Deutsche Notenbank

11. Februar 2011 16:51; Akt: 11.02.2011 16:53 Print

Deutscher Bundesbankchef wirft Handtuch

Nach tagelangen Spekulationen um Bundesbank-Präsident Axel Weber gibt es jetzt Klarheit: Er tritt auf den 30. April vorzeitig zurück. Tritt er die Nachfolge von Joe Ackermann bei an?

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Angela Merkel und Axel Weber haben das Informationsdurcheinander beendet. (Bild: Keystone)

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Die Würfel sind gefallen Axel Weber tritt ab. Der Nachfolger soll in der nächsten Woche bekanntgegeben werden. Zuvor trafen sich Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) mit Weber im Kanzleramt. Seit Tagen belastete die ungeklärte Personalie die Bemühungen der Euro-Partner zur Stabilisierung der Gemeinschaftswährung. Weber hatte wiederholt das Krisenmanagement der Europäischen Zentralbank (EZB) und die deutsch-französischen Pläne für eine Wirtschaftsregierung kritisiert.

Die Bundesregierung wies mit Nachdruck Sorgen an den Finanzmärkten zurück, mit einem Rückzug Webers sei die deutsche Stabilitätskultur in Europa in Gefahr. «Es soll sich niemand, nicht in Deutschland und auch nicht im Ausland, Sorgen machen, dass dieses für uns so wichtige Institut, die Bundesbank, nachlassen wird in seiner Aufgabe», sagte Seibert.

Weber zur Deutschen Bank?

Hartnäckig halten sich Gerüchte, der international angesehene Ökonom könnte als Nachfolger von Josef Ackermann Chef der Deutschen Bank werden. Für Weber könnte Merkels Wirtschaftsberater Jens Weidmann (42) an die Bundesbank-Spitze rücken.

Der 53-jährige Weber galt lange Zeit als Merkels Kandidat für die im Herbst anstehende Nachfolge des Franzosen Jean-Claude Trichet an der EZB-Spitze. Opposition und Koalitionspolitiker fürchten, dass Deutschland mit einem Rückzug Webers alle Chancen verspielt. Bundesfinanzminister Schäuble betonte nach einem Treffen mit Frankreichs Finanzministerin Christine Lagarde in Berlin, die Frage der Trichet-Nachfolge stelle sich derzeit nicht.

Schäuble sagte, Deutschland habe nie erklärt, dass man auf einem deutschen Kandidaten bestehe. Jetzt müssten alle Fragen für das angestrebte Euro-Gesamtpakt geklärt werden. Dies solle im März stehen. «Wenn das gelingt, können wir uns mit der Frage des bestmöglichen Kandidaten beschäftigen.» Die Zeit dafür reiche. «An dieser Position hat sich nichts geändert.»

(sda)