So gemein

11. Oktober 2011 15:02; Akt: 19.10.2011 10:13 Print

Die EU bringt Kinder zum Weinen

Die EU macht auf Spassbremse. Sicherheitsbestimmungen verlangen, dass Luftballone nur noch mit folgendem Warnhinweis verkauft werden dürfen: Ballone sollten von Kindern unter acht Jahren nur unter Aufsicht der Eltern aufgeblasen werden.

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Kinder werden an den neuen EU-Sicherheitsbestimmungen keine Freude haben.

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Der EU-Reglementierungen haben in den letzten Jahren bereits für einiges Kopfschütteln gesorgt. So durften Gurken bis vor drei Jahren nur eine bestimmte Krümmung aufweisen, Bananen müssen mindestens 14 Zentimeter lang und 27 Millimeter dick sein, es gibt Mindestlängen für Kondome und Vorschriften für die richtige Befestigung von Sitzen auf Traktoren.

Nun nimmt sich Brüssel auch die Kinder zur Brust, was in Grossbritannien zu Kritik geführt hat. Dort tritt in Kürze ein auf der EU-Sicherheitsverordnung basierendes Gsetze in Kraft, das den Verkauf von Luftballons wegen möglicher Erstickungsgefahr reglementiert. Das Gesetz verpflichtet die Hersteller ihre Luftballons nur noch mit einem Warnhinweis zu verkaufen. Kinder unter acht Jahren sollten Luftballons nur unter Aufsicht der Eltern aufblasen, heisst es darauf. Grund: Es droht Erstickungsgefahr.

Ähnliches gilt auch bei Party-Pfeiffen aus Papier. Hier gilt der Hinweis (nicht ohne elterliche Aufsicht) sogar bism zum Alter von 13 Jahren. Auch für die beliebten magnetischen Fischer-Spiele wird elterliche Aufsicht verlangt. Auch hier der Grund: zu gefährlich. Weiter müssen Teddybären für Kinder unter drei Jahren zwingend waschbar sein, da sonst Infektionen und Krankheiten drohen würden. Künftig werden die Hersteller der Ware dazu verpflichtet, gut sichtbare Warnhinweise auf der Verpackung anzubringen.

Vorschriften ersticken die Lebenslust der Kinder

Experten laufen bereits Sturm gegen das neue Gesetz. Der britische Soziologie-Professor Frank Furedi schimpft im Telegraph: «Spielzeuge und Aktivitäten wie Ballonaufblasen sind wichtig für selbstständige Entwicklung der Kinder. Diese Regeln und Vorschriften ersticken die Lebens- und Abenteuerlust.»

Die EU-Kommission verteidigt sich, man wolle lediglich «Alptraum-Szenarien für die Eltern verhindern», sagt ein Sprecher zum Telegraph. «Sie werden sagen, dass kleine Kinder seit Generationen Luftballons aufblasen. Aber dies ist nun vorbei und die Kinder leben dadurch sicherer.»

(aeg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Susanne Lüscher am 11.10.2011 15:28 Report Diesen Beitrag melden

    Toll

    Bei solchen Sachen, welche in der Entscheidungsfreiheit der Eltern liegen sollen, erlässt die EU Gesetze. Dort wo ihre eigenen Mitglieder sich nicht an die Verträge/Gesetze halten (Ausschaffung Roma/Griechenland), sagt sie nichts oder zu spät etwas.

  • Snowman am 11.10.2011 15:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    USA

    Juhuiii Die USA lässt grüßen :-)

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  • tom cat am 11.10.2011 15:32 Report Diesen Beitrag melden

    Volltreffer

    Gott sei Dank wird die EU-Bürokratie dort eingesetzt, wo es momentan brennt! Man stelle sich vor, die würden sich um so primitive Probleme wie die Finanzkrise usw. kümmern. Dann lieber den Kindern ein paar Dinge verbieten! Macht viel mehr Spass und ist auch einfacher umsetzbar. Und zuletzt noch: Wieso sollen die Kinder in Europa etwas zu lachen haben - wir Erwachsenen finden es ja schon lange nicht mehr lustig ;-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bildblog-Leser am 18.10.2011 18:05 Report Diesen Beitrag melden

    20min bringt Leser zum Kopfschütteln

    Finden Sie das witzig, diese reißerisch überdrehte Meldung auch noch mit dem Foto eines palästinensischen Mädchens zu illustrieren, das deshalb weint, weil es soeben vom Tod des Onkels erfahren hat? Was für Menschen sind Sie eigentlich?

  • Thomas Mohr am 18.10.2011 18:02 Report Diesen Beitrag melden

    Geschmackloses Foto

    Das Mädchen hier heißt Ayat, ist 10 und weint, weil sein Onkel unter Trümemrn starb. Hier wird es als EU-Opfer abgebildet. Toll.

  • Hans A. Luft am 18.10.2011 12:14 Report Diesen Beitrag melden

    Schon lustig...

    ...wie hier über 100 Kommentatoren voller Entrüstung aufspringen, nur weil eine vermeintliche "Nachricht" die eigenen Vorurteile zu bestätigen scheint! Zuerst denken, dann schreiben.

  • Clark Kent am 18.10.2011 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Typisch Schweiz

    An alle, die sich (erwartungs- und wunschgemäss) über den im Artikel suggerierten Sachverhalt aufregen, sei die Lektüre des folgenden Blogeintrags nahegelegt. In einem Land, in welchem mit verstörenden Plakataktionen auf niedrigster emotionale Ebene für politische Ziele geworben wird, muss man als Zeitung wohl zu ebensolchen dramatischen Bildern greifen um die eigene Position zu verdeutlichen. Das Volk möchte es ja offenbar so. Und das Land möchte eine Vorbild-Demokratie sein. Lachhaft.

    • Clark Kent am 18.10.2011 17:23 Report Diesen Beitrag melden

      ...

      aber eine Google Suche nach "ganz schön aufgeblasen" wirds auch tun.

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  • Bernd Herbert am 18.10.2011 11:49 Report Diesen Beitrag melden

    Falschmeldung!

    Wieder mal das übliche Szenario: Deutschsprachige Medien verbreiten eine Falschmeldung einer englischen Zeitung und in den Kommentaren überschlagen sich die Meinungen über die ach so bösen EU-Bürokraten. Einmal kurz über die Absurdität der Meldung nachdenken? Fehlanzeige! Wie sollte man auch ein solches "Verbot" durchsetzen können? Also: Dieses neue sogenannte "neue" Richtlinie ist bereits seit dem 20.Juli 2009 in Kraft. Sie besagt lediglich, dass Luftballonverpackungen mit einem Warnhinweis zu versehen sind! Kein Wort eines Verbotes! Die aufbrachte Menge darf sich nun wieder beruhigen....

    • Nipah am 18.10.2011 18:15 Report Diesen Beitrag melden

      Dazu noch das Bild

      Und dann wird dass noch mit einem Mädchen missbräuchlich bebildert, dass nachdem ihr Onkel 20 Tage vermisst war, erfahren hat dass er unter den Trümmern seines Hauses starb.

    • Anonymous am 19.10.2011 02:33 Report Diesen Beitrag melden

      DANKE!

      Danke dass endlich mal jemand aufklärt!!

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