Berlusconis Sexskandal

29. März 2011 19:14; Akt: 29.03.2011 19:15 Print

Clooney soll im Rubygate-Prozess aussagen

Die Verteidigung des italienischen Präsidenten Silvio Berlusconi hat im Prozess um die Ruby-Affäre einen prominenten Zeugen geladen: Der Hollywood-Star George Clooney soll vor Gericht aussagen.

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Im Prozess um die Ruby-Affäre des italienischen Regierungschefs Silvio Berlusconi hat dessen Verteidigung unter anderen den US-Schauspieler George Clooney als Zeugen geladen.

Das erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag von einem mit dem Dossier vertrauten Anwalt Berlusconis. Demnach wurden auch Aussenminister Franco Frattini, Gleichstellungsministerin Mara Carafagna und Bildungsministerin Maria Stella Gelmini als Zeugen benannt.

Insgesamt umfasse die Liste 78 Namen, darunter Clooneys Freundin, die italienische Schauspielerin Elisabetta Canalis. Clooney besitzt ein Haus am Comer See in Norditalien, nicht weit von Berlusconis Villa in Arcore. Dem Anwalt zufolge sagte Ruby, dass Clooney und seine Freundin bei einer der Partys in Berlusconis Villa zugegen waren.

Anklage wegen Amtsmissbrauchs

Der Prozess wegen der Ruby-Affäre soll am 6. April in Mailand beginnen. Berlusconi ist wegen Amtsmissbrauchs und Förderung der Prostitution mit einer Minderjährigen angeklagt. Berlusconi unterhielt der Staatsanwaltschaft zufolge zwischen Februar und Mai 2010 von ihm bezahlte «sexuelle Beziehungen» zu der im November 1992 geborenen Ruby.

Der Ministerpräsident soll zudem sein Amt missbraucht haben, um im Mai 2010 Rubys Freilassung zu erwirken, als diese wegen Diebstahlsverdachts in Polizeigewahrsam war. Sowohl Berlusconi als auch Ruby bestreiten, miteinander Sex gehabt zu haben.

Der 74-jährige Regierungschef gibt an, dass er sich nur deshalb für Rubys Freilassung eingesetzt habe, weil er der Meinung gewesen sei, sie sei die Nichte des damaligen ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak. Der Name Ruby geht auf ihren Spitznamen Ruby Rubacuori (Ruby Herzensbrecherin) zurück. Mit bürgerlichem Namen heisst die Marokkanerin Karima el Mahroug.

(sda)