Mazedonien provoziert

15. Juni 2011 11:20; Akt: 15.06.2011 12:55 Print

Denkmal für Alexander empört Griechen

Als ob die Griechen nicht schon genug Probleme hätten. Jetzt werden sie auch noch vom kleinen Nachbarn Mazedonien mit einer Statue von Alexander dem Grossen provoziert.

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Der Rumpf der 22 Meter hohen Riesenstatue. (Bild: Keystone/Nake Batev)

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Griechenland und Mazedonien stehen sich seit 20 Jahren in einem Streit gegenüber, in dem es unter anderem darum geht, welches Land Anspruch auf das kulturelle Erbe der antiken Region Makedonien hat. Deren berühmtester Sohn ist Alexander der Grosse, der legendäre Feldherr der Antike. Er wurde in der heute nordgriechischen Stadt Pella geboren.

Nach Ansicht der Regierung in Athen impliziert der Name des Nachbarlandes Mazedonien territoriale Ansprüche auf die gleichnamige nordgriechische Provinz. Sie blockiert wegen des anhaltenden Namensstreits auch den Beitritt Mazedoniens zu NATO und EU.

Das Nachbarland tut allerdings wenig, um die griechischen Bedenken zu zerstreuen. Der konservative mazedonische Ministerpräsident Nikola Gruevski, der am vorletzten Wochenende wiedergewählt wurde, hat unter anderem einen Flughafen, Autobahnen und ein Fussballstadion mit makedonischen Namen aus der Antike versehen – nun kommt die 22 Meter hohe Bronzestatue auf dem Hauptplatz von Skopje dazu.

Die Statue heisst zwar offiziell «Kämpfer auf einem Pferd», das Gesicht ähnelt antiken Darstellungen Alexanders des Grossen aber sehr. Am Dienstag wurden riesige Teile des Monuments auf den Platz im Herzen der Hauptstadt gebracht, wo derzeit noch an dem Podest für die Statue gearbeitet wird. Das Reiterstandbild, dessen Einzelteile in Florenz hergestellt wurden, wird 5,3 Millionen Euro kosten.

(pbl/ap)