Chávez' jüngste Theorie

29. Dezember 2011 14:34; Akt: 30.12.2011 11:11 Print

Der grosse Krebs-Angriff aus Washington

In letzter Zeit sind mehrere lateinamerikanische Staatschefs an Krebs erkrankt. Einer von ihnen ist Hugo Chávez. Der Präsident Venezuelas glaubt zu wissen, wer dahintersteckt.

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Hugo Chávez ist angeblich vollkommen geheilt. (Bild: Reuters/Jorge Silva)

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Das vorläufig letzte «Opfer» ist die argentinische Präsidentin Cristina Kirchner. Ihr Sprecher hatte am Dienstag bekannt gegeben, dass die 58-Jährige an Schilddrüsenkrebs leide und Anfang Januar operiert werden solle. Kirchners venezolanischer Amtskollege Hugo Chávez geriet darob ins Grübeln, denn in letzter Zeit wurde bei mehreren ehemaligen und amtierenden Staatsoberhäuptern Krebs diagnostiziert, so auch bei ihm selbst.

Es sei «sehr, sehr seltsam», was in Lateinamerika passiere, sinnierte der Präsident am Mittwoch am Rand einer Militärparade in der Hauptstadt Caracas. Er wolle keine «unhaltbaren Anschuldigungen» erheben, so Chávez weiter – und deutete dann doch auf sein liebstes Hassobjekt, den «grossen Satan» USA: «Wäre es so seltsam, wenn sie eine Technologie entwickelt hätten, um Krebs zu verursachen, ohne dass jemand es weiss?»

Versuche wie in Guatemala?

Natürlich glaubt Chávez, einen konkreten Anhaltspunkt für seine Mutmassung zu besitzen. Er verwies auf einen im Sommer publizierten Bericht, wonach amerikanische Forscher von 1946 bis 1948 wissentlich rund 1300 Menschen in Guatemala mit sexuell übertragbaren Krankheiten wie Tripper und Syphilis infiziert hätten. Mehr als 80 Personen kamen bei diesen «Menschenversuchen» ums Leben. «Wird es erneut 50 Jahre dauern, bis herauskommt, dass die USA Präsidenten mit Krebs infiziert hatten?», orakelte der 57-Jährige.

Hugo Chávez ist in den vergangenen Monaten in Kuba wegen eines nicht näher definierten Krebsleidens behandelt worden. Angeblich ist er vollkommen geheilt. Auch Paraguays linker Präsident Fernando Lugo hatte sich 2010 wegen Krebs behandeln lassen. Bei Brasiliens Ex-Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva wurde erst kürzlich Kehlkopfkrebs festgestellt. Dessen Nachfolgerin Dilma Rousseff war 2009 an Lymphdrüsenkrebs erkrankt, hatte die Krankheit aber noch vor ihrer Wahl zur Staatschefin 2010 erfolgreich bekämpft.

«Gib acht, Evo!»

Vermutlich weiss Chávez genau, dass er sich mit seiner (Verschwörungs-)Theorie aufs Glatteis begibt. Er wolle «nur einen Gedanken äussern», betonte er am Mittwoch. Das nächste Opfer hat er allerdings schon ausgemacht. An die Adresse von Boliviens Staatschef Evo Morales gerichtet, sagte er: «Wir müssen gut auf Evo aufpassen. Gib acht, Evo!»

(pbl)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Topan S. am 29.12.2011 14:49 Report Diesen Beitrag melden

    Mit Sicherheit!

    Etwas, dass wir nich haben wollen ergo sind die Amis schuld, total logisch.

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  • O. Arnold am 29.12.2011 17:14 Report Diesen Beitrag melden

    Chavez äussert Gedanken, wow:-)

    "Er wolle «nur einen Gedanken äussern", ja, ja, ich möchte nicht wissen, was alles für Gedanken in seinem Kopf herumschwirren:-) Hat er nicht einen eigenen Fernsehsender, wo er täglich jedem seine "Gedanken" mitteilt! Hat er eigentlich nicht ein Land zu regieren!? Irgendetwas läuft hier schief, bei uns in der Schweiz arbeiten unsere Politiker, nach eigenen Angaben, bis zu 16 Std. am Tag und können nur bescheidene Resultate vorweisen! Chavez dagegen hat Zeit sich zu kurieren, Fernsehen zu machen, "Gedanken" zu äussern usw.!? Ich hoffe nur, er fängt nicht damit an, auch seine Träume mitzuteilen!

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  • Guido am 29.12.2011 15:25 Report Diesen Beitrag melden

    Alles zuzutrauen

    Wieso auch nicht. Den Amis ist alles zuzutrauen, wenn es um ihren eigenen Provit geht. Mit den Kriegen haben sie es genau gleich. Dort wo das Oel liegt, wird eingegriffen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • broennimann marianne am 31.12.2011 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Nur die Spitze des Eisberges!

    Es wird so viel unter Verschluss gehalten und viele schliessen einfach die Augen und verdrängen, um nicht zu erwachen! Aufmerksam bleiben, sich damit schützen!

  • FatCat am 30.12.2011 15:11 Report Diesen Beitrag melden

    Warum lächerlich?

    Warum ist es lächerlich die Menschenversuche in Guatemala zu erwähnen? Die USA haben endlich zugegeben dass diese Grausamkeit statt gefunden hat. Na und Europa...? Sind wir rein?

    • Titanus am 31.12.2011 13:49 Report Diesen Beitrag melden

      .. absoluto korrekt!

      Wer Recht hat, hat Recht. So Abwegig finde ich Vergiftungen und Verschwörungen im Rahmen der Politik gar nicht. Intrigen sind nun mal die dunklen Seiten der Politik.

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  • Luzia am 30.12.2011 12:13 Report Diesen Beitrag melden

    Lächerlich

    Chavez macht sich ein weiteres Mal lächerlich! Hoffentlich wird er im 2012 nicht wiedergewählt. In Venezuela hat er schon genug kaputt gemacht.

  • Peter Koller am 30.12.2011 12:00 Report Diesen Beitrag melden

    "UNFÄHIG"

    Südamerikanische Weisheit: "Wenn Du nicht mehr weiter weisst, suche einen Schuldigen für Deine Unfähigkeit".

  • Illuminati am 30.12.2011 09:55 Report Diesen Beitrag melden

    Vermutungen...

    ...nichts als Vermutungen! Der Artikel, die Aussage von Chavez und alle Kommentare! Wir Urteilen über alles und wissen doch nichts genaues. Und danach bilden wir unsere Meinungen!? Warum lassen wir uns so beeinflussen und manipullieren? Wir haben immer nur Wissen aus zweizer Hand