Frankreich als Terror-Ziel

15. Juli 2016 04:33; Akt: 15.07.2016 07:37 Print

Die sechste Terror-Attacke seit «Charlie Hebdo»

Ein Lastwagen fährt am französischen Nationalfeiertag in Nizza in eine Menschenmenge und tötet 80 Personen. Es ist eine von vielen Attacken seit «Charlie Hebdo» im Januar 2015.

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7. bis 9. Januar 2015: Die Terror-Serie in Frankreich beginnt. Die Redaktion der französischen Satire-Zeitung «Charlie Hebdo» wird von den Islamisten Chérif und Said Kouachi attackiert. (25. Februar 2015) 12 Menschen sterben. Danach beginnt eine weltweite Solidarität mit drei Worten: «Je suis Charlie» – ich bin Charlie. Gemeinsame Trauer: EU-Präsident Jean Claude Juncker, Israels Premierminister Benjamin Netanyahu, Malis Präsident Ibrahim Boubacar Keita, Frankreichs Präsident François Hollande (M.), Bundeskanzlerin Angela Merkel, Präsident des Europäischen Rates Donald Tusk, Palästinas Präsident Mahmoud Abbas, Jordaniens König Abdullah Jordan, Bundesrätin Simonetta Sommaruga, Türkeis Premierminister Ahmet Davutoglu und Ukraines Präsident Petro Poroshenko bei einem Solidaritätsmarsch in Paris. (11. Januar 2015) Der Platz der Republik in Paris wird zur Gedenkstätte. (10. Januar 2015) 6. Juni 2015: Ehefrau Laurence (M.) und Sohn Kevin (r.), trauern um Herve Cornara. Er wird von seinem Angestellten Yassin Salhi in Lyon geköpft. Salhi hatte Kontakte zur Salafisten-Szene. (30. Juni 2015) 13. November 2015: Nahezu zeitgleich werden die Pariser Konzerthalle Bataclan, eine Reihe von Bars und Restaurants und das Stade de France in Paris angegriffen. Islamisten töten 130 Menschen. Seit dem Blutbad gilt in Frankreich der Ausnahmezustand. (13. Dezember 2015) Es ist der schwerste Anschlag in der französischen Geschichte. Für den Präsidenten und sein Land hört das Trauern nicht auf. (27 November 2015) 7. Januar 2016: Am Jahrestag des «Charlie Hebdo»-Anschlags attackiert ein Mann ein Pariser Polizeirevier. Bei dem toten Angreifer wird ein Bekennerschreiben mit einer IS-Fahne entdeckt. 13. Juni 2016: In Magnanville erschiesst ein vorbestrafter Islamist einen Polizisten und dessen Frau. Der 25-jährige Täter Larossi A. bekennt sich in einem Video zum IS. Die Verhandlungen mit dem Geiselnehmer bringen nichts: Die Polizei stürmt in Magnanville das besetzte Haus und erschiesst den Täter. (14. Juni 2016) 14. Juli 2016: Ein 31-jähriger Franko-Tunesier rast am französischen Nationalfeiertag mit seinem Lastwagen in Nizza in eine Menschenmenge. Diese versammelten sich an der Promenande, um sich das Feuerwerk anzusehen. Die traurige Bilanz am vermeintlichen Feiertag: 80 Tote und rund 50 Verletzte.

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Frankreich ist an seinem Nationalfeiertag erneut von einem schweren Anschlag getroffen worden: Im südfranzösischen Nizza tötete ein Angreifer mindestens 77 Menschen, als er mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge fuhr. Frankreich ist seit der Attacke auf die Satirezeitung «Charlie Hebdo» im Januar 2015 nicht zur Ruhe gekommen.

7. bis 9. Januar 2015:

Die Islamisten Chérif und Said Kouachi erschiessen bei der Attacke auf die französische Satirezeitung «Charlie Hebdo» zwölf Menschen. In den folgenden Tagen tötet ihr Komplize Amédy Coulibaly eine Gemeindepolizistin und vier Menschen in einem jüdischen Supermarkt in Paris. Die Islamisten werden schliesslich von Sondereinheiten der Polizei erschossen.

26. Juni 2015:

Der wegen seiner Kontakte zur Salafisten-Szene bekannte Yassin Salhi enthauptet seinen Chef und bringt den Kopf neben islamistischen Flaggen am Zaun eines Gaslagers nahe Lyon an. Anschliessend bringt er auf dem Industriegelände mehrere Gasflaschen zur Explosion, bevor er von Feuerwehrleuten überwältigt wird. Im Gefängnis nimmt sich Salhi das Leben.

21. August 2015:

Ein Blutbad kann in einem Thalys-Schnellzug auf dem Weg von Amsterdam nach Paris verhindert werden: Zufällig mitreisende US-Soldaten überwältigen den schwerbewaffneten Ayoub El Khazzani, als dieser in dem Zug das Feuer eröffnet. Der 25-jährige Islamist verletzt zwei Menschen schwer.

13. November 2015:

Bei nahezu zeitgleichen Attacken auf die Pariser Konzerthalle Bataclan, eine Reihe von Bars und Restaurants und das Stade de France in der Pariser Vorstadt Saint-Denis während eines Länderspiels Deutschland-Frankreich töten Islamisten 130 Menschen. Zum schwersten Anschlag in der französischen Geschichte bekennt sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Seit dem Blutbad gilt in Frankreich der Ausnahmezustand.

7. Januar 2016:

Am Jahrestag des «Charlie Hebdo»-Anschlags attackiert ein Mann ein Pariser Polizeirevier mit einem Metzgerbeil und wird von Beamten erschossen. Bei dem toten Angreifer wird ein Bekennerschreiben mit einer IS-Fahne entdeckt.

13. Juni 2016:

Wenige Tage nach Beginn der Fussball-EM tötet ein vorbestrafter Islamist im westlich von Paris gelegenen Magnanville einen Polizisten und dessen Lebensgefährtin. Der Angreifer, der sich in einem Video zum IS bekennt, wird von Elitepolizisten erschossen.

14. Juli 2016:

Im südfranzösischen Nizza fährt ein Mann mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge, die einem Feuerwerk anlässlich des französischen Nationalfeiertags beiwohnt. Es gibt mindestens 80 Tote, der Angreifer wird erschossen.

(foa/afp)