor Medienvertretern den rechtsextremen «White Power»-Gruss. (16. März 2019) Neuseelands Regierungschefin Jacinda Ardern lobt den Mut zweier Polizisten. Sie hatten den Attentäter von Christchurch 36 Minuten nach dem ersten Notruf festgenommen Yama Nabi hat bei der Attacke seinen Vater Daoud verloren. Der 71-Jährige hat sich laut Medienberichten vor eine andere Person geworfen haben, um sie vor Brenton Tarrant zu schützen. Dafür zahlte er mit seinem Leben. In ganz Neuseeland bekunden Menschen ihre Trauer. Hier legt eine Frau Blumen vor die Moschee in Dunedin im Süden der Südinsel. (16. März 2019) 49 Kerzen brennen für die Opfer des Anschlags. Am Abend ist die Moschee in Christchurch noch immer von Polizisten umstellt. Bewaffnete Einsatzkräfte weisen Zivilisten darauf hin, den Tatort zu verlassen. (15. März 2019) Verzweifelte Angehörige stehen vor einer der beiden attackierten Moscheen und warten auf Informationen. Menschen vor der Moschee im Stadtzentrum von Christchurch sind ob des Attentats schockiert. Viele suchen noch nach ihren Angehörigen. Der australische Premier bestätigte, dass es sich bei einem der Schützen um einen rechtsextremen Australier handelt. Der Täter streamte seine Tat über Social Media. Im Video sieht man mehrere Waffen auf dem Beifahrersitz, die mit Buchstaben und Symbolen übersät sind. Der Schütze trug bei seinem Angriff eine schusssichere Weste. Zudem trug er ein Symbol, das im Zusammenhang mit Hitlers SS verwendet wird. Auf die Ausrüstung hat der Schütze Namen geschrieben, darunter auch solche von anderen Attentätern. Die Bilder postete er auf Social Media. Auch die Magazine sind voller Namen. Zudem hat er migrationsfeindliche Sprüche und Symbole verwendet. «Ernste Lage»: Dutzende Menschen wurden beim Attentat verletzt. (15. März 2019) Die neuseeländische Polizei warnte vor einem «aktiven Schützen». Örtliche Medien berichteten, in einer Moschee habe es mehrere Opfer gegeben, eine andere sei geräumt worden. Ein Augenzeuge sagte dem Sender Radio New Zealand, er habe Schüsse gehört und vier Menschen auf dem Boden liegen gesehen, mit «Blut überall». Die Polizei rief dazu auf, im Zentrum von Christchurch nicht auf die Strasse zu gehen und jedes verdächtige Verhalten zu melden. Unklar war zunächst, wie viele Menschen sich zum Tatzeitpunkt in der Moschee aufhielten und ob die Schüsse während des traditionellen Freitagsgebets fielen. Angriff auf eine Moschee in Christchurch. Angriff auf eine Moschee in Christchurch.

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Ein gutes Jahr nach dem Terroranschlag auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch hat sich der angeklagte 29-jährige Australier Brenton Tarrant überraschend für schuldig bekannt. Dies teilte die neuseeländische Polizei am Donnerstag mit.

Tarrant habe am Donnerstag vor dem Gericht in Christchurch die 51 Morde und 40 versuchten Morde zugegeben, hiess es. Zuvor hatte der australische Rassist noch stets erklärt, in allen Anklagepunkten unschuldig zu sein.

Am 15. März 2019 hatte er in zwei Moscheen 51 Menschen getötet und dutzende Personen verletzt. Die Attacke übertrug er per Helmkamera live im Internet. Vor dem Blutbad hatte Tarrant eine Kampfschrift mit rassistischen Parolen ins Netz gestellt. Vorgeworfen wird ihm auch Terrorismus. Derzeit sitzt er in einem Gefängnis in Auckland, mehr als 1000 Kilometer nördlich von Christchurch.

Warten auf Urteil

Der Termin vor dem Gericht am Donnerstag war spontan anberaumt worden. Der Angeklagte wurde per Video zugeschaltet. Nach Medienberichten wurden ihm die Namen aller 51 Getöteten vorgelesen, bevor er nach seiner Schuld gefragt wurde. «Oh, ok, ja, schuldig», sagte er Berichten örtlicher Medien zufolge.

Tarrant soll bis 1. Mai 2020 in Untersuchungshaft genommen werden. Der Polizei zufolge soll aber kein Urteil gesprochen werden, so lange nicht alle Überlebenden der Tragödie, die wollten, bei der Verhandlung dabei sein könnten. Dies werde aufgrund der Coronavirus-Pandemie längere Zeit nicht möglich sein.

Vielerorts Erleichterung

Ein Grund für seinen Sinneswandel des Attentäters wurde nicht genannt. Das Schuldeingeständnis bedeutet, dass es nun keinen Prozess zu dem Anschlag auf die beiden Moscheen in Christchurch geben wird. Der Prozess hätte Anfang Juni beginnen sollen.

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern sagte am Donnerstag, den Überlebenden und Hinterbliebenen bringe das Schuldeingeständnis ein gewisses Mass an Erleichterung. Ihnen bleibe nun «die Qual eines Prozesses» erspart. Die Behörden hatten zudem befürchtet, dass der Täter den Prozess als Plattform missbrauchen könnte, um seine rassistische Weltanschauung weiter zu propagieren.

(scl/sda)