Boris Johnson

23. Juli 2019 13:36; Akt: 23.07.2019 14:30 Print

«Ich werde eher eine Olive als Premierminister»

Schon als Kind wollter er «König der Welt» werden, heute ist er zum britischen Premierminister gewählt worden. Daran hatte er selbst lange nicht geglaubt.

Das sind die besten Zitate von Boris Johnson.
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Der Brexit-Hardliner Boris Johnson ist heute zum Nachfolger der scheidenden britischen Premierministerin Theresa May gewählt worden und somit neuer Parteichef der konservativen Tories und in der Folge auch Regierungschef.

Johnson, von vielen einfach nur «Boris» genannt, wurde 1964 in New York als Alexander Boris de Pfeffel Johnson geboren. Schon als Kind habe er den Wunsch geäussert, einmal «König der Welt» zu werden, verriet seine Schwester Rachel dem Biografen Andrew Gimson.

Ihr Bruder Boris erhielt als Schüler ein Stipendium für die Eliteschule Eton und ging später auf die Universität Oxford, wo er Mitglied im berüchtigten Bullingdon Club wurde.

Lustig machen über die EU

Nach dem Studium wurde Johnson Journalist. Die Zeitung «The Times» feuerte ihn nach einem Jahr, weil er Zitate fälschte. Dann arbeitete er für «The Daily Telegraph», das Magazin «Spectator» und verfasste mehrere Geschichtsbücher.

Von 1989 bis 1994 als Brüsseler Korrespondent für den «Telegraph» machte er sich über EU-Institutionen und angebliche EU-Beschlüsse lustig. In Brüssel zerbrach die Ehe mit seiner ersten Frau Allegra Mostyn-Owen. Er heiratete seine Jugendfreundin Marina Wheeler, mit der er vier gemeinsame Kinder hat. Das Paar trennte sich 2018.

Politisches Geschick

Seine politische Karriere begann Johnson 2001 als Abgeordneter. Sein politisches Geschick bewies er 2008 und 2012 durch die zweimalige Wahl zum Bürgermeister von London – einer normalerweise eher links wählenden Stadt.

International gewann er durch die Organisation der Olympischen Spiele in der Hauptstadt 2012 an Profil. Kritiker werfen ihm allerdings vor, sein Erbe als Bürgermeister beschränke sich auf eine bessere Verkehrsinfrastruktur für Fahrradfahrer.

Ein Jahr vor dem Ende seiner Amtszeit als Bürgermeister kehrte Johnson 2015 als Abgeordneter ins Unterhaus zurück. Seine Entscheidung, die Brexit-Kampagne zu unterstützen, gilt als Wendepunkt in den Austrittsbestrebungen des Vereinigten
Königreichs, und führte zum Sieg der Brexit-Befürworter.

Erfolgloser Aussenminister

Bereits nach seinem Triumph beim Brexit-Votum galt Johnson als Favorit für den Posten des Premierministers – doch grätschte ihm sein bis dahin engster Unterstützer Michael Gove dazwischen, der selbst seine Kandidatur verkündete.

Johnsons Ernennung zum Aussenminister im Jahr 2016 galt den einen als gewiefter Schachzug der neuen Premierministerin May – wurde angesichts undiplomatischer, teils rassistischer Bemerkungen Johnsons unter anderem über Ex-US-Präsident Barack Obama von anderen aber als ungeschickt gewertet.

Der Sprücheklopfer

Das Institut Chatham House bezeichnete Johnson als den «erfolglosesten» britischen Aussenminister seit dem Zweiten Weltkrieg: Wo Ernsthaftigkeit und Detailgenauigkeit erforderlich gewesen seien, habe Johnson nur Sprüche geklopft. Im Sommer vergangenen Jahres trat er aus Verärgerung über Mays Brexit-Kurs zurück.

Einige seiner Sprüche machten ihn auch zu einer viel zitierten Figur im Internet. So hat er einmal gesagt, dass es wahrscheinlicher sei, dass man Elvis auf dem Mars finde und er selbst als Olive wiedergeboren werden, als dass er Premierminister werde. Ausserdem hat er einst gesagt: «Für die Tories abzustimmen vergrössert die Brüste eurer Frauen und die Chancen, einen BMW M3 zu besitzen.»

Schlagzeilen mit Privatleben

Obwohl Johnson im Rennen um die Parteiführung von Anfang an als haushoher Favorit gehandelt wurde, hatte sein Team befürchtet, er könnte es mit seinem unvorhersehbaren Verhalten noch vermasseln.

Er mied deshalb eine zeitlang die mediale Bühne – das brachte ihm allerdings den Vorwurf ein, seine als zu vage kritisierte Vision vom Brexit einer genauen Prüfung durch die Öffentlichkeit entziehen zu wollen.

Vor wenigen Wochen machte Johnson dann auch noch mit seinem Privatleben Schlagzeilen. Ein nächtlicher Streit mit seiner Lebensgefährtin rief die Polizei auf den Plan und dominierte alle Titelseiten.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Martin Brändle am 23.07.2019 14:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Same Same

    Jetzt dürfte es nicht mehr viele Unterschiede zwischen den USA und GB geben. Auch optisch nicht.

  • Solo am 23.07.2019 13:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Ein Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Nun hoffen wir, dass das Kapitel EU für die Briten endlich einen endgültigen Abschluss findet!

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  • Mr. Sarcasm am 23.07.2019 14:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rockstar

    Der Rockstar unter den britischen Politikern wird Premier! Hoffe, er führt die Briten aus dieser leidigen, kostenintensiven und nichtsnutzigen EU!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rennu am 27.07.2019 04:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Exit John

    Nun Witzereisser waren in England schon immer beliebt. Ob er den Exit schafft?

  • Martial2 am 26.07.2019 18:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eher ein Kämpfer...

    Ich wette, dass Boris Johnson den Brexit per 31. Oktober schafft. Es sieht nach mehr Power aus als bei Mrs. May!

  • Berner Bär am 25.07.2019 08:20 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht mehr nur Trump

    Nun haben die Medien ein weiteres Hassobjekt!

    • Martial2 am 27.07.2019 00:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Berner Bär

      Was kennen Sie über Boris Johnson? So viel wie alle hier... Wait and See!

    • vole terre am 27.07.2019 03:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Berner Bär

      Er bietet sich ja selber dafür an. Schuld der "bösen" Medien?

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  • Heidi Heidnisch am 24.07.2019 20:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oliven für England

    Wie hier geschrieben steht: Ein Sprücheklopfer. Zum Teil sind sie sogar witzig, aber ob das wirklich das ist, was das britische Volk braucht, bezweifle ich. Zu diesem Punkt das Volk entscheiden zu lassen wäre wesentlich vernünftiger gewesen, als diesen Hallodri auf die EU loszulassen. Das einzig erfreuliche ist, dass er jetzt tatsächlich als Olive wieder geboren wird.

  • Alexa am 24.07.2019 15:01 Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt wird Deutschland wohl bald

    den Begriff "Sperrminorität" kennen lernen :-)