Al Kaida

28. Mai 2011 22:45; Akt: 28.05.2011 23:32 Print

Die Rache der CIA an Bin Laden

Der Tod Bin Ladens ist für einige Agenten der CIA auch eine späte Vergeltungsmassnahme. Sie machen Bin Laden für die Tötung zweier Agenten verantwortlich, die 13 Jahre ein Geheimnis geblieben war.

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Die Beerdigung von Uttamlal «Tom» Shah am 20. August 1998. (Bild: Keystone)

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Für eine kleine Gruppe von altgedienten Agenten des US-Geheimdienstes CIA war der Tod von Osama bin Laden nicht nur ein Moment der Erleichterung und eine Möglichkeit, mit einem Kapitel abzuschliessen. Es war auch eine Vergeltungsmassnahme für die Tötung zweier Agenten durch die Al-Kaida, die 13 Jahre lang geheim geblieben war.

Tom Shah und Molly Huckaby Hardy waren unter den 44 Menschen, die getötet wurden, als 1998 vor der US-Botschaft in Nairobi ein Lastwagen explodierte. Es wurde nie öffentlich gemacht wurde, doch die beiden arbeiteten verdeckt für die CIA. Im Kampf der Al-Kaida gegen die USA gelten sie als erste Opfer aus den Reihen der CIA.

Arbeit bleibt nach Tod geheim

Wenn am Montag in den USA der Memorial Day gefeiert wird, an dem unter anderen getötete Soldaten geehrt werden, dürften die Namen der beiden nicht fallen. Wie bei vielen CIA-Agenten bleibt ihre Arbeit auch nach dem Tod noch geheim, nur ein anonymer Stern an der Wand des CIA-Hauptquartiers und ein leerer Eintrag im Ehrenbuch erinnern an sie.

Mehre Quellen aus der CIA bestätigten der Nachrichtenagentur AP die Verbindungen Shahs und Hardys zum Geheimdienst und schilderten, dass ihr Tod viele innerhalb der CIA schwer getroffen habe. Dies gelte besonders für die beiden ranghohen CIA-Mitarbeiter, die die Operationen in Afrika leiteten, als 1998 in Tansania und Kenia zeitgleich Al-Kaida-Bomben explodierten. Diese beiden waren nun auch massgeblich an dem Angriff auf Osama Bin Laden beteiligt, bei dem der Terrorchef getötet wurde.

Musiker als CIA-Agent

Hardy war eine geschiedene Mutter, die in einer langen Karriere bei der CIA unter anderem in Asien, Südamerika und Afrika stationiert war. So war sie in Kenia 1998 für die Finanzen zuständig, zahlte Informanten aus und führte Spionageaktionen durch. Als die Bombe der Al Kaida explodierte, wollte Hardy bald nach Hause, da sie gerade Grossmutter geworden war.

Shah kam auf einem ungewöhnlichen Weg zur CIA, er war weder Soldat, noch ging er in eine der renommierten Ivy-League-Universitäten. Er war Musiker aus dem mittleren Westen der USA. Der Sohn eines Inders und einer Amerikanerin wurde 1987 von der Regierung angestellt - offiziell als Diplomat. In Wirklichkeit wurde er in das Trainingszentrum der CIA im US-Staat Virginia geschickt, wo er zum Spion ausgebildet wurde und Arabisch lernte. Er war 1998 in Kenia, um sich mit einem ranghohen Informanten aus der irakischen Regierung zu treffen, der offensichtlich für ein neues Leben in den USA bereit war, geheime Informationen weiterzugeben. Nach Shahs Tod wurde die Operation erfolgreich beendet.

Nairobi gezielt ausgewählt

Bei der Bombenexplosion kamen die beiden neben 42 anderen ums Leben. Shah war 38, Hardy 51. Bin Laden hatte damals gesagt, die Botschaft in Nairobi sei als Ziel ausgewählt worden, weil sie ein grosser CIA-Stützpunkt sei.

Die US-Regierung erklärte nach dem Anschlag, die beiden Toten seien Mitarbeiter des Aussenministeriums gewesen. Wie für alle getöteten CIA-Agenten wurde auch für sie eine private Gedenkzeremonie im Hauptquartier des US-Geheimdienstes abgehalten.

(ap)