Im gläsernen Sarg

20. Dezember 2011 09:26; Akt: 20.12.2011 10:38 Print

Das Fernsehen zeigt den toten Kim Jong-Il

Das trauernde Volk von Nordkorea kriegt die ersten Bilder seines verstorbenen Führers zu sehen. Sein Sohn und hohe Beamte erwiesen dem ehemaligen Machthaber die letzte Ehre.

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Ein Leichenwagen mit einem übergrossen Porträt von Kim Jong-Il ist in einer Aufnahme des nordkoreanischen Staatsfernsehens zu sehen. Die Begräbniszeremonie für den toten Diktator des abgeschotteten Landes findet am 28. Dezember 2011 statt. Der Autokorso soll 14 Kilometer lang sein. Bilder gibt es nur vom staatlichen Fernsehen - man weiss nicht, ob es sich um Live-Bilder handelt. Überall prangen Porträts des «Geliebten Führers». Es ist bitterkalt in Pjöngjang. Ein nordkoreanischer Soldat beobachtet derweil die Grenze zum südlichen Nachbarn ... ... wo seine «Kollegen» aus Südkorea dasselbe in umgekehrter Richtung tun. Am 27. Dezember strömen Nordkoreanerinnen in den Kumsusan Memorial-Palast. Der Sohn von Kim Jong-Il und dessen designierter Nachfolger an der Spitze Nordkoreas, Kim Jong-Un, steht am 26. Dezember am gläsernen Sarg seines Vaters. Der «Grosse Nachfolger» lässt seinen Tränen freien Lauf. Das nordkoreanische Fernsehen zeigt am 20. Dezember Bilder des Leichnams des ehemaligen Machthabers Kim Jong-Il. Streng bewacht werden die sterblichen Überreste in einem gläsernen Sarg aufgebahrt. Der «Geliebte Führer» soll seine letzte Ruhestätte wie sein Vater im Kumusan Mausoleum in Pjöngjang bekommen. Kim Jong-Un, der Nachfolger und zukünftige starke Mann des Landes, besucht das Grab seines Vaters. Umgeben von roten und weissen Blumen wird der Leichnam Kim Jong-Ils aufbewahrt. Ranghohe Beamte erweisen dem ehemaligen Führer die letzte Ehre. Auch im benachbarten China gedenken die Menschen Kim Jong-Il. Beim Grenzübergang Dandong legen sie Kränze nieder. In Peking bringen Arbeiter Blumenkränze mit Kondolenzwünschen zur nordkoreanischen Botschaft.

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Streng bewacht und eingebettet in ein Meer von roten und weissen Blumen ragt der gläserne Sarg mit den sterblichen Überresten des verstorbenen nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-Il in die Höhe. Das staatliche Fernsehen KRT zeigte den Leichnam des «Geliebten Führers», der im Kumusan-Mausoleum aufgebahrt wird. Dort soll Kim Jong-Il, der am vergangenen Wochenende einem Herzinfarkt erlegen ist, neben seinem Vater, Kim Il-Sung, dem Gründer der kommunistischen Dynastie, seine letzte Ruhestätte bekommen.

Kim Jong-Un, der Nachfolger und neue starke Mann Nordkoreas, erwies zusammen mit anderen ranghohen Beamten und Militärs seinem Vater die letzte Ehre. In einen dunklen Anzug gekleidet und mit sichtlich erschütterter Miene schritt er vor den Glassarg, in dem der ehemalige Führer in seiner gewohnten, khakifarbenen Uniform lag.

Seit der Ankündigung vom Tod des «Geliebten Führers» herrscht im Volk weiterhin kollektive Trauer. Eine elftägige Staatstrauer wurde ausgerufen, die Flaggen in Pjöngjang wehen auf Halbmast. Die Beerdigung Kim Jong-Ils ist für den 28. Dezember geplant.


(bee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schneefrau am 20.12.2011 14:13 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht benötigt

    Völlig und absolut unnötige Berichterstattung.Die Medien geben sich gegenseitig die Klinke in die Hand um diesem Regent noch im Nachhinein eine Plattform zu bieten. Das ist das Allerletzte.Die Welt braucht diese Art von mediengeiler Personifizierung ganz bestimmt nicht.

    einklappen einklappen
  • Alex A. am 20.12.2011 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    Lee Strasberg

    Dies wären die schlechtesten Schauspieler die ich je gsehen habe, wenn es sich denn um solche handeln würde. Nein, wie tragisch dass man als Bürger eine Maske tragen muss, weil man sonst Repressionen zu erwarten hat. Wie hart das sein muss, einem Dikator nachzuweinen der das Land und die Menschen ruiniert hat. In diesem Licht sind die Nordkoreaner plötzlich wieder verdammt gute Schauspieler!

  • Schweizer Sandra am 20.12.2011 13:09 Report Diesen Beitrag melden

    Inszenierung

    Ja, was für eine Inszenierung! Aber wir würden genau dasselbe Theater abhalten. Mein Bruder arbeitete für mehrere Monate in Pjöngjang, und er erzählte, dass diese Menschen dazu gedrillt sind, ihren toten Machthaber so zu betrauern. Sie werden auf jeden Schritt und jede Bewegung beobachtet, und wehe, wer zuwenig "trauert". Es kann ihn und seine gesamte Familie auf Jahre ins Gefängnis bringen. Darum: seid dankbar, dass wir in einem so freien und friedlichen Land leben dürfen! Frohe Festtage, liebe Schweiz.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bruce am 20.12.2011 16:07 Report Diesen Beitrag melden

    ein letzter lol

    Mir fällt da vor allem auf, wie gross Kim plötzlich geworden ist. Es ist wohl kein Zufall, dass ab der Brust runter nur noch rotes Tuch zu sehen ist :)

  • Schneefrau am 20.12.2011 14:13 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht benötigt

    Völlig und absolut unnötige Berichterstattung.Die Medien geben sich gegenseitig die Klinke in die Hand um diesem Regent noch im Nachhinein eine Plattform zu bieten. Das ist das Allerletzte.Die Welt braucht diese Art von mediengeiler Personifizierung ganz bestimmt nicht.

    • sonnenkind am 21.12.2011 06:22 Report Diesen Beitrag melden

      warum dann?

      interessant, dass es dann noch "mediengeile" leute gibt, die es lesen und verfolgen. Man muss dieses System nicht tolerieren. doch kultivierte leute erweisen respekt vor dem tod und wie andere kulturen mit diesem umgehen.

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  • Schweizer Sandra am 20.12.2011 13:09 Report Diesen Beitrag melden

    Inszenierung

    Ja, was für eine Inszenierung! Aber wir würden genau dasselbe Theater abhalten. Mein Bruder arbeitete für mehrere Monate in Pjöngjang, und er erzählte, dass diese Menschen dazu gedrillt sind, ihren toten Machthaber so zu betrauern. Sie werden auf jeden Schritt und jede Bewegung beobachtet, und wehe, wer zuwenig "trauert". Es kann ihn und seine gesamte Familie auf Jahre ins Gefängnis bringen. Darum: seid dankbar, dass wir in einem so freien und friedlichen Land leben dürfen! Frohe Festtage, liebe Schweiz.

  • Alex A. am 20.12.2011 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    Lee Strasberg

    Dies wären die schlechtesten Schauspieler die ich je gsehen habe, wenn es sich denn um solche handeln würde. Nein, wie tragisch dass man als Bürger eine Maske tragen muss, weil man sonst Repressionen zu erwarten hat. Wie hart das sein muss, einem Dikator nachzuweinen der das Land und die Menschen ruiniert hat. In diesem Licht sind die Nordkoreaner plötzlich wieder verdammt gute Schauspieler!

  • Joselito am 20.12.2011 12:36 Report Diesen Beitrag melden

    Heulen auf Befehl.

    Heulen auf Befehl: möglicherweise werden jene, die nicht an dieser Trauer-Show mitheulen auch liquidiert, wie viel Menschen, die mit den Dikdatoren nicht einverstanden sind.