Affäre Strauss-Kahn

01. Dezember 2011 23:07; Akt: 02.12.2011 09:22 Print

DSKs suggestiver Blick im Adamskostüm

In einem Buch werden neue Einblicke in die «Zimmermädchen-Affäre» geliefert. Dominique Strauss-Kahn soll «einvernehmlichen Sex-Kontakt» zugegeben haben. Auch die Komplott-Theorie wird neu aufgerollt.

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Das Zimmermädchen Nafissatou Diallo soll DSK laut Enthüllungsbuch einen «suggestiven Blick» zugeworfen haben. (Bild: AFP)

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Ein Getreuer von Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn gibt in einem Buch neue Einblicke in die «Zimmermädchen- Affäre». Der Autor greift Behauptungen auf über eine Komplott-Theorie. Zudem habe der Gestrauchelte einen Sex-Fehltritt gestanden, behauptet er.

Einen «einvernehmlichen, aber dummen Sex-Kontakt» mit dem Zimmermädchen Nafissatou Diallo am 14. Mai soll Strauss-Kahn zugegeben haben, glaubt man seinem Biografen Michel Taubmann. Nach dessen Beschreibung der Szene im Hotelzimmer habe das Zimmermädchen Strauss-Kahn «im Adamskostüm» einen «suggestiven Blick» zugeworfen.

Diesen Blick habe Strauss-Kahn als «Aufforderung» interpretiert. Taubmann hatte im französischen Radiosender France-Info betont, die Sex-Episode mit Diallo sei inszeniert worden, um den Hoffnungsträger der Sozialisten für das Präsidentenamt in Frankreich aus dem Rennen zu werfen. Der Autor ist Strauss-Kahns Biograf und ein treuer Parteigänger.

Diallos Anwälte weisen Darstellung zurück

Diallos US-Anwälte haben das angebliche Einverständnis des Zimmermädchens zum Sex wie auch die Komplott-Theorie gegenüber der Nachrichtenagentur DPA zurückgewiesen. Strauss-Kahn liess am Abend über seinen Anwalt Frédérique Baulieu erklären, die Äusserungen Dritter verpflichteten ihn nicht.

Wörtlich heisst es in einer von der Nachrichtenagentur AFP verbreiteten Erklärung: «Angesichts der aktuellen Vielzahl an Interpretationen der mich betreffenden Ereignisse möchte ich versichern, dass ich mich weder schriftlich noch durch oft nicht exakte Erklärungen oder Zeugenaussagen von wem auch immer verpflichtet fühle.» Er äussere sich nur vor der französischen und der US-Justiz.

Verschwundenes Handy als «Kronzeuge

Taubmann greift in seinem am Donnerstag auf den Markt gekommenen Buch mit dem Titel «Affäre DSK - die Gegenuntersuchung» auch die kursierende Komplott-Theorie gegen den Politiker auf. Als Beleg der Komplott-Theorie führt er das Verschwinden von Strauss-Kahns Blackberry mit vertraulichen Nachrichten an.

Er behauptet, das Zimmermädchen habe durchaus Strauss-Kahns Computerhandy stehlen können, das angeblich bis zum heutigen Tag verschwunden ist. Nachweise dafür liefert er keine.

Strauss-Kahn soll festgestellt haben, dass seine Mailbox abgehört worden sei. Die mysteriösen Informationen sollen hohen Vertretern der Regierungspartei UMP in die Hände gespielt worden seien, behauptet der Autor weiter.

Als Folge der Vergewaltigungsvorwürfe in den USA war Strauss-Kahn von seinem Posten als Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückgetreten. Begraben hat er auch seine Hoffnung, als aussichtsreichster Kandidat der Sozialisten gegen Präsident Nicolas Sarkozy im Präsidentenwahlkampf anzutreten.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mir Hossein am 02.12.2011 08:49 Report Diesen Beitrag melden

    Ist ja ein Ding...

    Wir erleben hier Live, wie ein Täter zu einem Opfer gemacht wird... Skandalös!

  • R. Buess am 02.12.2011 02:13 Report Diesen Beitrag melden

    Anstand!

    Die Sensationslust gewisser Menschen ist unglaublich! Die US- Behoerden haben den Mann ebtlastet, freigesprochen und freigelassen, was will man mehr!? Ausserdem, was geht uns das an, wie er es wie und mit wem macht!? Das ist Intim und muss es auch bleiben, ich bin sicher, dass es die meisten ablehnen wuerden, wenn jemand Details aus ihrem Liebesleben in die Oeffentlichkeit traegt oder ueber sexuelle Vorlieben plaudert! Ein wenig Anstand muss bleiben!

  • Absolut glaubwürdig? am 02.12.2011 00:11 Report Diesen Beitrag melden

    Fantastische Geschichte!!!

    Und alles geschah während eines einvernehmlichen Mittagessens mit seiner Tochter. Dass DSK eine sprechende Mailbox besitzt, die abgehört wurde, setzt dem ganzen widerlichen Märchen noch das Sahnehäubchen auf. Ob er nun Finanzen oder Frauen vergewaltigte ist wohl einerlei.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mir Hossein am 02.12.2011 08:49 Report Diesen Beitrag melden

    Ist ja ein Ding...

    Wir erleben hier Live, wie ein Täter zu einem Opfer gemacht wird... Skandalös!

  • R. Buess am 02.12.2011 02:13 Report Diesen Beitrag melden

    Anstand!

    Die Sensationslust gewisser Menschen ist unglaublich! Die US- Behoerden haben den Mann ebtlastet, freigesprochen und freigelassen, was will man mehr!? Ausserdem, was geht uns das an, wie er es wie und mit wem macht!? Das ist Intim und muss es auch bleiben, ich bin sicher, dass es die meisten ablehnen wuerden, wenn jemand Details aus ihrem Liebesleben in die Oeffentlichkeit traegt oder ueber sexuelle Vorlieben plaudert! Ein wenig Anstand muss bleiben!

  • Absolut glaubwürdig? am 02.12.2011 00:11 Report Diesen Beitrag melden

    Fantastische Geschichte!!!

    Und alles geschah während eines einvernehmlichen Mittagessens mit seiner Tochter. Dass DSK eine sprechende Mailbox besitzt, die abgehört wurde, setzt dem ganzen widerlichen Märchen noch das Sahnehäubchen auf. Ob er nun Finanzen oder Frauen vergewaltigte ist wohl einerlei.