Statistik

28. März 2011 07:00; Akt: 28.03.2011 10:17 Print

Der Trend zur «Welt ohne Todesstrafe»

Die Hinrichtungs-Liste von Amnesty International stellt keine Überraschung dar. Aus China kommen keine Zahlen, da die Vollstreckung ein «Staatsgeheimnis» ist. Doch etwas ist bemerkenswert.

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In China gelten Todesurteile und Hinrichtungen als «Staatsgeheimnis». (Bild: Keystone)

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China hat im vergangenen Jahr wieder mehr Menschen hinrichten lassen als der gesamte Rest der Welt zusammen. Dies geht aus dem neuen Todesstrafen-Jahresbericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International hervor, der an diesem Montag veröffentlicht wird.

Demnach gab es auch 2010 in der Volksrepublik wieder mehrere tausend Hinrichtungen. In anderen Staaten der Welt wurden insgesamt mindestens 527 Todesurteile vollstreckt.

In China gelten Todesurteile und Hinrichtungen als «Staatsgeheimnis». Nur in Ausnahmefällen wird darüber berichtet. Deshalb verzichtete Amnesty in diesem Jahr zum zweiten Mal darauf, konkrete Zahlen oder Schätzungen zu nennen. Auf Platz zwei der Statistik liegt der Iran (mindestens 252 Exekutionen), gefolgt von Nordkorea (60), dem Jemen (53) und den USA (46).

Giftspritze statt Erschiessen

Insgesamt stellte die Organisation jedoch einen «eindeutigen Trend zu einer Welt ohne Todesstrafe» fest. Im vergangenen Jahr fanden nur noch in 23 von 192 Staaten Hinrichtungen statt. In Europa lässt nur noch Weissrussland exekutieren. Dort wurden im März 2010 zwei Männer auf Beschluss des Staates getötet.

Auch in China ist die Zahl der Hinrichtungen vermutlich rückläufig. Nach Schätzungen dürften es zuletzt etwa 5000 im Jahr gewesen sein. In den 90er Jahren lagen die Schätzungen noch bei 7000 bis 9000. Statt durch Erschiessen werden zunehmend mehr Hinrichtungen heute mit der Giftspritze vollstreckt.

Seit Anfang 2007 müssen alle Todesstrafen vom Obersten Gericht in Peking bestätigt werden. In etwa zehn Prozent der Revisionsfälle wurden seither die Todesurteile verworfen. Zudem strich der Volkskongress im März 13 Verbrechen von der Liste der Straftatbestände. Es handelte sich um Schmuggel, Finanzvergehen und Raub antiker Güter. Auch wurden ältere Täter über 75 Jahren ausgenommen.

Zudem wurden im vergangenen Jahr weltweit mehr als 2000 neue Todesurteile verhängt. Insgesamt warten damit rund um den Globus mehr als 17 800 Todeskandidaten auf ihre Hinrichtung.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Flavio Marinho am 30.03.2011 00:10 Report Diesen Beitrag melden

    Ewiges Leben

    Gott schuf der Mensch mit viel Liebe nach seinem Ebenbild. Also die ganze Schöpfung gehört Gott allein, kein Mensch kann ein andere Mensch Richten, denn wir sind alle gleich vor Gott. Jeder Mensch wird sehr bald plötzlich vor Gottes Jüngstes Gericht stehen und Rechenschaft ablegen müssen. Der Messstab sind die Zehn Gebote, Richte dich danach und folge die Fussstapfen Jesus, lass Jesus Christus in dein Herz hinein kommen und lass Ihn nicht aus den Augen und du wirdst Ewiges Leben Erlangen, auch wenn du Tot warst. Vergehe den Himmel und die Erde, aber das Wort Jesus wird niemals Vergehen. Amen!

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  • Ramona Anomar am 29.03.2011 13:19 Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz braucht die Todesstrafe wieder!

    wenn man die täglichen Berichte über die unzähligen brutalen Gewalttaten bei und liest, dann wird eine klar: anstatt Kuschelstrafen muss umgehend für einige Verbrechenskategorien die Todesstrafe wieder eingeführt werden! also z.B. Mörder, Vergewaltiger und feige Schläger.

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  • Hanspeter Moesch am 28.03.2011 22:03 Report Diesen Beitrag melden

    Die Wahl wäre keine Qual

    Käme ich in die schlimme Lage und müsste "wählen": Lebenslange Haft, oder Todesstrafe, die Wahl für mich wäre klar und eindeutig. Lieber tot, als lebenslang inhaftiert . Machen wir uns da ethisch nicht etwas vor?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Flavio Marinho am 30.03.2011 00:10 Report Diesen Beitrag melden

    Ewiges Leben

    Gott schuf der Mensch mit viel Liebe nach seinem Ebenbild. Also die ganze Schöpfung gehört Gott allein, kein Mensch kann ein andere Mensch Richten, denn wir sind alle gleich vor Gott. Jeder Mensch wird sehr bald plötzlich vor Gottes Jüngstes Gericht stehen und Rechenschaft ablegen müssen. Der Messstab sind die Zehn Gebote, Richte dich danach und folge die Fussstapfen Jesus, lass Jesus Christus in dein Herz hinein kommen und lass Ihn nicht aus den Augen und du wirdst Ewiges Leben Erlangen, auch wenn du Tot warst. Vergehe den Himmel und die Erde, aber das Wort Jesus wird niemals Vergehen. Amen!

    • Hans Satt am 17.05.2011 17:08 Report Diesen Beitrag melden

      Alle gleich und doch gibts die Hölle?

      Gem. dieser etwas an den Haaren herbeigezogenen Aussage ist Gott auch für die Todestrafe verantwortlich! Man tötet einen Menschen, und man ist ein Mörder. Man tötet Millionen, und man ist ein Eroberer. Man töte sie alle, und man ist Gott! Noch so eine Frage nebenbei wie wurde Jesus nochmals gezeugt? ...dann ist ja alles klar!

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  • Véronique Bertschy am 29.03.2011 23:33 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso bestrafen wir überhaupt?

    Man muss man sich fragen: Wollen wir strafen, um zu rächen, oder wollen wir strafen, um das erneute Fehlgehen dieser Person zu verhindern? Falls wir aus Rache strafen wollen: Ja, dann ist die Todesstrafe wohl gerechtfertigt. Allerdings stellt sich die Frage, ob Rache in gutes Motiv ist, denn sie ist nie objektiv und kaum gerecht. Wenn wir strafen, um eine Wiederholung zu verhindern, gibt es keinen Grund für die Todesstrafe: In der Schweiz ist es durch die Verwahrung möglich, uns vor wirklich gefährliche Menschen zu schützen. Wieso sollte man sie also töten? Denn billiger ist es nicht...

    • Mueller Oberägeri am 31.03.2011 04:09 Report Diesen Beitrag melden

      Todesstrafe NEIN - Verwahrung JA

      Die Menschen die sich das Recht nehmen und Menschen zum Tode verurteilen und ausüben sind ebenfalls Mörder!

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  • Ramona Anomar am 29.03.2011 13:19 Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz braucht die Todesstrafe wieder!

    wenn man die täglichen Berichte über die unzähligen brutalen Gewalttaten bei und liest, dann wird eine klar: anstatt Kuschelstrafen muss umgehend für einige Verbrechenskategorien die Todesstrafe wieder eingeführt werden! also z.B. Mörder, Vergewaltiger und feige Schläger.

    • nawi am 29.03.2011 23:43 Report Diesen Beitrag melden

      Todesstrafe Nein !

      Die Todesstrafe ist keine Lösung!

    • LFP-Vorsitzender am 03.04.2011 19:59 Report Diesen Beitrag melden

      Doch!

      Doch, das ist sie. Kommen wir mal auf den Boden der Tatsachen zurück, wer andere Menschen vergewaltigt und tötet, hat das Leben nicht verdient. Eine Vergewaltigung bedeutet gerade für Kinder eine lebenslange psychische Störung, die sie nie wieder kurieren und vergessen können. Ein Mensch, ein Mörder, der sich nicht unter Kontrolle hält, ist es nicht wert, auf die Kosten der Steuerzahler ein gemütliches Dasein in unseren schönen Gefängnis zu fristen. Oder etwa doch? Ist das Gerechtigkeit? Ist das unsere moderne Zeit?

    • George am 24.04.2011 12:49 Report Diesen Beitrag melden

      Todesstrafe gehört abgeschafft

      Es gibt keine 100% Urteile. Falschveruteilungen kommen immer wieder vor. Der Richter verurteilt einen Unschuldigen zur Todesstrafe, 5 Jahre später wird der wirkliche Mörder/Vergewaltiger geschnappt. Muss nun der Richter, das er einen Unschuldigen zu Tode verurteilt hat, ebenfalls als Mörder hingerichtet werden? Steht dann im Urteil, "Im Namen des Volkes" müssten wir alle hingerichtet werden. Es geschah in unserem Namen! Niemand hat das Recht, ein Leben auszulöschen, auch der Staat nicht.

    • Nico am 10.05.2013 17:27 Report Diesen Beitrag melden

      Todestrafe ist zum Teil ok

      Gewiss verdienen viele Leute die Todesstrafe. Doch wenn man die Todesstrafe wieder einführt, werden viele (welche den Tod nicht verdient haben) auch hingerichtet. Die Todesstrafe sollte bei Mord, Brandstiftung u.ä. angewendet werden. Bei Dieben kann man ja den Arm abhacken, wie das in anderen Ländern brauch ist. Für einen Kinderschänder wäre die Todesstrafe viel zu milde. Da gibts nur den guten alten Knast mit viel Popo-Liebe der Zellennachbaren. ;)

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  • Hanspeter Moesch am 28.03.2011 22:03 Report Diesen Beitrag melden

    Die Wahl wäre keine Qual

    Käme ich in die schlimme Lage und müsste "wählen": Lebenslange Haft, oder Todesstrafe, die Wahl für mich wäre klar und eindeutig. Lieber tot, als lebenslang inhaftiert . Machen wir uns da ethisch nicht etwas vor?

    • D.W. am 29.03.2011 10:35 Report Diesen Beitrag melden

      Nein

      Also wir sollten und fragen wieso das es überhaupt zu solchen strafen kommt? Und wie wir sehen bringt abschreckung nichts, ich bin klar gegen die Todestrafe, also ich würde einfach die Gefangenen auf einer Insel aussetzten, z.B. in Australien und sie dort festsitzen lassen, dann sind sie unter Gleichgesinnten und zufrieden.

    • Steven E. am 29.03.2011 12:10 Report Diesen Beitrag melden

      Pro Todesstrafe

      Die Todesstrafe ist in der heutigen Gesellschaft ein tabu. Aber viele Leute würden sich über eine Todesstrafe für gewisse Kriminele Personen freuen! Alle die nicht den Tod für einen Kindermörderer wünschen, sind Heuchler!

    • Alle Z. Hopp am 29.03.2011 13:10 Report Diesen Beitrag melden

      Richtig!

      ..Sicherlich reissen sich die Staaten darum, welche von ihnen Territorium abgeben dürfen. Vermutlich stellt sich Australien oder Afrika mal wieder unverhältnismässig in den Vordergrund weil sie es kaum erwarten können wieder 'alte' Strukturen reinzubringen! Früher wars doch einfach besser. Oder vielleicht stellt die USA auch Detroit zur Verfügung und baut einen elektrischen Zaun rundum, oder die Steuerzahler schicken die Bösewichte auf den Mond!

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