Attentat in Strassburg

12. Dezember 2018 12:09; Akt: 12.12.2018 13:56 Print

Die Stationen im Leben des Cherif Chekatt

Der mutmassliche Täter des Anschlags auf den Strassburger Weihnachtsmarkt ist kein unbeschriebenes Blatt.

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Zwei Tage nach dem Anschlag in Strassburg ist der mutmassliche Angreifer Chérif Chekatt getötet worden. Ein Blick auf ein Einschussloch in der Tür des Gebäudes im Stadtteil Neudorf, vor dem Chekatt erschossen wurde. Der 29-Jährige wurde am Donnerstagabend im Viertel Neudorf südöstlich des Stadtzentrums der elsässischen Metropole von Polizisten erschossen. Nach Angaben aus Ermittlerkreisen hatte eine Frau am Nachmittag gemeldet, Chekatt gesehen zu haben. Chekatt sei schliesslich gegen 21.00 Uhr von Polizisten auf einer Strasse gesichtet worden, sagte der französische Innenminister Christophe Castaner vor den Medien in Strassburg. Die Polizei veröffentlichte am Mittwochnachmittag ein zweites Foto von Cherif Chekatt. Zudem hat die Polizei einen Fahndungsaufruf veröffentlicht. Das Sicherheitsaufgebot in Strassburg ist enorm. Der Weihnachtsmarkt bleibt aber auch am Donnerstag zu. Die Kontrollen wurden am Nachmittag nochmals verschärft, wie die Behörden mitteilten. Am Tatort legen Strassburger Blumen für die Opfer nieder. Nicht nur an den Grenzen werden Fahrzeuge kontrolliert. Am Weihnachtsmarkt zünden trauernde Menschen Kerzen an. Die Solidarität ist im ganzen Land gross. So sieht das erste Foto des Täters Cherif Chekatt aus. Das Datum dieser Aufnahme ist unbekannt. Es soll den mutmasslichen Attentäter Cherif Chekatt auf Facebook zeigen. Laut der französischen Armee war eine Patrouille am Dienstagabend auf die Schüsse aufmerksam geworden. Erneut ein schwerer Terroranschlag in Frankreich: Rettungskräfte fahren Verletzte in die Spitäler. (11. Dezember 2018) «An drei Orten wurde in Strassburg Terror verbreitet»: Frankreichs Innenminister Christophe Castaner. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, Strassburg Richtung Norden zu verlassen, da im südöstlichen Stadtteil Neudorf nach dem Täter gefandet wird. Krisensitzung: Der französische Präsident Emmanuel Macron trifft sich nach Mitternacht mit dem Premierminister und dem Verteidigungsminister. (12. Dezember 2018) Ein Mann hat am Dienstagabend auf dem Strassburger Weihnachtsmarkt das Feuer eröffnet und mehrere Menschen getötet. Am Tag nach dem Attentat patroullieren Polizisten am Bahnhof von Strassburg. Mindestens zwölf Menschen wurden verletzt. Beamte in Vollmontur. Soldaten schossen den Täter auf der Flucht an. Die Behörden gehen von einem terroristischen Hintergrund aus. Polizisten auf dem Pont de l'Europe zwischen Frankreich und Deutschland. Eine Patrouille Soldaten habe den Angreifer getroffen, ihn aber nicht an der Flucht hindern können, teilte die Polizei mit. Bei der Verfolgung des Mannes sei es zu einem Feuergefecht gekommen. Er habe sich «verschanzt» und sei angeschossen worden. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, in den Häusern zu bleiben. Der mutmassliche Schütze war den französischen Behörden als potenzieller Gefährder bekannt. Er sei in einer entsprechenden Datei verzeichnet gewesen, teilte die Präfektur am Dienstagabend in Strassburg mit. Die Pariser Anti-Terror-Staatsanwaltschaft leitete noch am Abend eine Untersuchung wegen des Verdachts auf «Mord und Mordversuch im Zusammenhang mit einer terroristischen Unternehmung» ein. Rund zwei Stunden nach den ersten Schüssen fielen in der Innenstadt weitere. Laut der Polizei wurden sie in einem Quartier abgegeben, in dem sich der Täter verschanzt haben soll. Die Tat geschah in der Nähe des Weihnachtsmarkts. Rettungskräfte erreichen am Dienstagabend, 11. Dezember, den Weihnachtsmarkt in Strassburg. Polizisten umstellen den Tatort. Terror in Strassburg. Terror in Strassburg. Terror in Strassburg. Terror in Strassburg.

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Ein Terrorist (29) hat auf dem Strassburger Weihnachtsmarkt das Feuer eröffnet. Cherif Chekatt soll mit einem Taxi geflüchtet sein. Frankreich erhöht die Terrorwarnstufe. Die aktuellen Erkenntnisse auf unserem Ticker.

Das weiss man über Cherif Chekatt:

• Geburt in Strassburg
Cherif Chekatt kommt im Februar 1989 in Strassburg zur Welt. Das berichtet der «Figaro». Gemäss der Deutschen Nachrichten-Agentur hat der französische Staatsbürger nordafrikanische Wurzeln.

• Kindheit und Familie
Wie aus den Unterlagen des Amtsgerichts Singen hervorgeht, lebte Chekatt mit sechs Geschwistern im Elternhaus in Strassburg. Das berichtet Focus.de.

• Schule und Ausbildung
Chekatt soll nach seinem Hauptschulabschluss bei der Gemeinde angestellt gewesen sein. Eine Ausbildung habe er nicht absolviert. Seit 2011 ist er arbeitslos gemeldet.

• Erste Straftaten in Frankreich und der Schweiz
Bis 2012 soll er in Frankreich und der Schweiz straffällig gewesen und zu Gefängnisstrafen verurteilt worden sein. In Zürich soll er wegen Vermögensdelikten verurteilt worden sein. Auch in Basel sass er in Haft.

• Einbrüche in Deutschland
2012 brach Chekatt in Mainz in eine Zahnarztpraxis ein, 2016 in Engen in eine Apotheke.

• Verurteilung in Deutschland
Für diese beiden Delikte wurde er 2016 vom Amtsgericht Singen zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Die Anklage lautete auf schweren Diebstahl.

• Insgesamt vier Jahre im Gefängnis
Die Strafe sass er ab. Zusammen mit den Verurteilungen in Frankreich und der Schweiz soll Chekatt bis 2016 vier Jahre seines Lebens in Haftanstalten verbracht haben.

• Abschiebung nach Frankreich
Im Anschluss an seine Gefängnisstrafe wurde Chekatt nach Frankreich abgeschoben.

• Haftbefehl in Frankreich
Am Dienstagmorgen hätte Chekatt wegen eines Diebstahls mit Mordversuch verhaftet werden sollen, war jedoch nicht in seiner Wohnung anzutreffen. Bei der Durchsuchung der Wohnung im Stadtzentrum sollen jedoch Granaten gefunden worden sein, wie Focus.de in Berufung auf «Le Figaro» berichtet.

• Gesinnung
Gemäss der französischen Nachrichtenagentur AFP gilt Chekatt als radikalisiert. Er sei auf der Sicherheitsakte «Fiche S» geführt worden.

• Verantwortung für Angriff
Bislang hat sich keine Vereinigung zu den Anschlägen bekannt. Wie die Website Intelligence Group, die jihadistische Aktivitäten im Internet beobachtet, auf Twitter bekannt gab, werden die Anschläge vom IS via seinen Nachrichtenkanal Amaq gefeiert.

(mat)