Atomprogramm des Iran

25. Februar 2012 14:50; Akt: 25.02.2012 15:49 Print

Die CIA glaubt nicht an die iranische Bombe

Die US-Geheimdienste zweifeln daran, dass der Iran tatsächlich an der Entwicklung einer Atombombe arbeitet. Vielmehr glaubt die CIA daran, der Iran wolle eine «strategische Zweideutigkeit» schaffen.

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Die US-Geheimdienste sehen einem Bericht der Zeitung «New York Times» zufolge nach wie vor keine Beweise dafür, dass der Iran eine Atombombe bauen will.

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In ihren jüngsten Einschätzungen kämen die CIA und die anderen Dienste des Landes zu ähnliche Schlussfolgerungen wie bereits vor fünf Jahren, wonach der Iran sein Atomwaffenprogramm eingestellt habe, berichtete die «New York Times» am Samstag unter Berufung auf nicht namentlich genannte US-Regierungsvertreter.

Kein Zweifel an Anreicherung von nuklearem Material

Laut «New York Times» gibt es bei den Geheimdiensten der USA, Israels und europäischer Staaten keine Zweifel daran, dass der Iran Nuklearmaterial anreichert und Elemente einer Infrastruktur entwickelt, die notwendig ist, um eine Atommacht zu werden.

Der Iran habe aber nach Einschätzung der US-Geheimdienste selbst noch nicht beschlossen, ob er parallel dazu ein Programm zur Entwicklung von Atomsprengköpfen wieder aufnehmen wolle. Dieses Programm sei nach Erkenntnissen der US-Geheimdienste 2003 im Wesentlichen eingestellt worden.

Iran will die Welt im Unklaren über eigentliche Ziele lassen

Womöglich sei es Ziel des Iran, mit der Anreicherung von Uran so etwa wie eine «strategische Zweideutigkeit» zu schaffen, berichtete die «NYT» weiter. Demnach könnte der Iran im Nahen Osten an Einfluss gewinnen, indem er die Welt im Unklaren darüber lässt, welche Ziele er mit seinem Atomprogramm wirklich verfolgt.

Am Freitag hatte die Internationale Atomenergiebehörde IAEA gewarnt, sie habe weiterhin «ernste Bedenken» zur möglichen militärischen Dimension des iranischen Atomprogramms.

Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel seines zivilen Atomprogramms am Bau einer Bombe zu arbeiten. Teheran weist dies zurück und beharrt auf dem Recht zur Nutzung der Atomenergie.

Angriff auf die Atomanlagen würde zum Untergang Israels führen

Ein israelischer Angriff auf den Iran würde nach Auffassung des Teheraner Verteidigungsministers General Ahmed Wahidi zu einem Zusammenbruch des jüdischen Staates führen. Bei der am Samstag auf der Internetseite des staatlichen Fernsehsenders Press TV veröffentlichten Äusserung Wahidis handelte es sich um die bislang deutlichste Androhung einer Vergeltung, sollten die israelischen Streitkräfte Atomanlagen im Iran angreifen.

Israel hatte immer wieder angekündigt, dem möglichen Bau einer iranische Atombombe Einhalt zu gebieten. Vor kurzem hiess es, nur noch bis Sommer könnte das Teheraner Atomprogramm militärisch gestoppt werden, da immer mehr Anlagen unter die Erde verlegt würden.

(sda/ap)