Philippinen

28. Februar 2019 21:25; Akt: 04.03.2019 11:39 Print

Diese Insel war billiger als ein Schrebergarten

Das Geschäft mit der Schatzinsel: Ein junger Wiener vermietet die Insel seiner Mutter auf den Philippinen – und verdient damit seinen Lebensunterhalt.

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Eine Geschäftsidee, die neidisch macht: Vor rund 30 Jahren kaufte sich die Familie Hofer aus Wien eine einsame Insel in der Nähe von El Nido auf den Philippinen. «Eigentlich wollten sich meine Eltern einen Schrebergarten in Österreich kaufen, doch dann haben wir Brother Island in der Heimat meiner Mutter entdeckt», sagt der 33-jährige Sohn Alfred Lee Hofer lachend zu 20 Minuten. Das kleine Paradies in Asien soll sogar billiger als das österreichische Gärtchen gewesen sein.

Jetzt zahlt sich dieses Schnäppchen doppelt aus: Das Vermieten der Insel an Touristen floriert. «Diesen Monat etwa hatten wir erst zwei freie Tage, sonst waren wir stets ausgebucht», sagt Gastgeber Alfred Hofer.

Ein paar hundert Franken pro Nacht

Erst diese Woche wurde die kleine Insel mit ihrem weissen Sandstrand und dichten Palmenwald vom deutschen «Instyle»-Magazin als «Mega-Reise-Tipp» angepriesen. Auch weltweit sorgt die Schatzinsel in der Sulusee für Aufsehen: Leute aus allen Kontinenten buchen laut Hofer das Angebot exklusiv für sich – ab 481 Franken pro Nacht erfüllen sie sich den Traum einer einsamen Insel à la Robinson Crusoe.

Neben der absoluten Exklusivität und der atemberaubenden Natur verspricht Hofer seinen Gästen ein Haus mit neun Betten, drei Mahlzeiten täglich, gekocht von einem einheimischen Koch, sowie eine Equipe von rund acht Personen, die auf dem Idyll zum Rechten schaut.

Ein Äffchen, ein Hund und absolute Ruhe

Es soll einfach und rustikal zu- und hergehen: «Brother Island ist von klein auf mein echtes Zuhause, ich möchte die Insel auch weiterhin als das betrachten können.» Dieses Heimatgefühl sollen auch seine Gäste spüren.

Derzeit bewohnt der junge Gastgeber ein kleines Häuschen auf der Rückseite der Insel – nicht ganz allein. Hund Zorro und ein Äffchen namens Einstein leisten dem gelernten Tontechniker Gesellschaft. Zudem bewohnen auch mehrere Mitarbeiter die kleine Insel. Und was machen sie gegen einen allfälligen Inselkoller? Hofer: «Nichts! Zum Arbeiten sind nur Leute hier, die die Zivilisation nicht unbedingt brauchen.» Wer auf Brother Island lebe und Ferien mache, müsse sich mit sich selber beschäftigen können – in dieser Umgebung wird dies aber nicht sonderlich schwierig sein.

(miw)