Bei Bergungsarbeiten

02. Februar 2014 09:51; Akt: 02.02.2014 10:16 Print

Costa Concordia fordert weiteres Todesopfer

Bei Bergungsarbeiten am Schiffswrack vor der Insel Giglio (I) ist ein Taucher tödlich verunfallt. Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet.

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Am zeigen Bilder, dass offenbar noch kein Öl aus dem havarierte Schiff ausgelaufen ist. Am 14. Juli tritt die Bergung des Costa Concordia in die letzte Phase. Mit speziellen Tanks soll der Rumpf aus einer Wassertiefe von 30 Metern um zwölf Meter angehoben werden. Anschliessend soll das Schiff zur Verschrottung nach Genua geschleppt werden. Der Abtransport des Wracks zog unzählige Schaulustige nach Giglio. Das Kreuzfahrtschiff trieb bis Ende Januar 2014 noch immer vor der Insel Giglio. Experten durchsuchten das Wrack nach Hinweisen zur Havarie. Sie steht wieder! In den frühen Morgenstunden des 17. September 2013 war die Aufrichtung der Costa Concordia vollbracht. Ganze 19 Stunden hat die sogenannte Parbuckling-Operation vor der italienischen Insel Giglio gedauert - länger, als geplant. «Besser hätte es nicht laufen können» freut sich Franco Porcellacchia, Projektmanager der Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere, der die «Costa Concordia» gehört. Noch nie wurde das Verfahren auf ein so grosses Schiff wie die Costa Concordia angewendet. Erstmals seit über einem Jahr ist die Steuerbordseite des Schiffs zu sehen. Seit dem 13. Januar 2012 war die rechte Seite unter Wasser. Am Morgen des 17. Septembers 2013 sind die Schäden sichtbar. Doch das schwer beschädigte Schiff hielt den ungeheuren Kräften stand, die beim Aufrichten auf das Gefährt einwirkten. Experten begutachten die Schäden. Sie halten jedes Detail mit der Kamera fest. Eine Nahaufname der Steuerbordseite der «Costa Concordia». Jetzt beginnt auch die Suche nach den beiden Toten wieder, die sich nach wie vor auf dem Schiff befinden sollen. Bei den Vermissten handelt es sich um die italienische Passagierin Maria Grazia Tricarico und das indische Crew-Mitglied Russel Rebello. So weit kam die Crew am 16. September 2013, bevor es dunkel wurde. Wegen eines Gewitters konnte die Bergung nicht wie geplant um 6:00 Uhr morgens beginnen. Die Bergung des Riesendampfers ist ein Medienereignis. Via Youtube konnte die Bergung Live mitverfolgt werden. Um 09:00 Uhr konnte dann die Aufrichtung beginnen. Beim Unglück am 13. Januar 2012 kamen 32 Menschen ums Leben. 36 Stahlseile waren nötig, um das Wrack zu bewegen.

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Ein Taucher, der am Wrack des vor zwei Jahren havarierten Kreuzfahrtschiffes Costa Concordia vor der toskanischen Insel Giglio am Werk war, ist am Samstag ums Leben gekommen. Der 42-jährige Spanier verunglückte während der Installierung von Schwimmkästen.

Der Taucher stand im Dienste der mit der Bergung des Wracks beauftragten Firma Titan Micoperi, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete. Der Mann soll verblutet sein, nachdem sich ein Bein zwischen Blechteilen eingeklemmt hatten.

Der erste Arbeitsunfall seit der Aufrichtung

Die Baustelle an Bord der Costa Concordia wurde gesperrt. Die Staatsanwaltschaft der toskanischen Stadt Grosseto leitete eine Ermittlung wegen fahrlässiger Tötung ein. Es handelt sich um den ersten Arbeitsunfall an Bord der Costa Concordia, die im vergangenen September aufgerichtet worden war.

Das Wrack soll im Juni von der Insel Giglio weggeschleppt werden. Die Regierung in Rom teilte kürzlich mit, dass das Schiff in Italien abgewrackt wird. Der toskanische Hafen Piombino, der der Insel Giglio am nächsten liegt, hat Finanzierungen für Erweiterungsarbeiten erhalten, die die Abwrackung eines Schiffes der Dimension der Costa Concordia ermöglichen sollten.

Auch die Civitavecchia bei Rom und Livorno buhlen um den Grossauftrag. In Livorno befindet sich die Werft des Schiffbauriesen Fincantieri, der die Costa Concordia gebaut hat und noch über die Konstruktionspläne verfügt.

(ale/sda)