Mexiko

04. Januar 2016 23:34; Akt: 04.01.2016 23:39 Print

Drogenkartell steckt hinter Ermordung von Politikerin

Ihre Ansage, die Drogenkriminalität zu bekämpfen, kostete sie das Leben: Für den Tod der mexikanischen Bürgermeisterin ist wohl die Organisation Los Rojos verantwortlich.

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Wollte gegen die Drogenkriminalität ankämpfen: Die Politikerin Gisela Mota (33) wurde wohl Opfer des organisierten Verbrechens. (Bild: Keystone)

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Hinter der Ermordung einer mexikanischen Bürgermeisterin keine 24 Stunden nach ihrem Amtsantritt soll ein berüchtigtes Drogenkartell stecken. «Die Ermittlungen deuten daraufhin, dass die Organisation Los Rojos für die Ermordung von Gisela Mota verantwortlich ist», schrieb der Gouverneur des Bundesstaats Morelos, Graco Ramírez, auf Twitter.

Die 33-jährige Mota war am Samstag in ihrem Haus in Temixco erschossen worden. Erst einen Tag zuvor war sie als Bürgermeisterin der Stadt vereidigt worden. Den Kampf gegen die grassierende Drogenkriminalität in Temixco hatte die junge Linkspolitikerin zu ihrem vorrangigen Ziel erklärt. Im mexikanischen Drogenkrieg wurden bereits mehr als 100'000 Menschen getötet.

Gefahr für jene, die sich wehren

Motas Ermordung warf einmal mehr ein Schlaglicht auf das organisierte Verbrechen in Mexiko - und auf die Gefahr, der diejenigen ausgesetzt sind, die sich ihm entgegenstellen. Nur Minuten nach dem Mord an der Bürgermeisterin wurden zwei Verdächtige erschossen. Drei weitere, darunter ein Minderjähriger, wurden festgenommen.

Weitere Verhaftungen stünden an, sagte der Sicherheitschef von Morelos, Alberto Capella, am Montag. Das Kartell Los Rojos und ihre Rivalen von den Guerreros Unidos versuchten, in der Stadt durch Entführungen Angst und Schrecken zu verbreiten und bestimme Gebiete ganz unter ihre Kontrolle zu bringen.

Die Guerreros Unidos gelten auch als die Hauptverdächtigen bei der mutmasslichen Ermordung von 43 Studenten im Nachbarstaat Guerrero. Diese erschütterte Mexiko im vergangenen Jahr und ist bis heute nicht völlig aufgeklärt.

Bundesstaat übernimmt Kontrolle über Städte

Unterdessen hat der Bundesstaat Morelos in mehreren Städten die Polizei-Kontrolle übernommen. Gouverneur Graco Ramírez ordnete den entsprechenden Schritt am Sonntag (Ortszeit) für insgesamt 15 Städte an.

Ab sofort hat unter anderem in der Hauptstadt Cuernavaca und in Temixco, wo die Bürgermeisterin ermordet worden war, der Bundesstaat die Kontrolle über die lokale Polizei.

(kko/afp)