Wahlkampf-Waffe

27. Oktober 2016 23:42; Akt: 27.10.2016 23:42 Print

Darum warnen Trump und Clinton vor 3. Weltkrieg

Hillary Clinton würde einen Dritten Weltkrieg verursachen, sagt Donald Trump. Dasselbe unterstellt die Demokratin dem Republikaner.

Donald Trump wirft Hillary Clinton vor, sie habe keinen Plan in Sachen Aussenpolitik und ihre Pläne würden zu einem Weltkrieg führen. (Video: Reuters)

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In seiner heissen Endphase ist der erbittert geführte Kampf um die US-Präsidentschaft in die nukleare Hysterie abgeglitten. Donald Trump schreckte am Dienstag nicht davor zurück, Hillary Clinton als tödliche Gefahr für den Weltfrieden darzustellen. Es war die Retourkutsche für ähnliche Anwürfe in umgekehrter Richtung.

In einem aussenpolitischen Interview mit Reuters sagte der Republikaner, der von der Demokratin vorgeschlagene Kurs gegen den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad verfehle das eigentliche Ziel, die Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS): «Wir werden wegen Syrien beim Dritten Weltkrieg enden, wenn wir auf Hillary Clinton hören.»

IS bekämpfen, nicht Syrien

Stattdessen sollten sich die USA auf den IS konzentrieren, sagte Trump. Wer gegen Syrien kämpfe, kämpfe heute «gegen Syrien, Russland und den Iran, o.k.? Russland ist ein nuklear bewaffnetes Land, aber eines, wo die Atomwaffen funktionieren, im Unterschied zu anderen Ländern, die nur reden.»

Konkret kritisierte Trump Clintons Absicht, in Syrien Flugverbotszonen einzurichten. Das laufe auf einen Krieg mit Russland hinaus, sagte im September Generalstabschef Joseph Dunford vor dem US-Kongress:

Trump ist nicht der Einzige, der die Demokratin als Risiko für den Frieden betrachtet. Die grüne Kandidatin Jill Stein rügte im Oktober: «Beim Thema Krieg und Nuklearwaffen ist Hillarys Politik viel gefährlicher als die von Donald Trump, der keinen Krieg mit Russland führen will.» Dasselbe glaubt Wikileaks-Gründer Julian Assange. Clinton, sagt er, «hat eine lange Geschichte als liberaler Falke und wird so weitermachen.» Dies zu verhindern, sei ein Grund für die Publikation der schädlichen E-Mails von Clintons Wahlkampfvorsitzendem John Podesta durch Wikileaks.

Mit einem Tweet ködern

Umgekehrt ist Trumps Denkweise über Krieg und Frieden ein wichtiges Argument für die Gegenseite. In den Augen von Clinton und ihrer Partei sind Trumps Reizbarkeit und seine Dünnhäutigkeit disqualifizierend für das verantwortungsvolle Amt des US-Präsidenten. In ihrer Rede am Parteitag in Philadelphia sagte Clinton: «Einem Mann, den man mit einem Tweet ködern kann, darf man keine Atomwaffen anvertrauen.»

Als Kritikpunkt kommt hinzu, dass Trump die seit dem Zweiten Weltkrieg geltende Sicherheitsarchitektur der USA mit ihren Alliierten in Zweifel zieht. Wenn jemand das tue, sagt der Clinton-Freund und Senator Cory Booker, «ist die Diskussion über Krieg und Frieden nicht nur angemessen, sondern nötig».

Atomexplosion im TV-Spot

Der Kommentator Jonathan Alter fühlt sich an die Lage von 1964 erinnert, als der Demokrat Lyndon Johnson im berühmten «Daisy»-Werbespot den Republikaner Barry Goldwater als Gefahr für den Frieden darstellte:

Prompt ist eine Abwandlung desselben TV-Spots im aktuellen Wahlkampf aufgetaucht. Eine Wahlkampforganisation des früheren Präsidentschaftskandidaten Bill Bradley finanzierte in Ohio einen Werbeclip mit einer Atomexplosion. Er zeigt Donald Trump, der auf die Frage nach einem Atomwaffeneinsatz zurückfragt: «Warum stellen wir sie denn her?»


Ein TV-Spot für Ohio stellt Donald Trump als möglichen Auslöser eines Atomkriegs dar. Darin wird gewarnt: «Pass auf, wen Du wählst!» (Video: youtube)

Die Beschwörung einer Kriegsgefahr im Wahlkampf widerspiegelt sicher auch die Spannungen, die zwischen den USA und Russland wegen Syrien bestehen. In erster Linie zeigt die extreme Rhetorik, wie viel politisch diesmal auf dem Spiel zu stehen scheint – alles.

(sut)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pico am 27.10.2016 23:54 Report Diesen Beitrag melden

    Unfähig

    Wieso bringt es ein Land mit sehr vielen Intelligenten Leuten fertig zwei solche unfähige Nieten als Kandidaten aufzustellen ?

    einklappen einklappen
  • Walter Roth am 27.10.2016 23:55 Report Diesen Beitrag melden

    US Wahlen

    Es wäre schön wenn man Obama 4 weitere Jahre zugestehen könnte. Bis dahin werden vielleicht auch fähige und vernünftige Kandidaten gefunden. Die beiden aktuellen mögen nicht überzeugen.

    einklappen einklappen
  • Doni am 27.10.2016 23:58 Report Diesen Beitrag melden

    Langsam ist gut

    Beide sind einfach total ungeeignet, leider wird einer davon Präsident. Schauen wir doch einfach nach vorne, in nur vier Jahren wird der Spuck vorbei sein.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Queen über Trumpf Ass am 28.10.2016 07:08 Report Diesen Beitrag melden

    Ehehehe

    Es ist schon lange klar dass Hillary gewonnen hat. Trump weiss dies übrigens auch. Darum ist er so gefrustet. Also nach einem Obama kommt sicher keiner wie Trump. Da muss ein andere-r Trumpf hin welche-r die Welt so richtig schön verändert. ;)

  • Rico Traminn am 28.10.2016 06:42 Report Diesen Beitrag melden

    Reset

    Vielleicht wäre es wirklich Zeit den "Reset"- Knopf zu drücken. Alles auf Anfang.

  • John Deere am 28.10.2016 06:27 Report Diesen Beitrag melden

    Korrumpiertes Wahlsystem

    Das eigentliche Problem dieser bizarren Wahl ist das Wahlsystem selbst. Nicht die Kandidaten. Es sind noch andere Kandidaten in der Wahl. Die Amerikaner gehen dann zur Urne und lesen noch weitere nominierbare Namen auf dem Wahlzettel, kennen diese aber nicht (den jegliche Art ihrer Präsenz wird von den manipulativen, korrupten Medien erstickt) und wählen dann eine von den Zweien die sie kennen.

  • René Bartli am 28.10.2016 03:50 Report Diesen Beitrag melden

    Egal wer...

    "Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären Sie verboten." Egal wer das Präsidentenamt kriegt, die Fäden haben andere in den Händen.

  • Frau Schweizer am 28.10.2016 01:53 Report Diesen Beitrag melden

    Diese Vorführung zeigt uns doch eines

    Das einzige, was wir alle wollen, nämlich uns selber sein und ein zufriedenes Leben zu leben, wird von diesen Leuten mit keinem Ton angesprochen. Wir müssen uns also unahbängig von diesen Leuten auf unseren eigenen Weg machen.