Terror-Abwehr

21. November 2018 09:48; Akt: 21.11.2018 09:51 Print

Diese Anschläge wurden 2018 verhindert

Über 160 Anschläge wurden im laufenden Jahr verübt. In mindestens neun Fällen konnten aber Anti-Terror-Einheiten Erfolge verbuchen.

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Am Dienstag konnte die Anti-Terror-Polizei in Australien drei Männer festnehmen. Diese sollen nach Behördenangaben einen Anschlag auf einen öffentlichen Platz in Melbourne geplant haben.

2018 wurden gemäss einer unvollständigen Auflistung auf Wikipedia weltweit bisher über 160 Anschläge verübt. Am stärksten betroffen sind Kriegs- und Krisengebiete wie Irak, Syrien und Afghanistan sowie einige afrikanische Länder. Die Opferzahl bewegt sich im Einzelfall zwischen 6 Verletzten und 186 Toten.

Wenig Vorfälle in Europa und den USA

In Europa wurden 2018 vier Anschläge verübt: je einer in Belgien (5 Verletzte und 4 Tote) und Italien (keine Verletzten und 6 Tote) sowie zwei in Frankreich (5 Verletzte und 15 Tote respektive 2 Verletzte und 5 Tote). In den USA ereignete sich ein Terrorvorfall (mit 11 Verletzten und 7 Toten).

Verbindliche Zahlen zu abgewendeten Attentaten gibt es dagegen nicht. In den meisten Fällen erfährt die Öffentlichkeit nichts von den Erfolgen der Anti-Terror-Einheiten. Breit öffentlich bekannt geworden sind neun Anschläge, die 2018 verhindert wurden:

• 8. April, Berlin:
Die deutschen Ermittler verhindern einen Anschlag auf den Berliner Halbmarathon. Es wurden vier Männer festgenommen, der Hauptverdächtige habe zum Umfeld des Terroristen Anis Amri gehört.

• 26. April, Neapel:
Die italienische Polizei nimmt einen 21-jährigen Gambier fest, der mit dem Auto in eine Menschenmenge fahren wollte. Der Mann habe sich auf den IS berufen.

• 13. Mai, Paris:
In einer Wohnung wird eine selbstgebaute Bombe sichergestellt. Der zum radikalen Islam konvertierte Mann hatte es auf einen Swinger-Club abgesehen.

• Juni/Juli, Moskau
Auf die Fussball-WM im Sommer seien nach Darstellung russischer Sicherheitsbehörden Terroranschläge geplant gewesen. Diese hätten dank der Zusammenarbeit mit ausländischen Kollegen verhindert werden können, sagte Russlands Sicherheitsberater Nikolai Patruschew. Details wurden nicht genannt.

•15. Juni, Köln:
Ein Tunesier wird verdächtigt, in Köln an einem Sprengsatz mit der hochgiftigen Substanz Rizin gearbeitet zu haben. Mit seiner Festnahme wurde laut Verfassungsschutz «sehr wahrscheinlich» ein Terroranschlag verhindert. Laut dem Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutzes, Hans-Georg Maassen, hätten die sichergestellten Materialien hunderte Menschen töten können.

• 30. Juni, Paris:
Drei Diplomaten stehen unter Verdacht, bei einer Konferenz von Exil-Iranern einen Anschlag geplant zu haben. Die französische Regierung beschuldigt den Iran, dieser weist alle Anschuldigungen zurück.

• 27. September, Arnheim:
Die holländischen Behörden verhaften sieben Verdächtige mit Terrorwesten, Schnellfeuerwaffen und Autobomben. Das Ziel sei eine nicht näher benannte Grossveranstaltung gewesen. Die Verhaftungen folgten nach monatelangen Beschattungen. Der Anführer war Unterstützer der IS.

• 17. Oktober, Berlin:
Eine über mehr als ein Jahr andauernde Geheimoperation des Bundesamtes für Verfassungsschutz und des Bundeskriminalamts durchkreuzen einen Anschlagsplan der Terrororganisation IS. Ziel sei womöglich ein Musikfestival gewesen.

• 30. Oktober, Kopenhagen:
Dänemark beschuldigt den Iran öffentlich, einen politischen Anschlag zu planen. Bei der landesweiten Fahndung nach den mutmasslichen Tätern werden die Brücken nach Schweden gesperrt. Der dänische Botschafter verlässt den Iran aus Protest.

(mat)