Nach dem Sturz

26. September 2011 15:13; Akt: 26.09.2011 17:28 Print

Das libysche Öl fliesst wieder

Während der Kämpfe zwischen den Gaddafi-Truppen und den Rebellen lag die libysche Ölproduktion weitgehend brach. Nun hat die italienische ENI 15 Anlagen wieder in Betrieb genommen.

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Die neuen Mächtigen in Libyen.

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Die Lage in der umkämpften libyschen Stadt Sirte wird immer prekärer. Trotzdem hat ein italienischer Ölkonzern die Produktion in den libyschen Anlagen wieder aufgenommen und die UNO hofft darauf, ihre Nothilfe in Libyen bis Ende November abschliessen zu können.

Das sei auch ein Wunsch der libyschen Übergangsregierung, sagte Panos Moumtzis am Montag in Genf. Der Verantwortliche der humanitären Aktionen der UNO in Libyen sprach von einem «sehr positiven und ermutigenden Geist der Zusammenarbeit». Die Libyer hätten selbst viel zur Lösung der Probleme im humanitären Bereich beigetragen.

Im Moment beschäftigen die UNO vor allem noch die rund 26'000 Flüchtlinge aus Bani Walid und Sirte. Momentan würden die meisten Menschen, die aus den beschossenen Städten fliehen würden, von der lokalen Bevölkerung unterstützt.

Für die nächsten Monaten gilt die grösste Sorge der UNO aber nach Angaben von Moumtzis den Minen und nicht explodierten Sprengsätzen. Auch der Schutz der Ausländer im Land müsse geregelt werden.

Italienischer Ölkonzern aktiv

Die verbesserte Lage führt auch dazu, dass ausländische Firmen versuchen, wieder in Libyen Fuss zu fassen. Der italienische Erdöl- und Energiekonzern ENI teilte am Montag mit, dass er die Ölproduktion in libyschen Anlagen wieder aufgenommen habe. In 15 Anlagen werde wieder Öl gefördert.

Im Ölfeld Abu-Attifel, rund 300 Kilometer südlich der ehemaligen Rebellenhochburg Bengasi, würden täglich rund 31'900 Barrel (rund 5,07 Millionen Liter) Öl produziert. Auch in anderen Anlagen werde die Ölproduktion bald wieder aufgenommen, um die «notwendigen Mengen zur Füllung der Pipeline» zwischen Abu-Attifel und dem Hafen von Suetina zu erzielen, erklärte ENI.

Die Ankündigung über die wieder aufgenommene Ölproduktion in Libyen war die erste dieser Art seit dem Bürgerkrieg in dem Land. Die Unruhen hatten zur Beeinträchtigung der dortigen Ölproduktion- und exporte geführt. Libyen verfügt über die grössten bekannten Erdölvorkommen Afrikas.

Kämpfe gehen weiter

Trotz der positiven Signale wird die Lage für die Menschen in der seit Wochen belagerten Heimatstadt des früheren libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi immer schwieriger. Am Montag flohen erneut Hunderte von Zivilpersonen aus der Stadt, weil dort kaum noch Lebensmittel, Wasser und Medikamente zu kaufen sind.

Gleichzeitig fürchten die Bewohner Sirtes bei den Kämpfen der Gaddafi-Anhänger in der Stadt mit den angreifenden Truppen der neuen libyschen Führung zwischen die Fronten zu geraten. Auch die NATO erklärte am Montag, sie habe am Sonntag abermals acht Ziele in Sirte angegriffen.

Die Revolutionsstreitkräfte hatten nach einem Angriff am Wochenende den Belagerungsgürtel um Sirte enger gezogen und weitere Strassensperren und Kontrollposten eingerichtet. Gleichzeitig feuerten sie mit Panzergranaten und Mörsern auf die Stadt.

Eine flüchtende Ärztin, Eman Mohammed, erklärte am Montag, die meisten Verwundeten in ihrem Spital seien durch den Beschuss verletzt worden. Vielen in der Stadt gehe es auch nicht mehr um Gaddafi. «Das ist einfach Widerstand von Menschen, die ihre Verwandten verloren haben und ihre Häuser verteidigen», sagte Mohammed.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marc am 26.09.2011 16:00 Report Diesen Beitrag melden

    Lustig ist wer das neue Regime anführt..

    Genau die, die die Menschenrechtsverletzungen legalisiert haben. Ich denke dem Volk wird es schlechter gehen als früher unter Gaddafi... da war für alles gesorgt, auch wenn das der Westen nicht wahrhaben möchte. Vor dem Krieg war Libyen DER Vorzeigestaat in Afrika.

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  • Alexander Fröhlich am 26.09.2011 17:30 Report Diesen Beitrag melden

    Das libysche öl fliesst wieder...

    Aber der ölpreis bleibt natürlich weiterhin so extrem hoch !!!

  • Beat Riemer am 26.09.2011 15:47 Report Diesen Beitrag melden

    Das war klar

    Verräter Berlusconi holt sich so schnell wie möglich seine Belohnung. Aber die Amis waren schneller. Im Mai hatte das amerikanische Ölraffinerieunternehmen Tesoro einen Vertrag mit dem Nationalen Übergangsrat in Bengasi über die Lieferung von 1,2 Millionen Barrel Rohöl geschlossen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Alexander Fröhlich am 26.09.2011 17:30 Report Diesen Beitrag melden

    Das libysche öl fliesst wieder...

    Aber der ölpreis bleibt natürlich weiterhin so extrem hoch !!!

  • Marc am 26.09.2011 16:00 Report Diesen Beitrag melden

    Lustig ist wer das neue Regime anführt..

    Genau die, die die Menschenrechtsverletzungen legalisiert haben. Ich denke dem Volk wird es schlechter gehen als früher unter Gaddafi... da war für alles gesorgt, auch wenn das der Westen nicht wahrhaben möchte. Vor dem Krieg war Libyen DER Vorzeigestaat in Afrika.

    • Craig am 26.09.2011 16:25 Report Diesen Beitrag melden

      ich weiss ja nicht woher du deine info .

      hast Ich kenne lybier die haben mir geschichten erzählt da sind mir die haare zu berge gestanden. Vorzeige Staat afrikas und für jeden war gesorgt, wo lebst den du mann. Was du erzählst stimm thinten und vorne nicht, sagt das mal den leuten wo jeden tag hungern mussten und von gadaffi gefoltert wurden etc. natürlich sind die wo jetzt an der macht sind nicht viel besser aber mal schauen was sie daraus machen. Lybien hat eine gute chance sich zu positionieren wenn sie es clever machen...

    • Ilovenour am 26.09.2011 19:03 Report Diesen Beitrag melden

      ich kenne auch Lybier...

      @Craig, sag mal dem nächsten Lybier, er soll dir 3 mal beim Allmächtigen Gott, sprich Allah schwören, dass er die Wahrheit sagt und ob er es beweisen kann. Beobachte ihn dann mal genau, ob er das so einfach kann und tut, oder ob er zögerlich ist und Angst bekommt.

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  • Beat Riemer am 26.09.2011 15:47 Report Diesen Beitrag melden

    Das war klar

    Verräter Berlusconi holt sich so schnell wie möglich seine Belohnung. Aber die Amis waren schneller. Im Mai hatte das amerikanische Ölraffinerieunternehmen Tesoro einen Vertrag mit dem Nationalen Übergangsrat in Bengasi über die Lieferung von 1,2 Millionen Barrel Rohöl geschlossen.

    • Craig am 26.09.2011 16:28 Report Diesen Beitrag melden

      nicht nur die amis

      alle wo dem übergangsrat geholfn haben, frankreich, england amis italien fast ganz europa und die russen und die chinesen denke ich bereuen es sehr das sie nicht mitgeholfen haben wie schon gesagt wurde kommen zuerst diejenigen dran wo den übergangsrat geholfen haben und das waren nicht die chinesen oder lybier. und das freut mich weil ich habe immer noch lieber das die amis die weltmacht sind als die chinesen weil die chinesen sind einfach zu gefährlich und nicht einzuschätzen. hingegen man bei den amis weiss was die wollen und man kann wenigstens mit den amis reden was man mit den chinesen n

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