Treffen verschoben

25. Juli 2018 21:43; Akt: 25.07.2018 21:43 Print

Trump lädt Putin nun doch nicht ein

Der US-Präsident will seinen russischen Amtskollegen erst nächstes Jahr treffen – wenn die amerikanischen Zwischenwahlen vorbei sind.

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Donald Trump und Wladimir Putin sind Mitte Juli in Helsinki zu ihren Gipfelberatungen zusammengekommen. Er hoffe darauf, dass er eine «ausserordentliche Beziehung» zu Putin aufbauen könne, sagte Trump bei der Begrüssung. Die Demos auf den Strassen Helsinkis gehen weiter. Unter anderem protestieren Abtreibungs-Aktivisten gegen Donald Trumps «Gag Rule». Demnach sollen Organisationen, welche Frauen bei Schwangerschaftsabbrüchen unterstützen, die Finanzhilfen der US-Regierung gestrichen bekommen. Auch andere Aktivisten sind für die so genannte «Helsinki gegen Trump und Putin»-Bewegung auf die Strasse gegangen. Der US-Botschafter in Finnland, Robert Frank Pence (Dritter von Links) and und seine Ehefrau Susan Sarbacher begrüssen US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania Trump am Flughafen von Helsinki. (15. Juli 2018) Könige, Zaren und der Papst: Der Präsidentenpalast in Helsinki hat schon so manchen berühmten Gast beherbergt. Die Hauptstadt Helsinki gilt historisch als beliebter Ort des Austauschs zwischen den Weltmächten. Im Präsidentenpalast trafen sich im Jahr 1990 US-Präsident George H. W. Bush und der sowjetische Staatspräsident Michail Gorbatschow, sie sprachen über die Golf-Krise. Russlands Präsident Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump haben sich also einen symbolträchtigen Ort für ihr Gipfeltreffen ausgesucht. Donald Trump und First Lady Melania Trump bei ihrer Ankunft in Helsinki. (15. Juli 2018) Am Vorabend des Gipfels hat eine Menschenrechtsorganisation die Worte «Die ganze Welt sieht zu» auf eine Mauer des Palasts projiziert. (15. Juli 2018)

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US-Präsident Donald Trump will sich nun doch nicht mehr in diesem Jahr mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin treffen. Trump ist der Meinung, dass die Begegnung stattfinden solle, sobald die Russland-Ermittlungen vorüber sind. Die Pressekonferenz der beiden in Helsinki war heftig kritisiert worden.

Man habe entschieden, dass das Treffen nach dem 1. Januar 2019 stattfinden solle, teilte der Nationale Sicherheitsberater des Weissen Hauses, John Bolton, am Mittwoch mit. Nach seinem umstrittenen Gipfel mit Putin in Helsinki hatte Trump erklärt, dass er den Kremlchef im Herbst in Washington empfangen wolle.

Einmischung dementiert

Trump war für seine gemeinsame Pressekonferenz mit Putin in der finnischen Hauptstadt heftig kritisiert worden. Der russische Präsident hatte dabei jede Einmischung in die US-Präsidentschaftswahl 2016 dementiert.

Trump bezeichnete Putins Dementi als «extrem stark und kraftvoll» und bezog damit öffentlich Position gegen die Einschätzung der US-Geheimdienste, die eine solche Einmischung für erwiesen halten. Dafür wurde er heftig kritisiert. Mehrfach stellte der US-Präsident Aussagen daraufhin klar oder dementierte sie.

Ein Sonderermittler untersucht die mutmasslich russische Einflussnahme auf die Präsidentschaftswahl und prüft dabei auch, ob es geheime Absprachen zwischen Trumps Wahlkampflager und Moskau gab. Trump hat diese Ermittlungen wiederholt als «Hexenjagd» bezeichnet.

(chi/sda)