Havariertes Schiff

12. Juli 2014 20:54; Akt: 13.07.2014 11:49 Print

Costa Concordia vor der letzten Reise

Die Bergung der Costa Concordia kann beginnen. Schon am Montag soll das Wrack nach Genua geschleppt werden.

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Am zeigen Bilder, dass offenbar noch kein Öl aus dem havarierte Schiff ausgelaufen ist. Am 14. Juli tritt die Bergung des Costa Concordia in die letzte Phase. Mit speziellen Tanks soll der Rumpf aus einer Wassertiefe von 30 Metern um zwölf Meter angehoben werden. Anschliessend soll das Schiff zur Verschrottung nach Genua geschleppt werden. Der Abtransport des Wracks zog unzählige Schaulustige nach Giglio. Das Kreuzfahrtschiff trieb bis Ende Januar 2014 noch immer vor der Insel Giglio. Experten durchsuchten das Wrack nach Hinweisen zur Havarie. Sie steht wieder! In den frühen Morgenstunden des 17. September 2013 war die Aufrichtung der Costa Concordia vollbracht. Ganze 19 Stunden hat die sogenannte Parbuckling-Operation vor der italienischen Insel Giglio gedauert - länger, als geplant. «Besser hätte es nicht laufen können» freut sich Franco Porcellacchia, Projektmanager der Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere, der die «Costa Concordia» gehört. Noch nie wurde das Verfahren auf ein so grosses Schiff wie die Costa Concordia angewendet. Erstmals seit über einem Jahr ist die Steuerbordseite des Schiffs zu sehen. Seit dem 13. Januar 2012 war die rechte Seite unter Wasser. Am Morgen des 17. Septembers 2013 sind die Schäden sichtbar. Doch das schwer beschädigte Schiff hielt den ungeheuren Kräften stand, die beim Aufrichten auf das Gefährt einwirkten. Experten begutachten die Schäden. Sie halten jedes Detail mit der Kamera fest. Eine Nahaufname der Steuerbordseite der «Costa Concordia». Jetzt beginnt auch die Suche nach den beiden Toten wieder, die sich nach wie vor auf dem Schiff befinden sollen. Bei den Vermissten handelt es sich um die italienische Passagierin Maria Grazia Tricarico und das indische Crew-Mitglied Russel Rebello. So weit kam die Crew am 16. September 2013, bevor es dunkel wurde. Wegen eines Gewitters konnte die Bergung nicht wie geplant um 6:00 Uhr morgens beginnen. Die Bergung des Riesendampfers ist ein Medienereignis. Via Youtube konnte die Bergung Live mitverfolgt werden. Um 09:00 Uhr konnte dann die Aufrichtung beginnen. Beim Unglück am 13. Januar 2012 kamen 32 Menschen ums Leben. 36 Stahlseile waren nötig, um das Wrack zu bewegen.

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Zweieinhalb Jahre nach dem tragischen Unglück vor der italienischen Insel Giglio geht die beispiellose Bergung des Kreuzfahrtschiffes «Costa Concordia» in ihre entscheidende Phase. Der nach seinem Kentern wieder aufgerichtete Stahlgigant soll am Montag für seine letzte Reise um mehrere Meter angehoben werden.

Glückt das Unternehmen, wird das Schiff zur Verschrottung nach Genua geschleppt. Der Leiter des Unterfangens, der Südafrikaner Nick Sloane, beschreibt die Anhebung als «kritischsten» Moment des Projekts. «Ein so grosses Passagierschiff wieder schwimmfähig zu machen, wurde noch nie zuvor versucht», sagt der 53-Jährige.

Nachdem das Schiff im vergangenen Herbst aus seiner Seitenlage wieder aufgerichtet wurde, soll nun der Rumpf aus einer Wassertiefe von 30 Metern um zwölf Meter angehoben werden.

Dafür befestigten Ingenieure und Techniker 30 Wassertanks an beiden Flanken des mehr als 114'000 Tonnen schweren Kolosses. Wenn das Wasser mit Hilfe komprimierter Luft aus den Tanks gedrückt wird, treiben sie auf und heben so das Schiff an - soweit die Theorie.

«Das schlimmste Szenario wäre, wenn das Schiff auseinander bricht oder kippt», sagt Greenpeace-Expertin Giorgia Monti. Sie und andere Beobachter der Umweltschutzorganisation wollen die Anhebung und die letzte Fahrt des Schiffes begleiten.

Fatale Folgen für die Umwelt

Im Falle eines Scheiterns der mehr als eine Milliarde Euro teuren Operation wären die Folgen für das Meeresschutzgebiet rund um Giglio fatal. Das Schiff ist geflutet mit mehr als 250'000 Kubikmetern verschmutztem Wasser. Geschätzte 100 Tonnen Treibstoff sind noch immer an Bord.

Zudem treiben im Inneren des Schiffes die Bruchteile der Inneneinrichtung. Selbst im Erfolgsfall wird während der mehr als 200 Kilometer langen Fahrt zum Hafen von Genua Dreck ins Meer gelangen. Die Eigentümerin des Schiffes, die Reederei Costa Crociere, beteuert, die zu erwartende Umweltbelastung entspreche der eines jeden anderen Schiffes, das die viel befahrene Region passiert.

Während der vier bis fünf Tage dauernden Fahrt Richtung Norden, vorbei an den Inseln Korsika und Elba, wird zur Sicherheit der Luftraum gesperrt und der Schiffsverkehr eingeschränkt. Eine Vorhut soll zudem nach Walen und Delfinen Ausschau halten und diese gegebenenfalls von der Route der «Costa Concordia» vertreiben.

Anheben und Hochpumpen

Nachdem die Umweltschutzaufsicht am Samstag grünes Licht gab, kann die Hebe-Operation am frühen Montagmorgen beginnen. Zunächst wird das Schiff nur um zwei Meter angehoben und dann um 30 Meter versetzt. Anschliessend erfolgt das Hochpumpen um die übrigen zehn Meter. Ingenieure werden dabei Deck für Deck, die das Meer freigibt, auf Schäden untersuchen.

Die Abfahrt des Schlepptrosses wurde für den 21. Juli angesetzt. Immer vorausgesetzt, dass der Wind nicht stärker als mit 30 Stundenkilometern weht und die Wellen nicht höher als zweiter Meter schlagen.

32 Menschen starben, als die «Costa Concordia» wegen des Leichtsinns ihrer Besatzung am 13. Januar 2012 mit 4229 Menschen an Bord kenterte. Wenn das Schiff wie geplant Genua erreicht, wird es unweit jener Werft verschrottet, die den Dampfer im Jahr 2006 gebaut hatte.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heinrich am 13.07.2014 09:04 Report Diesen Beitrag melden

    Verschmutzung?

    Wie kann man nur verhindern, dass beim Abschleppen der ganze Blast an herumliegenden Dingen rausgespült wird?

  • kurt am 13.07.2014 09:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    besser ein riff

    man hätte sie besser versenkt. das lieben Taucher und die tierwelt

  • ???????? am 12.07.2014 22:37 Report Diesen Beitrag melden

    Ist Schiettino eigentlich frei?

    Was macht der ehem. Kapitän?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • kurt am 13.07.2014 09:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    besser ein riff

    man hätte sie besser versenkt. das lieben Taucher und die tierwelt

  • Heinrich am 13.07.2014 09:04 Report Diesen Beitrag melden

    Verschmutzung?

    Wie kann man nur verhindern, dass beim Abschleppen der ganze Blast an herumliegenden Dingen rausgespült wird?

  • ???????? am 12.07.2014 22:37 Report Diesen Beitrag melden

    Ist Schiettino eigentlich frei?

    Was macht der ehem. Kapitän?

    • Franziskus am 13.07.2014 00:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      ist ja klar

      Der fährt auf den Zürichsee auf der Pantarei.

    • Bootsfahrer am 13.07.2014 00:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Kastbesuch bei Hoeness

      Der kann jetzt schön im Knast Kreuzfahrtschiff-Simulator spielen.

    • Max am 13.07.2014 01:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      nicht alleine

      er ist eine pfeife wie er sich benommen hat sind wir aber erlich wo der mensch ist pasieren fehler würden wir jeden in den knast stecken der ein fehler gemacht hat würde niemand mehr arbeiten. ich wil ihn nicht in den schutz nehmen aber alleine ist er nicht schuld und wenn die menschen bei sinkendem schif in die kabine gehen dann frag ich mich auch hier an denen ihre inteligenz.

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