Georgien-Krise

19. Dezember 2008 14:21; Akt: 19.12.2008 14:34 Print

Die NATO und Russland reden wieder miteinander

Vier Monate nach dem Ende des Georgien-Kriegs sind die NATO und Russland wieder im Gespräch. Zwar nur informell, aber immerhin. Bei einem informellen Treffen ging es vor allem darum, wie auch die offizielle Zusammenarbeit wieder hergestellt werden kann.

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Der Generalsekretär des Verteidigungsbündnisses, Jaap de Hoop Scheffer, kam am Freitag in Brüssel zu einem Arbeitsessen mit dem russischen NATO-Botschafter Dmitri Rogosin zusammen.

Der russische Aussenminister Sergej Lawrow erklärte in Moskau, eine echte Zusammenarbeit sei nur möglich, wenn offen über die Ursachen des Kriegs zwischen Georgien und Russland im August gesprochen werde. «Wir bestehen darauf, dass die Wiederherstellung der Beziehungen mit einer Diskussion über die Ursachen der Kaukasus-Krise beginnt», sagte Lawrow. Die NATO habe sich dieser Diskussion im August nicht gestellt, kritisierte der russische Aussenminister.

Der Krieg hatte am 7. August mit einem Angriff Georgiens auf die abtrünnige georgische Region Südossetien begonnen. Moskau entsandte daraufhin Truppen nach Südossetien mit dem Argument, die dort lebenden russischen Staatsbürger schützen zu wollen. Die russischen Truppen machten aber in Südossetien nicht Halt, sondern marschierten auch ins georgische Kernland ein. Die NATO kritisierte diese Reaktion als unverhältnismässig und setzte deshalb am 19. August die Zusammenarbeit im NATO-Russland-Rat vorläufig aus. Die Wiederaufnahme der Gespräche auf informeller Ebene wurde am 2. Dezember beschlossen.

(ap)