Streit vorprogrammiert

02. August 2010 21:22; Akt: 02.08.2010 21:27 Print

Die Russen wollen die Arktis-Ressourcen

Im Rennen um die gewaltigen Rohstoffvorkommen in der Arktis hat Russland seinen Anspruch auf Teile der Ressourcen bekräftigt.

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Der Kreml werde voraussichtlich 2014 einen Antrag bei der UNO einreichen, dass der Meeresboden eine natürliche Verlängerung des russischen Festlandes sei.

Daraus leitet Moskau das Recht ab, dort Rohstoffe abbauen zu dürfen. Das sagte der Kreml-Beauftragte für die Arktis, Artur Tschilingarow, am Montag nach Angaben der Agentur Interfax in Moskau.

«Um die wirtschaftliche Sicherheit Russlands auch in Zukunft zu gewährleisten, müssen wir klarstellen, dass der Festlandsockel uns gehört», sagte Tschilingarow. Russland wolle dazu mit allen Arktis- Anrainerstaaten «konfliktfrei» zusammenarbeiten. «Aber wir haben unsere festen Vorstellungen.»

Der Duma-Abgeordnete Wladimir Grusdew nannte die Arktis eine «Vorratskammer». Wichtig sei, dass niemand den russischen Teil der Vorratskammer beanspruche, sagte Grusdew.

Russische Expedition

Erst vergangene Woche waren ein russischer Atomeisbrecher sowie ein Forschungsschiff in die Arktis ausgelaufen. Bei seiner grössten Expedition dieser Art seit zehn Jahren will Moskau Daten für seinen UNO-Antrag sammeln.

Russland beansprucht einen 1,2 Millionen Quadratkilometer grossen Teil der Arktis einschliesslich des Nordpols. Dies wird damit begründet, dass der Festlandsockel die Fortsetzung der eurasischen Landmasse sei. Vor drei Jahren hatte Russland seine Ansprüche durch das Aufstellen einer Flagge am Nordpol in über 4000 Metern Meerestiefe zementieren wollen.

Expeditionen Kanadas und der USA

Auch Kanada und die USA brechen nun in die Arktis auf, um sich über die Vermessung des Meeresbodens Anteile an den gewaltigen Rohstoffvorkommen zu sichern. Das US-Forschungsschiff «Healy» sollte noch am späten Montagabend von den Aleuten aus in See stechen, sagte die Geologin Deborah Hutchinson vom U.S. Geological Survey, dem Amt für Bodenforschung, der Nachrichtenagentur dpa in New York.

Die Kanadier bereiten ihren Aufbruch mit der «Louis S. St- Laurent» vom arktischen Territorium Nunavut für Mittwoch vor, sagte Hutchinson weiter.

Forscher beider Länder wollen gemeinsam Daten sammeln, um die äussersten Grenzen des nordamerikanischen Kontinents festzulegen. Nach der internationalen Seerechtskonvention der UNO hat jedes Küstenland Anspruch auf das Gebiet, das sich bis zu 200 Seemeilen (370 Kilometer) vor seiner Kontinentalplatte ausdehnt.

(sda)