25. April 2005 07:14; Akt: 25.04.2005 07:14 Print

Drei Tote nach Wahlen in Togo

In der westafrikanischen Republik Togo ist am Sonntag ein neuer Präsident gewählt worden. Nach einen ruhigen Wahlauftakt kam es gegen Abend hin zu blutigen Zwischenfällen, bei denen mindestens drei Menschen starben.

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Drei Leichen seien am Abend nahe eines in einer Primarschule untergebrachten Wahllokals in der Hauptstadt Lomé gelegen, berichtete ein westlicher Diplomat. Laut Augenzeugen wurden die Männer erschossen, als sie sich Angreifern widersetzten, die Wahlurnen aus dem Gebäude raubten.
Mindestens 20 weitere Menschen wurden nach Angaben von Diplomaten und Ärzten verletzt. Die Regierungspartei und die Opposition warfen sich gegenseitig Betrug vor. In einigen Quartiern der Hauptstadt Lomé errichteten jugendliche Demonstranten Barrikaden.
Zuvor hatte sich UNO-Generalsekretär noch optimistisch über den Wahlverlauf geäussert. Die Bevölkerung und die Führung habe ihre «Verantwortung» unter Beweis gestellt, erklärte Annan am Sonntag in New York.
Zum Urnengang waren 2,2 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen. Die Wahllokale schlossen am Sonntagabend. Für die Bekanntgabe des Ergebnisses haben die Behörden bislang keinen Termin gennnt.
Rund zweieinhalb Monate nach dem Tod von Gnassingbé Eyadéma, der das Land 38 Jahre lang mit harter Hand regierte, galt dessen 39-jähriger Sohn Faure Gnassingbé als aussichstreicher Bewerber.
Gnassingbé hatte sich nach dem Tod seines Vaters Anfang Februar mit Unterstützung der Streitkräfte und gegen die Verfassung an die Macht geputscht. Auf internationalen Druck erklärte er drei Wochen später seinen Rücktritt und schrieb Wahlen aus. Wichtigster Gegenkandidat ist der 74-jährige Oppositionsführer Emmanuel Akitani Bob.
Die Wahl findet inmitten politischer Spannungen statt. Während des Wahlkampfes hatte es wiederholt blutige Zusammenstösse gegeben, bei denen mindestens ein Mensch getötet und dutzende verletzt wurden. Innenminister François Esso Boko, der deshalb für eine Verschiebung der Wahl plädiert hatte, wurde am Freitag abgesetzt.
Er flüchtete daraufhin in die deutsche Botschaft in Lomé, wie das Aussenministerium in Berlin am Sonntag bestätigte. Ob er politisches Asyl beantragt hat, blieb unklar.

(sda)