Drogenkrieg in Mexiko

04. Mai 2012 08:40; Akt: 04.05.2012 10:28 Print

Drei Journalisten ermordet und zerstückelt

Im mexikanischen Staat Veracruz hat die Polizei die in Plastiksäcke verpackten Leichen dreier Fotoreporter und einer Frau gefunden. Die verstümmelten Körper weisen auch Folterspuren auf.

Die Leichen der drei Männer sowie einer Frau wurden am 3. Mai in Boca del Rio in einem Abwasserkanal entdeckt. (Quelle: AP Television)
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Die mexikanische Polizei hat im Bundesstaat Veracruz die zerstückelten Leichen dreier Fotoreporter gefunden. Sie befanden sich in Plastiksäcken und wurden in Boca del Rio nahe der Hafenstadt Veracruz am Golf von Mexiko entdeckt.

Bei den Leichen befanden sich auch die sterblichen Überreste einer Frau, die die Freundin eines der Männer gewesen sein soll, wie die Marinepolizei am Donnerstagabend mitteilte.

Folterspuren

Die Behörden gehen von einem Verbrechen der organisierten Kriminalität aus. Die Körper wiesen den Angaben zufolge auch Folterspuren auf.

Bei den Getöteten handelt es sich um die Fotografen Guillermo Luna Varela, Gabriel Huge und Esteban Rodríguez, die für verschiedene Medien der Region arbeiteten. Huge hatte bereits im vergangenen Jahr seine Zeitung «Notiver» verlassen müssen, nachdem seine damalige Freundin, die Reporterin Yolanda Ortiz, getötet worden war.

Weitere Journalisten vermisst

Am vergangenen Samstag war in Jalapa, der Hauptstadt von Veracruz, die Reporterin der Zeitschrift «Proceso», Regina Martínez, tot aufgefunden worden. Sie hatte in ihren Artikeln vor allem auf die Verstrickung der Behörden in die organisierte Kriminalität hingewiesen.

In Mexiko sind im vergangenen Jahr nach offiziellen Angaben elf Journalisten getötet worden, weitere wurden entführt und werden noch vermisst. Es gilt als besonders gefährlich, auf die Machenschaften korrupter Politiker und deren Verstrickung in die Kriminalität aufmerksam zu machen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bruno Mörgeli am 04.05.2012 11:48 Report Diesen Beitrag melden

    Gewalttote und Zensur in Mexiko

    Wir sprechen von unglaublich vielen Personen die in diesem Krieg gegen die Drogen erschossen oder regelrecht exekutiert worden sind. In den 1980er und 1990er Jahren gab es in Mexiko bereits Gewalttote im heutigen Ausmass, nur wurde dies durch die Zensur der Medien nicht thematisiert. Die Anzahl an Gewalttoten ist nach einem ersten Rückgang zwischen den Jahre 2000 - 2006, mit dem Amtsantritt von Calderon im 2006 und dem Ausruf zur Bekämpfung der Drogenkartelle wieder in die Höhe geschossen. Heute herrscht in Mexiko die Zensur der Kartelle und nicht mehr die des Staates.

  • Schweizerin am 04.05.2012 10:24 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Es ist schlimm. Vor allem wird es kein Ende geben, da die Regierung selber total korrupt ist. Solche kriminellen Verstrickungen sind ein Teufelskreis und enden nie - wie in Afrika. Mir tun die armen Mexikaner sehr Leid - Am Ende haben sie nichts mehr. Jene, die auswandern können, werden das auch machen.

  • Dominic Rinderer am 04.05.2012 09:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur in Filmen

    Und da soll noch jemand sagen sowas konmt nur in Filmen vor.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dr. Mayer Lüthi am 04.05.2012 16:27 Report Diesen Beitrag melden

    Lösung

    Drogen Legalisieren und weg ist die Gewalt.

  • Bruno Mörgeli am 04.05.2012 11:48 Report Diesen Beitrag melden

    Gewalttote und Zensur in Mexiko

    Wir sprechen von unglaublich vielen Personen die in diesem Krieg gegen die Drogen erschossen oder regelrecht exekutiert worden sind. In den 1980er und 1990er Jahren gab es in Mexiko bereits Gewalttote im heutigen Ausmass, nur wurde dies durch die Zensur der Medien nicht thematisiert. Die Anzahl an Gewalttoten ist nach einem ersten Rückgang zwischen den Jahre 2000 - 2006, mit dem Amtsantritt von Calderon im 2006 und dem Ausruf zur Bekämpfung der Drogenkartelle wieder in die Höhe geschossen. Heute herrscht in Mexiko die Zensur der Kartelle und nicht mehr die des Staates.

  • Roelli am 04.05.2012 11:06 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte Beenden

    Ich bin immernoch für eine 10'000 Mann-starke Spezial Taskforce der UNO die in diesem und allen anderen Drogen-Ländern mal den Dreck wegräumt.

    • Tommy am 04.05.2012 11:20 Report Diesen Beitrag melden

      Geht nicht!

      Mit mehr Repression geht es nicht! Auch nicht wenn es ausländische Truppen wären! Das Geschäft ist so lukrativ, dass die Kartelle einfach weiter aufrüsten können! Polizei kauft schusssichere Westen --> Kartelle kaufen panzerbrechende Munition --> Polizei kauft gepanzerte Fahrzeuge --> Kartelle kaufen Raketenwerfer und bauen selbst Panzer --> Polizei kauft Helis --> Kartelle kaufen Luftabwehr etc. Das geht unendlich so weiter! Mit dem ganzen Geld könnten sich die Kartelle vermutlich sogar Kampfjets kaufen, wenn es mal nötig wird!

    • Bruno Mörgeli am 04.05.2012 13:28 Report Diesen Beitrag melden

      Ausländische Truppen in Mexiko, niemals!

      Ausländische Truppen in Mexiko, das geht gar nicht, womöglich sollte diese UN-Truppe noch aus Ländern des Westens bestehen, die alle gar kein Interresse haben, dass es aufhört. Mexiko ist ein suvärener Staat, der sich auch nicht in die Angelegenheiten der anderen einmischt, die USA sollte dafür schauen, dass keine ilegalen Waffenlieferungen mehr nach Mexiko getätigt werden.

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  • Mr. Me. am 04.05.2012 10:57 Report Diesen Beitrag melden

    Weltmacht USA

    Interessant ist von wo die Waffen kommen! Diese wurden aus den USA geliefert und zwar von den Geheimdiensten. Die Idee war dass man in Mexico einen Drogenkrieg anzetelt, und jetzt wo dieser hier ist hat man allen Grund um die Grenzen dicht zu machen Milliarden für Zäune und die Grenzwache. Eigentlich ein Falsflag angriff.

    • Marc Probst am 04.05.2012 11:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Verschwörungstheoretiker

      jaja immer die Sticheleien gegen die USA. Immer diese schlauen insider...

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  • Max am 04.05.2012 10:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Liberalisierung

    Das stimmt nicht ganz: Die Zentralregierung, militär- und Polizeiführung ist nur zu einem ganz kleinen Teil korrupt (und dies wird bekämpft). Die Ermordung der 3 Journalisten hat zwar einen Zusammenhang mit Korruption, aber eigentlich nur mit dem Drogenhandel und deren Bekämpfung. Die mexikanische Führung würde Drogen sehr gerne liberalisieren (und damit dieses Problem lösen), kann dies aber nur, wenn die grossen Abnehmerländer und möglichst viele Nachbarländer mitziehen. Entsprechende Bemühungen laufen seit 1 Jahr. Das Hauptabnehmerland USA ist aber dagegen.

    • Jackie Aubert am 04.05.2012 11:40 Report Diesen Beitrag melden

      Das stimmt

      Sie haben vollkommen recht. Ich kenne Mexico sehr gut, mein Partner ist Mexikaner. Mir tut das Herz weh, wenn ich solches lese. Das einzige Mitte ist die Liberalisierung. Aber dies liegt vor allem an den USA, die hier nicht mitmachen.

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