Bahrain

22. Februar 2011 10:50; Akt: 22.02.2011 12:48 Print

Der König lässt Oppositionelle frei

Nach den jüngsten Protesten in Bahrain hatten Oppositionsgruppen die Freilassung aller politischen Gefangenen gefordert. Auf diese Forderungen will König Hamad bin Issa al-Chalifa jetzt eingehen.

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Noch unklar ist, wann der König von Bahrain die Oppositionellen freilassen wird: Ein Regierungsbefürworter mit einem Plakat des Königs Hamad bin Issa al-Chalifa. (Bild: Keystone)

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Der bahrainische König Hamad bin Issa al-Chalifa hat nach den jüngsten Protesten eine Freilassung verhafteter Oppositioneller angeordnet. Zudem sollten gemäss dem Entscheid vom Dienstag mehrere Strafverfahren eingestellt werden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur BNA.

Das Königshaus ging damit auf demonstrierende politische Gegner in dem Golfstaat zu. Oppositionsgruppen hatten für einen angebotenen nationalen Dialog zunächst die Freilassung aller politischen Gefangenen gefordert.

Ein führendes Mitglied der schiitischen Opposition, Abdul Dschalil Chalil, erklärte am Dienstag, die Freilassung der Häftlinge sei eine positive Geste. Betroffen seien auch 25 schiitische Aktivisten, die seit dem vergangenen Jahr wegen Verschwörung gegen den Staat vor Gericht stehen. Zunächst war nicht klar, wie viele Gefangene der König insgesamt freilassen will.

Oppositionspolitiker will nach Bahrain zurückkehren

Der Oppositionspolitiker Hassan Meschaima kündigte unterdessen an, er wolle aus London nach Bahrain zurückkehren und sich den Demonstranten auf dem Perlenplatz anschliessen. Meschaima ist der Anführer der radikalen schiitischen Gruppe Hak.

Die Proteste werden vor allem von unzufriedenen Schiiten getragen. Rund zwei Drittel der Bahrainer sind Schiiten; das Königshaus und die Regierung sind hingegen sunnitisch. Der kleine Inselstaat im Golf gilt als strategisch wichtiger Partner der USA. Manama ist der Hafen der 5. US-Flotte, die vor allem im Persischen Golf und im Indischen Ozean eingesetzt wird.

Bereits am Vortag war es nach tagelangen Unruhen ruhig geblieben. Nach dem Rückzug der Armee in die Kasernen hatten mehrere tausend Regierungsgegner am Wochenende den zentralen Lulu-Platz wieder besetzt und dort Lager aufgeschlagen. Kronprinz Scheich Salman bin Hamad al-Chalifa bedauerte in einem Fernsehinterview den Tod von mindestens vier Demonstranten innerhalb der vergangenen Tage.

(sda)