US-Wahlkampf

10. Januar 2016 20:59; Akt: 10.01.2016 20:59 Print

Die Drogen-Geschichten der Kids der Kandidaten

Wer US-Präsident werden will, sollte Drogen-Skandale in der Familie vertuschen. Noch besser ist es, offen darüber zu sprechen.

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Wenige Wochen vor der ersten Vorwahl im US-Bundesstaat Iowa sieht es nicht gut aus für die Präsidentschaftskandidatur des Republikaners Jeb Bush. Stieg er noch im vergangenen Juni als Favorit ins Rennen, liegt Bush heute laut einer Umfrage der «New York Times» auf Platz vier von zwölf.

In einem verzweifelten Versuch, eine Trendwende herbeizuführen, spielt er nun die Ehrlichkeitskarte und spricht öffentlich über die Drogenprobleme seiner Kids — etwas, das er US-Medien bislang ausdrücklich verboten hatte, wie aus E-Mails vom Februar 2015 hervorgeht.

Die Bush-Kids: Noelle, George und John Jr.

Doch jetzt gräbt Jeb Bush selbst die Geschichte seiner Tochter Noelle (38) in einem Interview mit der «New York Times» wieder aus. Er tue das nicht, ohne zuvor mit ihr darüber gesprochen zu haben, versichert der 62-Jährige.

Im Jahr 2002, als Noelle 24 Jahre alt war, wurde sie festgenommen, als sie in Floridas Hauptstadt Tallahassee mit einem gefälschten Rezept Xanax zu kaufen versuchte. Später, während einer von einem Gericht verordneten Reha, fand man gestohlene Medikamente und Crack in ihren Schuhen. Schliesslich musste die Bush-Tochter eine zehntägige Haftstrafe verbüssen.

Einer ihrer Brüder ist keinen Deut besser: John Jr. (32) wurde im Jahr 2006 wegen öffentlicher Trunkenheit in Texas verhaftet.

Drogentod bei den Fiorinas

Auch die Familie von Bushs Konkurrentin Carly Fiorina hatte jahrelang mit den Suchtproblemen von Fiorinas Stieftochter Lori zu kämpfen. «Mein Mann Frank und ich haben im Jahr 2009 eine Tochter im Alter von 34 Jahren verloren», gibt die ehemalige Geschäftsführerin von Hewlett-Packard öffentlich zu.

In einem offenen Brief an die Redaktion des «Time»-Magazins erzählt Fiorina, wie schmerzhaft es für sie gewesen sei, «zuzusehen, wie der Glanz in Loris schönen Augen durch die Drogensucht verschwand». Obwohl ihre Stieftochter drei Therapien in einer Reha-Klinik machte, konnte sie «nicht gegen ihre Dämonen kämpfen».

Alles brav im Hause Trump und bei den Clintons

Beim republikanischen Kandidaten Marco Rubio sind es zwar nicht die Kinder, die Probleme mit Drogen machen, dafür aber der Schwager: Wie sich kürzlich herausstellte, arbeitete Orlando Cicilia (58) in jungen Jahren bei einem Drogenkartell. 1987 wurde Cicilia verhaftet und sass eine 12 Jahre lange Haftstrafe ab.

Im Gegensatz zu den dunklen Familiengeschichten bei den Bushs oder den Fiorinas sind die Sprösslinge des reichen Geschäftsmanns Donald Trump oder der Favoritin bei den Demokraten, Hillary Clinton, ganz brav. Ivanka Trump (34) behauptet, «13 Stunden am Tag zu arbeiten, um mein Geld zu verdienen». Mit Drogen hat keines von Trumps fünf Kindern (aus drei verschiedenen Ehen) etwas am Hut. «Keine Drogen, kein Alkohol, kein Tabak», pflegte ihr Vater zu sagen — und alle haben offenbar seinen Ratschlag befolgt.

Genauso stolz dürften die Clintons auf ihre Chelsea sein: Die 35-Jährige arbeitet für die Stiftung ihrer Familie. Im kommenden Sommer wird sie zum zweiten Mal Mutter.

(kle)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alle Strassen führen "zu Römer" am 10.01.2016 21:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trumps - verwöhntes P...

    Drogen sind leider ein Abbild unserer modernen, kapitalisierten Zeit. Vor den Drogen ist heutzutage niemand sicher, kommt in den besten Familien vor. Aber was hier die "verwöhnten Bengel" von Trump durchziehen, würde mich viel mehr verärgern. Einfach "unterste Schublade", was die hier mit den Tieren veranstalten! Meinen noch, sie seien die Coolsten, wenn man mit Papis Heli in die Wildnis fliegt und wehrlose Tiere abknallt. Zu den kommenden Wahlen in den USA schreibe ich besser nichts, wem ich aber eine volle Schlappe wünsche, versteht sich von selbst. Punkt.

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  • EMM am 10.01.2016 21:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ehrlichkeit

    Es ist schön dass manche Kandidaten zu ihre schwäche stehen. Aber Politik ist wiederum eine andere sache, und sollte auch ehrlich behandelt werden.

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  • Max T. Krüger am 10.01.2016 22:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    WETTEN, DASS...

    Da sieht man es mal wieder, das US-amerikanische Sektierer- und Heuchlertum! Ich bin auch gegen den Gebrauch von nicht- medizinischen Substanzen. Ebenso bin ich dann aber auch gegen die erwähnte Heuchelei! Hand aufs Herz, liebe Leute: Wenn nicht die ganz grossen Bosse Milliarden im Rauschgiftgeschäft verdienten, hätten wir wohl kaum je ein Drogenproblem gehabt! Wetten, dass?!

Die neusten Leser-Kommentare

  • lina am 11.01.2016 12:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leid

    Als könnte man sich die Familie aussuchen. Leider kann man dies nicht und es ist immer traurig wenn es jemanden schlecht geht, ganz egal warum. Ich denke auch nicht, dass die Eltern die Umstände schön finden.

  • B. Sanders am 11.01.2016 11:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bernie Sanders!

    Bernie Sanders ist momentan auf Platz 2 der demokraten. Trotzdem wird sein Sohn in diesem Artikel nicht einmal erwähnt! Wieso???

  • Reich und Koruppt am 11.01.2016 11:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ansichtssache

    Immer diese bösen Drogenkonsumenten. Die Schaden nur sich selbst, aber Großwildjäger und Waffennaren haben schon viele andere getötet.

    • Markovic am 11.01.2016 12:25 Report Diesen Beitrag melden

      @Reich und Koruppt

      Was ist falsch an Grosswildjäger? Ich reise jährlich nach Namibia um Elefanten zu jagen. Das Geld und das Fleisch kommt der dortigen Bevölkerung zu gute. Ein ganzes Dorf mit 180 Einwohner lebt nur von meinen jährlichen Gebühren. Ein Hobby das Menschen eine Lebensgrundlage gibt, was gibt es besseres?

    • Dr. Gabber am 11.01.2016 13:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Markovic

      Auch wenn es Leuten zu gute kommt, es stößt mich zutiefst ab, wenn Menschen denken sie müssten gefährdete Tierarten jagen. Ich verstehe es einfach nicht, dass man aus Prestige seltene Tiere jagt, nur um zu sagen "ich habe eines der letzten Exemplare getötet".

    • Markovic am 11.01.2016 14:33 Report Diesen Beitrag melden

      Eine gute Tat für Afrika

      Mit Prestige hat das rein gar nichts zu tun. Es geht darum ein alterndes Tier das sowieso in den nächsten 3 Monaten sterben würde alterwürdig zu erlegen und dem Dorf eine Lebensgrundlage zu geben. Ich und meine Söhne erzählen das nicht überall herum um anzugeben. Aber schlussendlich haben Leute, die etwas mehr Geld haben, ein aussergewöhnlicheres Hobby. Geben Sie jedem 20 Milionen und dann schauen sie was für andere Hobbies sind diese zulegen. Wenn ich es mir absolut nicht leisten könnte, würde ich wohl auch wettern.

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  • @die Zeitung am 11.01.2016 03:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht süss

    Wer am lautesten gegen andere mäkelt, mäkelt meist gegen sich selbst. Nennt sich Projektion. Von wegen, wie "doof alle ANDERN doch sind.." ;) Und, merkst DU jetzt auch was?

    • Die Zeitung am 11.01.2016 05:41 Report Diesen Beitrag melden

      Süss - oder nicht?

      Du hast extreme psychische Probleme das ist wirklich nicht süss! Zum Glück kenne ich dich nicht! Aber alle die Kinder tun mir leid da Draussen. Die gezwungen werden dir Hallo zu sagen oder dich schon nur anzuschauen ohne Trotzgesicht.. Ja.. solltest nicht über dich schreiben und es mir anhängen wollen.

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  • Jo am 11.01.2016 01:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Irgendwie doch relevant

    So ganz unrelevant sind diese probleme ja eigentlich nicht. Wenn jemand über jahre irgendwelche auffälligkeiten zeigt, sei es drogen, verhaftungen oder anderes, dann zeugt das schon irgendwie von der unfähigkeit der eltern ein problem zu lösen. Was sich dann als politiker nicht anders manifestieren würde. Mensch kann ja schlecht aus seiner haut.