Transnistrien wählt

11. Dezember 2011 18:11; Akt: 11.12.2011 18:11 Print

Dem Schurken gehts an den Kragen

Transnistrien ist ein Staat, der von keinem anderen Land anerkennt wird. Der Republik ist das egal. Sie hält sogar «Wahlen» ab. Dabei dürfte die Zeit des bisherigen Machthabers zu Ende gehen.

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Anatoli Kamenski (rechts) soll neuer Präsident der abtrünnigen Republik Transnistrien werden. Im Wahlkampf agierte er demonstrativ mit dem russischen Regierungschef Wladimir Putin an seiner Seite. (Bild: adevarul.md)

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Die Bewohner des von der Republik Moldawien abtrünnigen Gebiets Transnistrien waren am Sonntag zur Wahl eines neuen Präsidenten aufgerufen. Dabei standen die Zeichen auf den ersten Machtwechsel seit Sowjetzeiten. Nach dem Willen Moskaus soll in der von Russland kontrollierten Region künftig der bisherige Parlamentspräsident Anatoli Kaminski regieren. Auf Wahlplakaten zeigte er sich demonstrativ Seite an Seite mit dem russischen Regierungschef Wladimir Putin.

Der langjährige autoritäre Amtsinhaber Igor Smirnow hoffte hingegen auf eine neue Amtszeit, wie lokale Medien berichteten. Nach 21 Jahren an der Regierungsspitze war der 70-Jährige von der Schutzmacht Russland fallengelassen worden. Allerdings erkennt auch Moskau den selbst ernannten Staat am Fluss Dnjestr nicht an.

Willkommen im «Land der Mafia»

Mit einem aussagekräftigen Wahlergebnis wird frühestens am Montag gerechnet. Fraglich ist aber, ob die notwendige Wahlbeteiligung von mindestens 50 Prozent erreicht wird. Insgesamt traten sechs Kandidaten zur Wahl an, die in der Vergangenheit nie als frei und fair galt.

Unter Smirnow gilt das bitterarme Transnistrien mit seinen etwa 500 000 Einwohnern als Hort von Korruption, Vetternwirtschaft, Geldwäsche sowie Drogen- und Waffenschmuggel. Moskau erhofft sich ein Ende der Stagnation in dem Gebiet von der Grösse Mallorcas.

Russland hat seit Sowjetzeiten noch immer rund 2000 Soldaten in dem Gebiet zwischen den Ex-Sowjetrepubliken Moldawien und der Ukraine stationiert. Moldawien, Nachbarland von EU- und NATO-Mitglied Rumänien, hatte 1992 nach einem blutigen Krieg endgültig die Kontrolle über das prorussische Transnistrien verloren.

(sda)