«Negerkinder», «Heil Hitler»

11. Februar 2011 16:26; Akt: 11.02.2011 17:34 Print

Das ist die Sprache der NPD

Mehr als 60 000 Mails aus dem internen Schriftverkehr blamiert die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD). Seltene Einblick ins Innenleben einer rechtsextremistischen Partei - dank Datenleck.

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Der Vorsitzende der NPD, Udo Voigt, blamiert sich und seine Partei. (Bild: Keystone)

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Die Veröffentlichung Tausender E-Mails aus dem internen Schriftverkehr der NPD bietet einem Zeitungsbericht zufolge Einblicke in die Ideologie der rechtsextremen Partei. Die mehr als 60 000 Mails aus dem Inneren der NPD seien neben mehreren deutschsprachigen Medien auch der «taz» zugespielt worden, wie die Zeitung in ihrer Samstagausgabe berichtet. Experten hätten die Echtheit der Mails, die grösstenteils zwischen März 2010 und Januar 2011 verschickt worden seien, sorgfältig geprüft.

Die NPD lehnte eine Stellungnahme zum Inhalt der Mails auf dapd-Anfrage zunächst ab.

Dem Bericht zufolge finden sich in der Sammlung Schriftwechsel zwischen den führenden Köpfen der NPD, aber auch Anweisungen an örtliche Kader, Rechnungen, Mitgliederlisten und Darlehensverträge. Laut «taz» bilden die Mails «die menschenfeindliche, rassistische und neonazistische Ideologie der Partei ab». So zögen NPD-Politiker etwa über «Negerkinder» und das «Fettfüttern von Bimbos» her.

«Eine Horde 'widerwärtig' aussehender Ausländer»

Intern sollen NPD-Kader demnach auch schon mal die strafbare Formel «mit Deutschem Gruss» nutzen oder ihre Mails mit der Abkürzung «88» beenden - ein Synonym der rechtsextremen Szene für «Heil Hitler». Der sächsische NPD-Fraktionschef Holger Apfel habe in einer internen Diskussion über ein Wahlkampfplakat gar geschrieben: «Eine Horde 'widerwärtig' aussehender Ausländer wäre mir da noch lieber.»

In den Auszügen finden sich der «taz» zufolge auch Hinweise auf die Strategie der NPD im Wahljahr 2011. Der Sprung in den Landtag von Sachsen-Anhalt werde etwa «nur über eine gigantische Materialschlacht erfolgreich zu beschreiten sein», heisst es demnach in einer internen E-Mail.

Um bürgerliche Wähler nicht zu verschrecken, seien Parteikader aber dazu angehalten worden, auf «radikale Sprache» und «Szene-Klamotten» in der Öffentlichkeit zu verzichten. Berichtet wird auch von Streitereien zwischen den Rechtsextremen, die sich gegenseitig «Arbeitsverweigerung» und « Streitereien zwischen den Rechtsextremen, die sich gegenseitig »Arbeitsverweigerung« und »Kindergartenniveau« vorgeworfen haben sollen.

NPD-Sprecher Klaus Beier sagte der Nachrichtenagentur dapd, falls interne Mails illegal weitergeleitet worden seien, werde seine Partei die Angelegenheit den Rechtsanwälten übergeben. Den beteiligten Medien warf er vor, »Hilfe von kriminellen Zulieferern« in Anspruch genommen und manipulierte Texte veröffentlicht zu haben.

(ap)