Geldsorgen

15. Oktober 2010 11:58; Akt: 15.10.2010 15:03 Print

Der UNO fehlt das Geld

Zweieinhalb Monate vor Ende des Jahres haben erst 13 der 192 UNO-Länder ihre Beiträge voll bezahlt, darunter die Schweiz. Insgesamt fehlen fast 4,1 Milliarden Dollar.

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Das UNO-Gebäude in New York (Bild: Keystone)

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Der gesondert geführte Haushalt für die Blauhelmeinsätze liegt bei 7,3 Milliarden Dollar. Damit fehlen der UNO fast die Hälfte der Gelder für die Einsätze der Friedenstruppen in diesem Jahr. Im ordentlichen UNO-Jahreshaushalt von etwa zwei Milliarden Dollar wiederum fehlen nach Angaben der UNO-Managementabteilung noch fast 780 Millionen Dollar, also mehr als ein Drittel.

Weitere 84 Millionen Dollar fehlen für die Renovation des UNO- Hauptquartiers in New York. Das Gebäude war 1953 nach Plänen mehrerer berühmter Architekten, darunter des Schweizers Le Corbusier, fertiggestellt worden und müsste dringend erneuert werden.

UNO verschickt Mahnungen

Die UNO würden jetzt «Erinnerungen» an viele Mitgliedsstaaten schicken, sagte die Untergeneralsekretärin für Management, Angela Kane, am Donnerstag (Ortszeit) in New York. Grund für die ausstehenden Zahlungen sei die Finanzkrise.

Die UNO sehe «durchaus die schwierige Lage für viele Länder», jedoch sei auch für die UNO «die Situation nicht einfach», sagte Kane. Viele Länder hätten zwar einen Teil ihrer Verpflichtungen beglichen, etwa ein Drittel habe aber noch gar nicht bezahlt.

USA grösster Zahler - und Schuldner

Fast ein Drittel des ganzen Fehlbetrags geht auf Kosten der USA. Washington überweist traditionell spät, weil auch der US-Haushalt immer erst im Herbst verabschiedet wird. Zudem sind die USA der mit Abstand grösste Beitragszahler.

Fast ein Viertel des UNO-Haushalts wird von den USA getragen, es folgen Japan mit 19,5 und Deutschland mit 8,7 Prozent. Deutschland gehört nach UNO-Angaben ebenfalls zu jenen Staaten, die ihre Beiträge bereits überwiesen haben. Viele Länder zahlen nur den Mindestbeitrag von 0,001 Prozent. Das sind etwa 20'000 Dollar im Jahr.

Schweiz hat das meiste schon bezahlt

Die Schweiz hat nach Angaben von EFD-Sprecher Daniel Saameli vom Freitag bereits Ende Januar ihren Beitrag an das ordentliche Budget der UNO in Höhe von 23,7 Millionen Dollar (26 Millionen Franken) überwiesen.

Ein Teil der Gelder flösse an UNO-Unterorganisationen weiter, sagte Saameli. Die UNO-Unterorganisationen erhielten zudem weitere Gelder aus der Schweiz - zum Teil seien dies Pflicht-, zum Teil freiwillige Beiträge.

Noch ausstehend sind gemäss dem Sprecher des Eidg. Finanzdepartements (EFD) die Zahlungen an die Friedensmissionen, die internationalen UNO-Tribunale und für die Renovation des UNO- Hauptsitzes. Grund sei, dass die Rechnungen erst im Laufe des Jahres einträfen und dann bezahlt würden. Die Höhe dieser Ausgaben könne deshalb erst Ende Jahr beziffert werden, sagte Saameli.

(sda)