Bagdadis Frau

18. Juli 2014 08:27; Akt: 18.07.2014 09:15 Print

Der Terror-Chef und seine Coiffeuse

Fotos der Frau des Isis-Kalifen zirkulieren derzeit im Internet. Sie soll früher Coiffeuse gewesen und diesen März bei einem Gefangenenaustausch gegen 13 Nonnen freigekommen sein.

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Wenig ist bekannt über Abu Bakr al-Bagdadi, den Führer der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS, vormals Isis). Bis vor kurzem gab es nicht einmal eine Handvoll Bilder von dem Extremisten. Jetzt aber sollen neue Fotos einen Einblick in das Privatleben des Mannes geben, der in Syrien und im Irak ein Kalifat ausgerufen und sich selbst zum Kalifen Ibrahim ernannt hat. So sind «Al Arabiya News» zufolge Bilder aufgetaucht, die al-Bagdadis Ehefrau zeigen.

Die Frau soll Saja Hamid al-Dulaimi heissen. Sie war zusammen mit drei ihrer Kinder in der Nähe von Damaskus von syrischen Sicherheitskräften verhaftet worden. Im März dieses Jahres kam sie frei – im Austausch gegen 13 Nonnen, die von syrischen Rebellen gefangen genommen worden waren, wie der «Telegraph» schreibt.

Ehefrau soll Coiffeuse gewesen sein

Über al-Dulaimis Leben ist bislang nur wenig bekannt. Unbestätigten Berichten zufolge arbeitete al-Dulaimi einst als Coiffeuse, möglicherweise auch als Schneiderin, in der Anbar-Provinz. Ihre gesamte Familie soll sich der Isis angeschlossen haben. Al-Dulaimis Schwester steckt angeblich hinter einem Selbstmordattentat in der kurdischen Stadt Erbil. Ihr Vater Ibrahim, ein sogenannter «Isis-Emir» in Syrien, soll im September 2013 bei einer Operation gegen die syrische Armee getötet worden sein.

IS nimmt Gasfeld Schaar ein

Al-Bagdadis Gruppierung ist derweil im Irak und in Syrien weiter auf dem Vormarsch: Östlich der Stadt Homs nahm die IS nach Angaben der oppositionellen syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte das Gasfeld Schaar ein.

Mindestens 23 Anhänger des Regimes von Präsident Baschar al-Assad seien dabei ums Leben gekommen. Mehr als 300 Menschen wurden verletzt oder gefangen genommen. Syrische Regierungstruppen hatten das Gasfeld im Juni 2013 zurückerobert, nachdem es in die Hände von Aufständischen gefallen war.

IS-Kämpfer kontrollieren in Syrien bereits mehrere Öl- und Gasfelder. Anfang Juli hatten sie in Al-Omar im Osten des Landes eines der grössten syrischen Ölfelder eingenommen. Laut den Menschenrechtsbeobachtern beherrschen sie auch das Tanak-Ölfeld östlich der Stadt Deir al-Sur. Durch Ölverkäufe ist es den Extremisten zuletzt gelungen, ihre Stellung auch wirtschaftlich zu festigen.

(cfr)