Flutkatastrophe

18. Dezember 2011 15:21; Akt: 18.12.2011 16:08 Print

Die Zahl der Toten steigt

Der Tropensturm «Washi» hat im Süden der Philippinen zahlreiche Menschen das Leben gekostet und schwere Schäden angerichtet. Die Zahl der Todesopfer stieg am Sonntag auf 652.

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«Washi» richtete unermesslichen Schaden an. Die Zahl der Toten beträgt neu 652. Weitere 808 Menschen würden noch vermisst, teilte das philippinische Rote Kreuz mit. Viele Dörfer seien zudem von der Aussenwelt abgeschnitten und von den Rettungskräften noch nicht erreicht worden, sagte die Generalsekretärin des Roten Kreuzes, Gwendolyn Pang. Deshalb sei ein weiterer Anstieg der Opferzahl zu befürchten.

In der Nacht auf Samstag war der Tropensturm «Washi» über die Insel Mindanao hinweggezogen und hatte die Flüsse über die Ufer treten lassen. In nur zwölf Stunden ging mehr Regen auf die Insel im Süden des Landes nieder als üblicherweise in einem Monat.

Die Wassermassen bahnten sich ihren Weg in die Städte Cagayan de Oro und Iligan, wo zahlreiche Einwohner im Schlaf von dem Hochwasser überrascht wurden. Am Sonntag beruhigte sich die Wetterlage merklich: Das Hochwasser ging zurück und «Washi» zog auf das Südchinesische Meer hinaus.

Schwere Schäden in Cagayan de Oro und Iligan

In der am stärksten betroffenen Region bot sich nach dem Durchzug des Sturms ein Bild der Zerstörung. Die Strassen von Cagayan de Oro und Iligan waren von Schlammmassen überflutet, umgestürzte Bäume und angeschwemmte Autos versperrten vielerorts den Weg.

Edmund Rubio rettete rund 30 Nachbarn, indem er sie in das zweite Stockwerk seines Hauses in Iligan holte. «Das wichtigste ist, dass wir an Weihnachten alle noch zusammen sind», sagte der 44-jährige Ingenieur. «Hier in der Nähe ist ein Slum von den Wassermassen getroffen worden. Ich befürchte, viele Menschen dort hatten nicht so viel Glück wie wir.»

Särge und Leichensäcke benötigt

Verteidigungsminister Voltaire Gazmin flog am Sonntag mit ranghohen Militärvertretern nach Cagayan de Oro. Dort wollten sie Rettungs- und Suchaktionen überwachen und sich ein Bild von der Lage machen. Am dringendsten würden derzeit Särge und Leichensäcke benötigt, erklärte der Leiter des Katastrophenschutzes, Benito Ramos. «Es ist bedrückend. Wir hatten nicht mit so vielen Toten gerechnet.»

In den Leichenschauhäusern stapelten sich unidentifizierte Leichen, wie Offiziere der Streitkräfte berichteten. «Wir befürchten, dass ganze Familien ums Leben gekommen sind und niemand berichten kann, was passiert ist», sagte Rotkreuz-Generalsekretärin Pang. «Viele Mütter und Väter gehen von einer Leichenhalle zur nächsten und suchen nach ihren Kindern», sagte Major Eugenio Osias, der die Rettungseinsätze in Cagayan de Oro leitete.

(ap)